Die „Woche des Sehens“ hält vom 8. bis 15. Oktober wieder jede Menge wichtige Informationen zu den Themen Blindheit und Sehbehinderung bereit

Sich früh genug untersuchen lassen

Die „Woche des Sehens“ widmet sich hauptsächlich den beiden Themen Blindheit und Sehbehinderung. Foto: c/o Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.

6.10.2020

„Die Zukunft im Auge behalten“ heißt es jetzt bei der Woche des Sehens 2020. Selbsthilfeorganisationen, Augenärzte und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit beleuchten dabei von Donnerstag, 8. Oktober, bis Donnerstag, 15. Oktober, die Bereiche Blindheit und Sehbehinderung näher. Dies sind die Schwerpunktthemen:

Von Klein auf ist gutes Sehen eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Kindern. Und bis ins hohe Alter gilt es, die Gesundheit der Augen zu bewahren, denn der Erhalt des Augenlichts trägt dazu bei, dass man lange aktiv und selbstbestimmt sein Leben gestalten kann.

Spätestens im Alter von drei Jahren sollten alle Kinder einmal augenärztlich untersucht worden sein, empfehlen Augenärzte. Kinder lernen das Sehen erst nach und nach. Unbemerkte Sehfehler oder Fehlstellungen der Augen gefährden diesen Lernprozess und können zu einer einseitigen Sehschwäche (Amblyopie) führen. Rechtzeitig erkannt, können Augenärzte dem entgegenwirken.

Mit zunehmendem Alter wiederum steigt das Risiko für Augenkrankheiten. Glaukom (Grüner Star), Katarakt (Grauer Star, Linsentrübung) und die Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) sind die Volkskrankheiten in der Augenheilkunde. Während der Graue Star durch eine in den meisten Fällen ambulant ausgeführte Operation geheilt werden kann, sind das Glaukom und die AMD chronische Krankheiten, die aber dank innovativer Methoden heute immer besser behandelt werden können. Damit Augenärzte das Sehvermögen der Betroffenen möglichst gut und möglichst lange erhalten können, ist es aber notwendig, dass diese Krankheiten in einem frühen Stadium erkannt werden. Deshalb raten Augenärzte allen Menschen ab 40 Jahren, sich über die Chancen der Früherkennung zu informieren.

Jährlich müssen Tausende Menschen in Deutschland ihre Lebensplanung auf den Prüfstand stellen, weil bei ihnen eine Augenkrankheit festgestellt wird. Wenn der wichtigste der fünf Sinne schwindet, hat das in aller Regel gravierende Folgen. In vielen Fällen muss eine berufliche Neuorientierung erfolgen. Auch wenn der bisherige Beruf beibehalten werden kann, müssen neue Kompetenzen erworben werden und eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes wird nötig. Menschen im Rentenalter dagegen gehen oft davon aus, dass Reha-Maßnahmen sich für sie nicht mehr „lohnen“. In der Folge ziehen sie sich zurück und verlieren einen großen Teil ihres sozialen Lebens und ihrer Selbstständigkeit. Die Woche des Sehens möchte Menschen, die einen Sehverlust erleiden, Mut machen und sie auf ihrem oft schwierigen Weg unterstützen. In den Selbsthilfeorganisationen finden sie Beratungsangebote und den direkten Austausch mit Menschen, die bereits in der gleichen Situation waren. Auch wenn das Leben den neuen Anforderungen entsprechend umgestaltet werden muss – es lohnt sich, die Zukunft im Auge zu behalten und eine neue, ganz persönliche Lebensperspektive zu entwickeln.

1964 verabschiedete der US-Kongress eine Resolution, die den 15. Oktober zum „White Cane Safety Day“ erklärte, übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“. Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen. Seit 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens. Die Selbsthilfeorganisationen werden am diesjährigen Tag des weißen Stockes aktuelle Themen aufgreifen, um auf Möglichkeiten und Probleme blinder Menschen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. sz
   

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