ERNDTEBRÜCK: Die neue Klima-Kita an der Breslauer Straße ist die erste Einrichtung mit diesem Schwerpunkt / Investitionssumme beträgt rund 2,2 Millionen Euro

Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltigkeit

Das Konzept der Klima-Kita wurde durch die bautechnische Umsetzung des Gebäudes unterstützt. Fotos: schn

1.06.2021

Die Kita will im Alltag soweit wie möglich auf Plastik zu verzichten.

„Jedes Kind kann das alleine tun, was es alleine tun kann. Dabei lassen wir es nicht alleine“, sagt die Arbeiterwohlfahrt (AWo) selbstbewusst. Die neue Klima-Kita an der Breslauer Straße in Erndtebrück ist die erste Einrichtung mit diesem Schwerpunkt im Kreis Siegen-Wittgenstein. Vorhanden sind neben den großflächigen Funktions- und Lernwerkstätten auch eine Mehrzweckhalle, Schlafräume und ein Bistro.


"Der verantwortliche Umgang mit Natur und Menschen ist deshalb als ein fester Bestandteil im Bildungsprozess der Kita integriert."

Jens Hunecke
stellv. Geschäftsführer der AWo


Auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Gelände hat die Firma Berge Bau mit ihren Partnern ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. Eigentümerin und Bauherrin ist die Kreiswohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft (KSG). Die Investitionssumme beträgt rund 2,2 Millionen Euro. Das Kita-Gebäude besteht aus zwei Vollgeschossen, die barrierefrei mit einem Aufzug verbunden sind. Für die 55 Kinder in den drei Gruppen steht eine Nutzfläche von 573 Quadratmeter zur Verfügung.

KSG-Geschäftsführer Daniel Aktas verriet: „Die Kita wird nach den aktuellen technischen Anforderungen erstellt. Zudem wird eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung eingebaut, die den Energieverbrauch noch einmal verringert. So wird das Konzept der Klima-Kita auch durch die bautechnische Umsetzung des Gebäudes unterstützt.“ Das Zitat stammt vom Tag des Spatenstich im vergangenen Jahr. Damals hatte es eine große Einladung mit Landrat und Bürgermeister gegeben. Für die Gemeinde und die AWo ist die Kita ein Vorzeigeprojekt.

Mit den Lernwerkstätten, wie einem Atelier, einem Werkraum, einem Bau- und einem Rollenspielraum sowie einem naturnahen Außengelände, haben die Planer Orte geschaffen, in denen die Kinder viel Neuem begegnen, Zusammenhänge erlernen und dabei mit den Anhaltspunkten Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Nutzung von Ressourcen und einem gerechten Umgang untereinander vertraut werden. Im Gruppenraum der U-3-Kinder soll eine gemütliche Atmosphäre herrschen, die zum Wohlfühlen und freien Entfalten einlädt. Insgesamt können 55 Kinder ab dem ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt die Klima-Kita besuchen, verteilt auf drei Gruppen.

Im Kindergarten-Alltag wollen die Mitarbeiter und Erzieher gemeinsam mit den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur, Mensch und Tier leben. Die Klima-Kita hat also einen klaren Bildungsschwerpunkt. „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Aufgabe, für die man offen und auf die man vorbereitet sein muss. Der Schwerpunkt liegt dabei im Sammeln von Erfahrungen, sowie im Schaffen von Gestaltungsmöglichkeiten im Lernumfeld ‚Kita‘. Der verantwortliche Umgang mit Natur und Menschen ist deshalb als ein fester Bestandteil im Bildungsprozess der Kita integriert“, erläuterte Jens Hunecke, stellvertretender Geschäftsführer der AWo.

Die Träger haben sich deswegen einiges ausgedacht, um die Einrichtung mit besonderen Aspekten zu einem zukunftsträchtigen Lernort zu machen. Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung soll großen Wert gelegt werden. Die Kinder sollen mit täglich frisch gekochtem Mittagessen, angepasst an die Wünsche und Unverträglichkeiten der Kinder, versorgt werden. Dabei soll auf die Auswahl regionaler und saisonaler Speisen geachtet werden. Zudem sollen sich später Hochbeete auf dem Außengelände befinden, in denen die Kinder gemeinsam mit den Betreuern eigenes Gemüse und Kräuter anbauen können.

Die Kita will im Alltag soweit wie möglich auf Plastik verzichten. Das Spiel- und Beschäftigungsmaterial besteht überwiegend aus natürlichen Ressourcen. Zudem werden Alltagsgegenstände umgestaltet oder umfunktioniert, etwa spielen die Kinder im Sand mit Töpfen, Sieben und Löffeln. Den Kindern soll ermöglicht werden, ihren Kita-Alltag selbstbestimmt mitzugestalten. Sie lernen, Verantwortung für Körper und Bedürfnisse zu entwickeln und diese zu äußern. schn
   

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