Grammys schon im Januar, die Oscars vor der Berlinale, 100 Jahre Salzburger Festspiele, 50 Jahre „Tatort“, 250 Jahre Beethoven – im neuen Jahr erwartet uns eine Menge Kultur. Ein Überblick.

Kulturelle Höhepunkte

Januar:

Das Neujahrskonzert aus Wien stimmt auf 2020 ein – es dirigiert Andris Nelsons. In Bonn feiert am 1. 1. zum Auftakt des Beethovenjahres „Fidelio“, die einzige Oper des Komponisten, unter der Regie von Volker Lösch Premiere. In Beverly Hills werden die Golden Globes verliehen (5. Januar/MEZ 6. 1.). Die Oscar-Nominierungen kommen zudem heraus (13. Januar). In Darmstadt gibt eine Jury das „Unwort des Jahres“ bekannt (14. Januar). Der Grimme-Preis gibt seine Nominierungen bekannt (16. Januar). Das Filmfestival Max Ophüls Preis findet in Saarbrücken statt (20. bis 26. Januar). Die wichtigsten Musikpreise der Welt, die Grammy Awards, werden früher als bislang verliehen (26. Januar/MEZ 27. 1.). Die 10er-Auswahl für das Theatertreffen im Mai in Berlin wird am 28. Januar bekannt gegeben.

Februar:

Früher als bislang steht der Höhepunkt der Filmpreis-Saison an: die Oscar-Verleihung (9.Februar/MEZ 10. 2.) in Hollywood. Die Filmwelt schaut auf die Berlinale, die Internationalen Filmfestspiele Berlin (20. Februar bis 1. März). In Wien ist Opernball (20. Februar)

März:

Die Restaurant-Empfehlungen des „Guide Michelin Deutschland“ werden am 3. März in Hamburg bekanntgegeben. Das Buch kommt am 6. März in den Handel. Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis werden bekanntgegeben (11. März). Leipzig wird mit seiner Buchmesse Mittelpunkt der lesenden Welt (12. bis 15. März). Im Beethoven- Jahr (250.Geburtstag) inszeniert Oscar-Preisträger Christoph Waltz die Oper „Fidelio (oder Die eheliche Liebe)“ im Theater an der Wien (Premiere 16. März). In Berlin wird der deutsche Medienpreis Die Goldene Kamera zum 55. und letzten Mal im bisherigen Gala-Format vergeben (21. März). Die Grimme- Preis-Verleihung ist am 27. März.

April:

Im April werden die Pulitzer-Preise verkündet. In Berlin ist die 70. Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola) am 24. April.

Mai:

Der Mai ist wie jedes Jahr der ESC-Monat – das Finale des Eurovision Song Contest geht in Rotterdam am 16. Mai über die Bühne (Halbfinals: 12. und 14. Mai). Das wohl wichtigste Filmfestival der Welt–das Festival de Cannes – findet vom 12. bis 23. Mai statt. In Berlin ist außerdem wieder Theatertreffen (1. bis 17. Mai). Und außerdem beginnt in den Bayerischen Alpen das nur alle zehn Jahre stattfindende Passionstheater: Die 42. Oberammergauer Passionsspiele gehen fast fünf Monate über die Bühne (16. Mai bis 4. Oktober).

Juni:

Im Juni oder Juli werden voraussichtlich wieder die Preisträger des Georg-Büchner-Preises und des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels verkündet (Verleihung jeweils im Herbst). Der Deutsche Fernsehpreis wird am 6. Juni in Köln verliehen (RTL hat 2020 die Organisation übernommen). In den vergangenen Jahren hatte die Galaeher ein Schattendasein geführt und war im Januar über die Bühne gegangen. Die Broadway-Preise Tony Awards gehen in New York über die Bühne (7. Juni/MESZ 8. Juni). Die Kunstwelt versammelt sich bei der Art Basel (18. bis 21. Juni). Die Bad Hersfelder Festspiele beginnen (26. Juni bis 23. August). Außerdem ist Musikfestival- Monat – zum Beispiel mit Rock am Ring (5. bis 7. Juni), dem Glastonbury Festival (24. bis 28. Juni) oder Roskilde (27. Juni bis 4. Juli).

