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ARFELD: Burschenschaft feiert am kommenden Wochenende die 387. Kirmes / Formation „Elevation“ sorgt am Freitag für Stimmung

Zeit für das älteste Volksfest Wittgensteins

  • Der Festzug am Sonntag gehört zu den Höhepunkten des Festwochenendes in Arfeld. Daran beteiligen sich neben den Gastgebern wiederum befreundete Burschenschaften und örtliche Vereine. Fotos (4): Burschenschaft

sz. ‘S es werra Körmesse – es ist Kirmeszeit: Am kommenden Samstag und Sonntag, 7. und 8. September, laden die Arfelder Burschen und Mädchen zur 387. Kirmes in der Ortschaft ein. Bereits 1632 wurde das erste Kirchweihfest in Arfeld gefeiert. Damit ist es das älteste Volks- und Heimatfest im Wittgensteiner Raum. Vermutlich entstand die Veranstaltung aus Freude über den neu aufgebauten Kirchturm, der 1616 zusammen mit 68 Häusern abbrannte. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Kirmes immer weiter zum Fest der unverheirateten Jungen und Mädchen.

Eine Woche vor der Kirmes startete für die Burschenschaft bereits die Festwoche. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde pünktlich mit dem Schlagen der Kirchenuhr und dem Wittgensteiner Heimatlied die Kirmeswoche „eingeläutet“. Seit Montag bauen die Jungs das Zelt auf und gehen in den Wald, um Fichtensträucher und Birken zu schlagen, mit denen die Mädchen das Zelt dekorieren und die Girlanden für die Pforten am Dorfeingang wickeln. Es werden bunte Bänder geschnitten, Tische und Bänke aufgebaut und alles, was zum Rahmenprogramm gehört, wird organisiert.


Bei einbrechender Dunkelheit beginnt die Kirmes ganz offiziell mit dem Fackelzug durchs Dorf.


Schon bei der Arbeit sorgt ein bunter Mix aus Schlagern und Rockmusik für wachsende Vorfreude auf das Wochenende. Am Dienstag trafen sich dann alle Burschen und Mädchen zum Stiefeltrinken. Am kommenden Freitag, so will es der Brauch, ziehen zwei Burschen mit reichlich Marschverpflegung in den Wald, um die Kirmesbäume zu schlagen, die Sonntag im Festzug „gerüsselt“ werden. Die Burschen werden bei ihrer Rückkehr am Abend mit kalten Getränken und guter Stimmung empfangen. Zum „Baumholer-Festtag“ in der Grillhütte sind natürlich wieder alle Arfelder eingeladen.   

Die Burschenschaft zelebriert die Traditionskirmes eine Woche lang.
Die Burschenschaft zelebriert die Traditionskirmes eine Woche lang.
Die Formation „Elevation“ sorgt am Samstagabend für Stimmung.
Die Formation „Elevation“ sorgt am Samstagabend für Stimmung.

Der Kirmes-Samstag, 7. September, beginnt für die Jungs schon früh morgens mit dem Aufstellen der Ehrenpforten an den Ortseingängen. Hier treffen sich neben der Burschenschaft auch andere Dorfbewohner, Freunde und Bekannte, um bis zum Nachmittag zusammenzusitzen. Bei einbrechender Dunkelheit beginnt die Kirmes dann ganz offiziell mit dem Fackelzug durchs Dorf, an dem auch die kleinsten Arfelder mit ihren Laternen teilnehmen.

Anschließend wird im Festzelt zur Musik der Band „Elevation“ kräftig gefeiert. Am Sonntagmorgen, 8. September, ist die Burschenschaft schon früh auf den Beinen, um das Zelt wieder herzurichten. Bis 13 Uhr muss alles für den Sonntagnachmittag vorbereitet sein, denn dann startet der Festzug im Stedenhof. Hierzu sind alle örtlichen Vereine, die Arfelder Senioren sowie alle befreundeten Burschenschaften eingeladen. Zum Takt des Musikvereins Müsen und des Tambourkorps „Wittgenstein“ Dotzlar zieht der Festzug dann durch das Dorf. Nach der Begrüßung des Vorsitzenden der Burschenschaft, Felix Volkmer, wird der Nachmittag mit dem Kirmesschlager eröffnet. Im Anschluss werden die Senioren mit Kaffee und Kuchen bewirtet.
   

Traditionell wird im Rahmen des Festzuges der Baum „gerüsselt“.
Traditionell wird im Rahmen des Festzuges der Baum „gerüsselt“.

Aber auch die jüngsten Besucher werden nicht vergessen. Für sie wird es wieder ein Kinderspiel geben. Musikalische Unterstützung gibt es in diesem Jahr von den „Lahntal-Musikannten“. Auch in diesem Jahr wird am Kirmes-Sonntag wieder eine Spendenaktion durchgeführt. Deren Erlös kommt der Grundschule Dotzlar zugute. Die 387. Kirmes im Festzelt endet am Sonntag um 24 Uhr. Nun geht es vom Zelt aus per Festzug hinüber zur Grillhütte, wo die Burschenschaft noch bis zum Morgengrauen weiterfeiert. Ohne viel Schlaf ziehen die Jungs am Montag ein letztes Mal los. Sie gehen von Haus zu Haus und sammeln Eier und Schinken, um daraus Eierkuchen zu backen.

Mit dem „Watzzug“ am Montagabend endet der Zauber. Ein letztes Mal werden die Kirmesbäume mit viel Lärm durchs Dorf getragen oder vielmehr gezogen. Mit dem symbolischen begraben der Bäume enden acht Tage Kirmeswoche – bis zur 388. Körmesse im nächsten Jahr.
  

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