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Aus einem maroden Gebäude wird ein echtes Schmuckstück / 115 Kinder und 20 Mitarbeiter freuen sich über das neue „Zuhause“

Das Lachen kehrt endlich zurück

  • Die Hammerhütter Schule ist nicht mehr wiederzuerkennen. Das Gebäude ist für 3,8 Millionen Euro zu Kita umgebaut worden, bietet jetzt Platz für 115 Kinder. Die Außenanlage wurde mit Hilfe von Fördermitteln realisiert. Foto: Michael Wetter

wette Siegen. Es herrscht gähnende Leere im Gebäude. Kein Lachen, kein Spielen, zumindest nicht in der gewohnten Form. Noch vor zwei Monaten sah das komplett anders aus. Da wuselten die Kinder in den Ecken, da rannten sie lachend durch die Flure, da sangen sie gemeinsam ihre Lieder. Doch dann kam die Corona-Krise. Und mit ihr die staatlich verordnete Quarantäne. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass eine nicht ganz unwichtige Veranstaltung, die eigentlich auf den kommenden Freitag terminiert war, nun leider doch nicht stattfinden kann. Gemeint ist die offizielle Eröffnungsfeier der Kita Wunderkinder.

Eine solche Feier nämlich hatten die Offiziellen eigentlich seit Monaten geplant. Mit Grußworten, Reden, einem bunten Programm. So wie man es eben macht, wenn man etwas zu feiern hat, auf das man sehr stolz ist. Und – das wurde jetzt während eines Vor-Ort-Termins schnell deutlich: Erzieherinnen, Einrichtungsleitung, Träger und Investor sind offenbar sehr stolz auf das, was am Hubertusweg 108 in Siegen in relativ kurzer Zeit entstanden ist. Und das können sie auch sein. Denn wer die ehemalige Hammerhütter Schule aus alten Zeiten kennt, wird sie jetzt wohl kaum noch wiedererkennen. Das Planungsbüro Ulrich Höfer hat ganze Arbeit geleistet.

Nach aufwendigen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen – unter anderem wurden ein neuer Estrich verlegt, Fenster ausgetauscht, die Heizungsanlage erneuert, das Dach komplett neu gedeckt oder auch die Elektroinstallation neu vorgenommen – konnten ab August des vergangenen Jahres nach und nach die Kinder mit ihrer Eingewöhnung beginnen. Einige von ihnen wurden zuvor schon übergangsweise im Gemeindezentrum Weststraße betreut. Das hatte der Träger – die gemeinnützige GmbH „Hilfe zum Leben“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Siegen-Weststraße – der Stadt Siegen angeboten, um bereits vor der Inbetriebnahme am neuen Standort einen Teil der Bedarfe an Kita-Plätzen kurzfristig decken zu können. Insgesamt 3,8 Millionen Euro hat sich der Investor, die Becon Steinenbrück GmbH & Co. KG in Gummersbach, das Gebäude und seine Herrichtung im Ergebnis kosten lassen.

Entstanden ist ein neues „Zuhause“ für 20 Mitarbeiter und insgesamt 115 Kinder. Die einen sind erst ein Jahr alt, die anderen werden schon bald in die Schule gehen. Die Größe der Einrichtung gibt es her, dass in Zukunft auch über Dreijährige von extern dazu stoßen können, die Gruppen also immer wieder Platz für neue Kinder bieten. Sechs Gruppen finden sich unter dem Dach wieder, aufgeteilt auf sechs Flurtrakte im zweigeschossigen Gebäude. Damit ist die Kita Wunderkinder die größte Einrichtung der Stadt Siegen und darüber hinaus im gesamten Kreisgebiet.

Jeder Flur, also jede Gruppe, verfügt über einen Gruppenraum, einen Nebenraum, einen Schlafraum und einen Sanitärbereich mit Abstellraum. Darüber hinaus gibt es im Gebäude – es ist 1300 Quadratmeter groß und besitzt zusätzlich ein Kellergeschoss – drei Differenzierungsräume, einen großen Mehrzweckraum für Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten, einen Personalraum sowie eine großzügige Küche, in der die Kinder gemeinsam kochen und backen können. Symbolischen Charakter hat irgendwie der große Aufzug Mitten im Herzen des Gebäudes. Schnell ist klar: Hier geht es auch um Inklusion. „Wir haben ja den Slogan entwickelt, ein Träger mit Herz, Hand und Verstand zu sein. Das ist auch das, was wir im Alltag leben möchten. Wir haben ein tolles Gebäude bekommen – aber unsere Mitarbeiter und Kinder werden es am Ende sein, die die Einrichtung ausmachen“, sagt Eva Kristina Thomas, die beim Träger zuständig ist für die pädagogische Fachberatung.

Daniel Klein, Geschäftsführer von „Hilfe zum Leben“, freut sich hingegen nicht nur über das gelungene Projekt und die gute Zusammenarbeit mit dem Investor und der Stadtverwaltung, sondern eben auch über die großzügige Fläche, die die Vorgaben des Landes mit Blick auf die Betreuung der Kinder weit überschreite. Gerade jetzt, wenn die Kinder nach der Notbetreuung wieder ihre Gruppen betreten, sei das von enormem Vorteil. So habe jede Gruppe beispielsweise einen separaten Zugang.

Und Thea Schmidhuber, die gemeinsam mit Miriam Rann die Einrichtung leitet, weiß, dass die Kinder nicht nur das Gebäude angenommen haben, sondern auch den Namen, den ihre Einrichtung trägt. „Wir sagen, dass Kinder von Gott wunderbar geschaffen sind, jedes mit seinen ganz individuellen Besonderheiten. Deshalb heißen wir als christliche Kita auch Kita Wunderkinder. Jedes Kind, das bei uns ist, hat für sich auch schon verinnerlicht: Ich bin toll, ich bin von Gott geliebt, ich bin ein Wunderkind.“ Schon in Kürze werden sie es wieder erfahren.

Der Träger

Die gemeinnützige GmbH „Hilfe zum Leben“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Siegen-Weststraße stellt etwa 10 Prozent der Betreuungsplätze in Siegen. Insgesamt vier Kitas sowie vier KiTS-Standorte stehen aktuell unter der Trägerschaft.

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