Juli:

Es ist Festspielzeit – in Salzburg (18. Juli bis 30. August) steht ein Jubiläumsjahr an: 100 Jahre Salzburger Festspiele. Die aus Deutschland stammende Burgschauspielerin Caroline Peters verkörpert dabei an der Seite von Tobias Moretti die „Jedermann“-Buhlschaft. Bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth (25. Juli bis 30. August) soll es eine Neuinszenierung des Wagner- Hauptwerks „Der Ring des Nibelungen“ geben, unter der musikalischen Leitung von Pietari Inkinen und inszeniert von Valentin Schwarz. In Worms finden die Nibelungen-Festspiele vom 17. Juli bis 2. August statt.

August:

Im Tessin versammelt sich die Filmwelt beim Festival del Film Locarno (5. bis 15. August). Außerdem stehen die MTV Video Music Awards in Newark bei New York an (24. August).

September:

Das einflussreiche Filmfestival von Venedig sorgt wieder für Aufsehen (2. bis 12. September). Das Toronto International Film-Festival (TIFF) läuft vom 5. bis 15. September. Die TV-Preise Emmy Awards (Sparte Prime Time) werden voraussichtlich am 13. oder 20. September vergeben. In Paris will der Verpackungskünstler Christo den Triumphbogen verhüllen (19. September bis 4. Oktober), wie 25 Jahre zuvor den Reichstag in Berlin. In München ist wieder Wiesn-Zeit (187. Münchner Oktoberfest vom 19. September bis 4. Oktober).

Oktober:

Die Nobelpreisvergaben stehen in der ersten Monatshälfte an. Der Literaturnobelpreis wird meist am zweiten Donnerstag des Monats verkündet (das wäre dann der 8. Oktober). Bei der Frankfurter Buchmesse (14. Bis 18. Oktober) ist Kanada Ehrengast. Der Deutsche Buchpreis wird verliehen (12. Oktober) und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels überreicht (18. Oktober). Außerdem sind die Internationalen Hofer Filmtage (20. bis 25. Oktober).

November:

Thomas Gottschalk, dessen 70. Geburtstag 2020 ansteht, soll ein einmaliges „Wetten, dass..?“-Revival im ZDF moderieren (7. November). Die MTV Europe Music Awards gehen diesmal in Stockholm über die Bühne (19. November). Am 29. November jährt sich zum 50. Mal die Ausstrahlung des ersten „Tatort“- Krimis (Titel damals: „Taxi nach Leipzig“). Der Büchner-Preis wird überreicht. Außerdem werden der Medienpreis Bambi, der Deutsche Theaterpreis Der Faust und die International Emmy Awards traditionell im November verliehen.

Dezember:

Die Verleihung der 33. European Film Awards (Die Gala zum Europäischen Filmpreis) soll diesmal in Reykjavík (Island) stattfinden. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) kürt außerdem wieder ihr „Wort des Jahres“. | dpa

Ralf Strackbein

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Heimischer Krimi-Autor

Es ist so eine Sache, private Wünsche für das neue Jahr auszusprechen. Natürlich bin ich nicht abergläubisch! ;-) Dennoch – es stellt sich die Frage: Behält man private Wünsche nicht besser für sich? Also lasse ich meine Wünsche bedeckt und hoffe, gesteckte Ziele für das nächste Jahr zu erreichen. Uns allen wünsche ich für das kommende Jahr Gesundheit, Glück und Weltfrieden. Klingt profan und ist dennoch von großer Bedeutung.


Jens von Heyden

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Leiter Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein, Festivalleiter KulturPur

Ich freue mich auf 2020! Die Kulturszene im Kreis Siegen-Wittgenstein ist im Aufbruch. Viele junge Kulturmacher bereichern mit neuen Formaten das Kulturleben in unserer Region. Ihnen besonders wünsche ich bestes Gelingen bei Ihren Projekten und Vorhaben. Was noch? Als Festivalleiter von KulturPur wünsche ich uns natürlich ein schönes Jubiläum (das 30.) mit strahlendem Sonnenschein und vielen spannenden Begegnungen!


