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Eine Patientenverfügung gibt im Fall der Fälle Sicherheit

Das Lachen kehrt endlich zurück

  • Patientenverfügungen lohnen sich nicht nur in der Corona-Krise. Wer eine Verfügung aufgesetzt hat, sollte jetzt prüfen, ob sie noch aktuell ist. Foto: dpa

dpa. Unabhängig von der Corona-Pandemie ist es sinnvoll, eine Patientenverfügung zu erstellen – und zwar sobald eine Person 18 Jahre alt ist. Denn ein Unfall, Schlaganfall oder eine Krankheit können Menschen in jedem Alter treffen und plötzlich verhindern, dass sie ihren Willen selbst äußern können.

In solchen Fällen greift die Patientenverfügung: Darin ist festgelegt, welche medizinischen Behandlungen und Maßnahmen ein Mensch in bestimmten Situationen wünscht oder ablehnt. Ärzte müssen sich an die Verfügung halten. Damit das Dokument wirksam ist, muss die Verfügung schriftlich verfasst und am Ende unterschrieben sein, erklärt die Stiftung Warentest. Das Ganze sollte man in Zeiten guter Gesundheit machen. Es ist sinnvoll, wenn ein Arzt schriftlich bestätigt, dass man beim Verfassen im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten war.

Das Dokument gliedert sich meist in zwei Teile. Im ersten Teil steht, in welchen Situationen die Verfügung gilt: etwa im letzten Stadium des Sterbeprozesses, bei einer unheilbaren Krankheit, bei fortgeschrittener Demenz oder bei einem Wachkoma. Im zweiten Teil nennt der Verfasser seine jeweiligen Wünsche – ob er oder sie etwa eine künstliche Beatmung oder Ernährung will, ob Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden sollen. Man sollte schreiben, was man will – aber auch, was man explizit nicht will.

Man sollte möglichst eindeutig sein. Wage Formulierungen können unwirksam sein. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass die Angaben so konkret wie möglich sein sollten (Az.: XII ZB 61/16). Idealerweise ist die Verfügung individuell verfasst. „Zum Teil setzt sie sich aber auch aus vorformulierten Textbausteinen aus dem Internet zusammen“, hat Sabine Wolter von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beobachtet. Dadurch können sich Missverständnisse ergeben. Es sind weitreichende Entscheidungen, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden können. Deshalb ist es sinnvoll, sich beim Verfassen einer Patientenverfügung Unterstützung zu holen. Rechtlich kann man sich etwa bei einem Beratungsverein der Kommunen, einem Fachanwalt oder Notar beraten lassen. Man muss es aber nicht tun. Musterformulare und Hinweise dazu gibt es beim Bundesjustizministerium und der Bundesärztekammer.

Wenn möglich, sollte man beim Verfassen einer Patientenverfügung Rücksprache mit einem Mediziner halten. Er könne prüfen, „ob die verfügten Inhalte Sinn ergeben“, sagt Wolter. Für eine Beratung können unter Umständen Kosten entstehen. Übrigens: Seine eigene Verfügung kann man jederzeit ändern und etwa an aktuelle Ereignisse, medizinische Fortschritte oder veränderte Wünsche anpassen. Das ist auch ohne Notar oder Anwalt möglich.

Bei Covid-19 kann je nach Krankheitsverlauf eine künstliche Beatmung notwendig werden. „Wer eine Patientenverfügung verfasst hat, sollte das Dokument diesbezüglich nochmal aufmerksam durchlesen“, rät Wolter. Als Erstes sollte man sich fragen: Was habe ich genau zum Thema künstliche Beatmung verfügt? Und dann: Hat sich meine Meinung zu den medizinischen Maßnahmen aufgrund der aktuellen Lage geändert? „Wenn ja, sollte man das Dokument entsprechend anpassen.“ Bei einer Covid-19-Erkrankung besteht die Chance, dass Patienten wieder gesund werden und die Krankheit nicht tödlich verläuft. Wer dennoch auf keinen Fall künstlich beatmet werden will, sollte dies ebenfalls explizit in die Verfügung hineinschreiben.

Lehnt jemand zwar grundsätzlich eine künstliche Beatmung ab, will aber bei Covid-19, dass die Mediziner alles Erdenkliche tun, sollte er dies konkret so schreiben. „So lassen sich Missverständnisse vermeiden“, sagt Wolter.

Das Dokument muss gut auffindbar sein. Die Experten raten: Angehörige informieren, wo die Verfügung zu Hause liegt, außerdem einen Zettel mit einem entsprechenden Hinweis in die Geldbörse stecken. Zusätzlich kann man die Verfügung gegen eine geringe Gebühr im zentralen Vorsorgeregister (ZVR) der Bundesnotarkammer hinterlegen.


Ein Wendejahr der Pflege

NEUE HERAUSFORDERUNGEN: Reformen für die Arbeit in Pflegeberufen gefordert

sz. Am morgigen Dienstag, 12. Mai, ist Internationaler Tag der Pflegenden. Wie der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mitteilt, wird es in diesem Jahr ein ganz besonderes Datum sein, denn gleichzeitig wird der 200. Geburtstag von Florence Nightingale begangen, die als Pionierin der Krankenpflege gilt. Und das diesjährige Motto des 12. Mai – „Die Welt gesund pflegen“ – trifft auf eine weltweite Lage, in der alle Gesundheitssysteme dramatische Belastungsproben zu bewältigen haben.

Der Applaus ist verklungen, einige Pfleger bekommen Geld auf die Hand, alle kehren wieder in die Normalität zurück. Und das war es dann? Der DBfK fordert aus Anlass des diesjährigen Internationalen Tages der Pflegenden grundsätzliche und umfassende Reformen für die Arbeit in den Pflegeberufen.

