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DIEDENSHAUSEN: Marco Frank übernimmt Familienbetrieb und will zurück zu den Wurzeln / Bäckerei Schwan präsentiert sich nach Umbau und mit neuem Konzept

Die Bäckerei in Diedenshausen

  • Alles in Butter und vor allem mit guter Butter: Bei der Bäckerei Schwan wird nicht nur auf die Zutaten geachtet, sondern auch auf ein familiäres Betriebsklima. „Die Stimmung könnte nicht besser sein“, sagt Marco Frank (r.).. Fotos: Sarah Benscheidt

sabe. Früher Gasthof, Kneipe und Bäckereibetrieb samt gut sortiertem Dorfladen, heute die Fokussierung auf letzterem. „Man muss sich ja mal für etwas entscheiden“, lacht Marco Frank, Inhaber der Bäckerei Schwan in Diedenshausen und meint es dabei durchaus ernst. Ein zentraler Inhalt, er lässt Energie und Aufwand gebündelt in eine Richtung fließen, Visionen entstehen und Pläne werden Realität. „Schwan“, das steht für ein traditionsreiches Haus und für einen wichtigen, geschichtsträchtigen Bestandteil der Diedenshäuser Dorfstruktur. Und auch in Marco Franks eigene Biografie reicht der Familienbetrieb weit hinein: Seit Januar diesen Jahres ist der 36-Jährige Inhaber des Bäckereibetriebs, bietet, gemeinsam mit seiner Schwester und einem zehnköpfigen Team, den Dorfbewohnern nicht nur täglich frische Backwaren aus der hauseigenen Backstube, sondern gleichsam auch die Möglichkeit für einen Einkauf quasi direkt vor der Tür – die nächstmögliche größere Einkaufsmöglichkeit gibt es schließlich erst in Bad Berleburg.


„Wir wollen uns auf die Tugenden des Handwerks fokussieren.“


Aber auch schon vorher war Marco Frank unverzichtbarer Teil des kleinen Unternehmens, dessen Chronik 1929 mit seinem Ur-Großvater Fritz Dienst beginnt. 2001 übernimmt seine Mutter, Ute Frank, den Betrieb, er selbst hilft seit 2003 immer wieder aus, macht 2009 seinen Bäcker-Meister. „Man ist so hineingewachsen in die Sache“, sagt er. Und: „Für mich war das sehr früh klar, in welche Richtung ich möchte, welcher Weg es wird.“

Eine Mischung aus Professionalität und Vertrauen, darauf setzt das Team um Marco Frank. Man kennt die Zutaten im Brot und die Kundschaft
Eine Mischung aus Professionalität und Vertrauen, darauf setzt das Team um Marco Frank. Man kennt die Zutaten im Brot und die Kundschaft

Richtig abgebogen, möchte man da meinen, besieht man sich den von Grund auf erneuerten Verkaufssladen mit neuer Theke, neuem Boden, neuem Estrich, neuer Beleuchtung, neuen Fenstern, neuer Sitzecke, neuer Technik in der anliegenden Backstube – kurzum der Bäckerbetrieb hat sich unter Marco Frank einmal neu erfunden – zumindest in Sachen Instandsetzung und Inneneinrichtung. „Das war ein sehr ereignisreiches Jahr, hier wurde viel Geld in die Hand genommen.“ Aber: So modern und gleichsam gemütlich die Neuerungen auch daherkommen, in Sachen Unternehmensphilosophie will der Bäckermeister zurück zu den Wurzeln, auf traditionellen Grund neue Säulen stellen. „Wir wollen uns auf die Tugenden des Handwerks fokussieren“, so Marco Frank.
    

Auch über ausgezeichnete Meisterstücke kann sich die Bäckerei Schwan freuen.
Auch über ausgezeichnete Meisterstücke kann sich die Bäckerei Schwan freuen.

Heißt: Weg von dem Prozedere, was in so mancher Großbäckerei zum Alltag gehört – keine künstlichen Zusatzstoffe, das Brot mit der Hand „aufmachen“ oder eben auch die Mohnfüllung selbst kochen. „Der Prozess soll so naturbelassen wie möglich ablaufen.“ Als Handwerksbäckerei könne man sich heutzutage abheben, so Frank. Wenngleich das natürlich, gerade auch für kleine Unternehmen, einen Mehraufwand bedeute. Aber: Den nimmt Marco Frank gerne auf sich. „Ich möchte völlige Transparenz und Fachpersonal, das sich auskennt.“ „Clean Labelling“, zu deutsch „saubere Etikettierung“, fällt als Stichwort und reiht sich mit den großen Fenstern der Backstube in eine Linie ein – in die der Transparenz und des Vertrauens. Von außen kann der Betrachter nämlich durch die große Glasfassade Einblicke in den Zubereitungs- und Backvorgang bekommen.

Ein Konzept also, das sich mit der Renovierung und Investition in die Räumlichkeiten für Modernität entschieden hat, gleichsam aber auch den Wert von Tradition erkannt hat. So sei beispielsweise die „Brotkiste“ also der mobile Verkaufswagen, den Marco Franks Großvater seinerzeit ins Firmen-Portfolio aufgenommen hatte, immer noch „ein ganz wichtiges Standbein“, von alten Rezepturen und dem weitergegebenen Wissensschatz des Bäckerhandwerkes einmal abgesehen. Und noch etwas möchte Marco Frank als wohl wichtigste Komponente nicht missen – die zwischenmenschliche. Sei es in seinem Team oder auch im Kontakt mit der Kundschaft: „Wir sind hier ja nicht in der Stadt, die familiäre Stimmung ist mir wichtig.“

      

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