Michael Nassauer

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Intendant Philharmonie Südwestfalen

2020 wird für die Philharmonie ein spannendes Jahr: Wir hoffen, dass der Spatenstich zum Haus der Musik erfolgt. Für die grandiose Unterstützung zu diesem Projekt sind wir unendlich dankbar! Ich würde mich auch sehr freuen, wenn sich die so überaus erfolgreich begonnene Zusammenarbeit des neuen Chefdirigenten Nabil Shehata mit uns weiter festigt und unsere Zuhörer fesselnde Konzerterlebnisse erleben werden. Wenn ich mir dann immer noch etwas wünschen darf: bleiben wir alle gesund!


Rikarde Riedesel

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Abteilungsleiterin „Kultur- und Erwachsenenbildung“ der Stadt Bad Berleburg

Für das Jahr 2020 wünsche ich mir die spannende Begegnung mit Menschen. Als Abteilungsleiterin für Kultur und Erwachsenenbildung der Stadt Bad Berleburg ist meine wichtigste Aufgabe den Netzwerken. Das gilt sowohl für das Literaturpflaster und die Kooperation der Museen in Wittgenstein wie auch für die Kontakte zu den Heimatvereinen in Bad Berleburg. Ich wünsche mir, viele kreative Ideen der Vereine unterstützen zu können. Ein weiterer Wunsch ist, mit dem Stadtarchiv die Tür in die Geschichte unserer Stadt und Region zu öffnen, denn das Wissen um die Geschichte schafft Perspektiven für die Zukunft. Ein besonderer Wunsch für das kommende Jahr ist, die Begeisterung für Literatur und Kultur im Rahmen des Literaturpflasters teilen zu können. Das Schöne an der Kulturarbeit in Bad Berleburg ist, dass man Wünsche wahr werden lassen kann.


Thomas Thiel

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Direktor des Museums für Gegenwartskunst in Siegen

Das Museum für Gegenwartskunst startet im kommenden Jahr mit einem neuen Programm. Am 14. Februar eröffnen wir die große Ausstellung „Unsere Gegenwart“ mit sehr aktuellen Werken und einer Neupräsentation der MGK Sammlungen. Ich wünsche mir für 2020 ein offenes Siegener Publikum, das unsere vielfältigen Aktivitäten mit Neugierde verfolgt. Denn eines meiner Ziele ist es, die Kunst unserer Gegenwart mit dem Publikum und der Welt von heute zu verbinden. Daher freue ich mich auch besonders auf die Kooperationen mit der lokalen Kunst- und Kulturszene, die sich ebenso wie wir im Aufbruch befindet.


Magnus Reitschuster

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Intendant und Geschäftsführer des Siegener Apollo-Theaters

Gelungene Apollo-Produktionen. Im Januar die „Dschungel-Trilogie“, eine echte Welturaufführung mit Moglis dramatischer Geschichte als Erwachsener unter den Menschen. Die zweite erzählt von Siegens Fußball-Frauen, den zu Unrecht vergessenen vielfachen deutschen Meisterinnen. Am 18. April, dem Tag der Uraufführung, wünsche ich mir ein Theater voller Frauen. Und privat endlich mal eine „Worklive-Balance“.


Gerd Bruch

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Vorsitzender des Chorverbandes Siegerland

Ich wünsche mir, dass viele singfreudige Menschen sich den Chören oder auch Projektchören anschließen. Wichtig ist aber auch die aktive Mitwirkung/Mitgestaltung in Vereins- oder Verbandsvorständen. Das gemeinsame Singen und Musizieren führt Menschen zusammen. Gerade das Singen im Chor hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, bietet besondere Freude und Erfüllung. Es zählen nur die Stimme und die Bereitschaft zum Mitmachen, nicht jedoch Herkunft und Lebensalter.

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