„Die Krise hat auf dramatische Weise Werte und Prioritäten verändert, die Schwachstellen im deutschen Gesundheitswesen offengelegt. Und gleichzeitig klargestellt, welch immense Bedeutung die Pflegeberufe in diesem System tatsächlich haben. Eine schlichte Rückkehr zum früheren ‚Normalzustand‘ wird es danach nicht mehr geben können“, fordert DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Die jetzt als systemrelevant gelobten professionell Pflegenden werden sich nicht länger mit prekären Arbeitsverträgen, mäßigen Arbeitsbedingungen, chronischer Überlastung, unterdurchschnittlicher Vergütung und grundsätzlichen Entscheidungen ohne ihre Beteiligung zufriedengeben. Ganz im Gegenteil: Sie können mit Stolz und Selbstbewusstsein auf ihre Leistung – nicht nur während der Pandemie – blicken und mit großer Selbstverständlichkeit einen respektvollen Umgang erwarten. Wenn das Jahr der Pflegenden 2020 eines bestätigt hat, dann ist es die gemeinsame Forderung der Weltgesundheitsorganisation, des International Council of Nurses und des DBfK nach einem anderen Blick auf und spürbaren Investitionen in Pflege.“


„Die Krise hat auf dramatische Weise die Schwachstellen im deutschen Gesundheitswesen offengelegt.“


Pflegefachpersonen arbeiten hierzulande häufig unter schwierigen Bedingungen, ihr Potenzial und ihre Kompetenz werden verkannt und es fehlen bundesweit viele Tausende von ihnen. All dies könnte und muss verändert werden. Was ein Beruf bieten sollte, um attraktiv zu sein, hat sich im Verlauf der Generationen grundsätzlich gewandelt. Wenn Pflege als Profession eine Zukunft haben soll, müssen die Perspektiven und Bedingungen in diesem Beruf konkurrenzfähig werden und generationsübergreifend gute Arbeit bieten. Für die Pflege in Deutschland müsse 2020 ein Wendejahr werden, so der DBfK.

Das Motto des Internationalen Tags der Pflegenden, das nach dem Willen der Weltgesundheitsorganisation für das gesamte Jahr 2020 gilt, treffe den Kern: „Die Welt gesund pflegen“. Nie zuvor hätten die Pflegenden und das, was sie leisten, so im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gestanden wie in diesen Wochen und Monaten.

Die Welt – die Menschen – gesund zu pflegen, das versuchen Pflegefachpersonen während der schlimmen und vielfach tödlich verlaufenden Pandemie mit allen Kräften, mit all ihrem Wissen, leider allzu oft unter schlechten Bedingungen und vielfach ohne ausreichenden Schutz davor, selbst infiziert zu werden.

„Immer in der Hoffnung, dass es gelingt, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, Menschen zu retten und dafür zu sorgen, dass sie ohne bleibende Spätfolgen genesen. Weltweit ist die Bevölkerung auf das Engagement und die Kompetenz der professionellen Pflege angewiesen. Florence Nightingale, deren 200. Geburtstag in diesem Jahr am 12. Mai gewürdigt wird, wäre sehr stolz darauf, was Pflegende rund um den Globus in diesen schwierigen Zeiten täglich leisten“, heißt es abschließend.


Routinen pflegen

Demenzpatienten in Corona-Zeiten begleiten

dpa. Die Menschen um sie herum tragen auf einmal Masken und halten Abstand: Für Demenzpatienten sind die Einschränkungen und Hygieneregeln aufgrund des Coronavirus häufig kaum zu verstehen. Die Folgen sind Angst und Verunsicherung. Möglicherweise ziehen sie sich noch mehr zurück oder werden aggressiv. Darauf weist der Malteser Hilfsdienst hin. Auch für pflegende Angehörige ist das belastend.

Was Menschen mit Demenz jetzt hilft, sind gewohnte Routinen, klare Strukturen – und das nahestehende Personen ihnen das Gefühl geben, in Sicherheit und nicht allein in dieser Situation zu sein. Anstelle von Umarmungen und Berührungen im Gesicht kann man zum Beispiel zart den Oberarm berühren oder den Rücken streicheln.

Eingeübte Routinen und Abläufe sollten so gut wie möglich weiter gepflegt werden, etwa bestimmte Übungen oder Hobbies. Hintergrund: Wenn die sonst üblichen Aktivierungen fehlen, könnten Demenzpatienten schneller als bisher kognitive Fähigkeiten einbüßen, so die Experten. Gut für die Stimmung seien außerdem regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft. Der Tag sollte mit regelmäßigen Mahlzeiten und einem Wechsel zwischen aktiven, ruhigen und Schlafphasen weiterhin gut strukturiert sein.

Was man lieber vermeidet, sind lange Erklärungen und Diskussionen. Stattdessen gilt: Nur die Infos vermitteln, die unbedingt nötig sind. Fragen des Demenzpatienten sollte man aber in Ruhe und – wenn nötig – auch mehrfach beantworten.

Was Angehörige auf keinen Fall vergessen sollten: sich selbst Freiräume zu schaffen, um auch mal auf andere Gedanken zu kommen. Eventuell kennen sie jemanden im Umfeld, dem sie vertrauen und der sie stundenweise entlasten kann – vorausgesetzt natürlich, derjenige oder diejenige ist gesund. Ansonsten sollte man vor allem die Ruhe- und Schlafphasen des Demenzpatienten nutzen, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen oder zu entspannen.
    

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