In Deutschland sind ganz unterschiedliche Touren möglich – an diesen Orten lohnt es sich besonders, in die Pedale zu treten 

Rauf auf das Fahrrad 

Die Sundischen Wiesen sind der östliche Teil der Halbinsel Zingst in Mecklenburg-Vorpommern und einer der Naturhöhepunkte der Radtour zum Pramort. Foto: Christin Klose

27.06.2022
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Mit dem Fahrrad lässt sich Deutschland von seiner schönsten Seite kennenlernen. Bei entspannten Touren bleibt schließlich stets genug Zeit, um einen Eindruck von der Umgebung zu bekommen. Weil es nicht immer gleich eine Langstrecke sein muss, haben wir schöne Tagestouren zusammengestellt, die zwischen 20 und 61 Kilometer lang sind.

Heuchelbergrunde bei Heilbronn

Durch die sanfte Hügellandschaft des Kraichgaues in Baden-Württemberg führt die 58,9 Kilometer lange Heuchelbergrunde. Radfahrer beginnen die einfache Tagestour in Eppingen bei Heilbronn und radeln dann durch den Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Los geht es auf dem Radweg Deutsche Fachwerkstraße in Richtung Zabergäu, der größten Rotweinlandschaft in Deutschland. Zwischen den Weinstöcken schlängelt sich der Weg bis hinauf zur Heuchelberger Warte. Wer eine Pause von den Pedalen benötigt, kann ihn auch zu Fuß erklimmen. Die Mühe wird mit Rundumblicken über das Zabergäu und den Kraichgau belohnt. Dann führt der Weg um den Rathauspark in Nordheim. Weiter geht es auf der Deutschen Fachwerkstraße. Sie führt am Stausee Ehmetsklinge vorbei – im Sommer die perfekte Gelegenheit für ein kühles Bad. Dann folgt ein letzter Anstieg, ehe man sich hinunter nach Eppingen rollen lassen kann, um vielleicht noch durch die Altstadt zu bummeln.

Fahrrad Bundesviertelroute in Bonn
   

Mit dem Fahrrad lassen sich nicht nur Landschaften entdecken, sondern auch Städte. Besonders gut eignet sich dafür die fahrradfreundliche Stadt Bonn in Nordrhein-Westfalen. Auf der 20 Kilometer langen, einfachen Bundesviertelroute erradelt man zahlreiche geschichtsträchtige Orte der ehemaligen Bundeshauptstadt. Im Fokus stehen dabei die bundesdeutsche Geschichte und Gegenwart. Davon zeugen etliche historische Gebäude. Dazu gehören die Bonner Dienstsitze der Bundeskanzler und Bundespräsidenten, das Palais Schaumburg und die Villa Hammerschmidt. Wegen der vergleichsweise geringen Kilometerzahl bleibt auch noch genug Zeit, eines der zahlreichen Museen oder gemütlichen Cafés am Wegesrand zu besuchen. Mit einem kühlen Getränk direkt am Rhein lässt sich der Tag anschließend wunderbar beenden.

Radtour zum Pramort

Bei der 43 Kilometer langen, aber einfachen Radtour zum Pramort auf dem Zingst an der Ostsee sollte man unbedingt ein Fernglas dabeihaben. Denn sie führt an einem Höhepunkt der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vorbei: der Vogelschutzinsel Kirr. Radfahrer erreichen sie, wenn sie den Weg vom Parkplatz am Strandübergang 16 bei Zingst aus entlang des Freesenbruchs bis zur Schutzhütte am Zingster Strom fahren. Im Frühjahr rasten hier Kraniche. Danach führt die Strecke über den Zingster Hafen und die Schiffsanlegestelle Kirr bei Müggenburg. Auf einem naturbelassenen Weg setzen die Radelnden die Fahrt fort, ehe es auf einer Asphaltstraße zum Ziel dieser Rundtour geht: Pramort. An der Schutzhütte stellt man das Rad ab, um die letzten 1,5 Kilometer zu den Aussichtsplattformen an der Hohen Düne zu laufen. Von hier aus bieten sich herrliche Blicke über die Küste bis zur Insel Hiddensee. Zurück nach Zingst geht es dann durch die Sundischen Wiesen und über den gepflasterten Seedeich.

Meißner 8 – Nordroute

Auf der 34 Kilometer langen, mittelschweren Fahrradrundtour Meißner 8 folgen Radfahrer einer ehemaligen Kleinbahntrasse in Sachsen. Bahnfans kommen dabei voll auf ihre Kosten, denn nach der Abfahrt in Meißen geht es vorbei an den Brückenpfeilern des ehemaligen Viadukts in Robschütz, dem Bahnmuseum in Löthain und einigen ehemaligen Bahnhöfen der historischen Schmalspurbahn, auf deren Trasse sie fahren. Während der Fahrt erfreuen sich die Radelnden an den grünen Tälern links der Elbe und der sanften Hügellandschaft Lommatzscher Pflege. Im weiteren Verlauf des einstigen Gleisbetts der Schmalspurbahn erradeln sie sich das wildromantische Käbschütztal mit den früheren Haltepunkten Mauna, Leutewitz und Käbschütz. Der Elberadweg führt sie dann zurück zum Startpunkt nach Meißen.

Bahnradweg Rotkäppchenland

Nordhessen ist die Region der Brüder Grimm. Kein Wunder, dass es hier auch einen Rotkäppchenlandradweg gibt. Vor dem bösen Wolf muss man sich zum Glück aber nicht mehr fürchten. Für Märchengefühl sorgt die verwunschene Landschaft, die Radfahrer auf der 61,5 Kilometer langen, mittelschweren Strecke von Schwalmstadt-Treysa bis Bad Hersfeld durchqueren. Das erste Stück der Strecke führt über die Trasse der ehemaligen Knüllwaldbahn durch Wiesen, Wälder, kleine Dörfer und Fachwerkstädtchen. Wegen der historischen Routenführung stehen immer wieder auch Bahngebäude, Eisenbahnbrücken, Bahnzeichen und -schilder am Weg. Ein wenig stärker müssen Radelnde schließlich für die sanft verlaufenden 420 Meter Steigung bis zum höchsten Punkt des Radweges in die Pedale treten. Die Belohnung folgt sogleich: eine entspannte Abfahrt bis zum Ziel dieser Tour – dem Bahnhof Bad Hersfeld. Wem unterwegs die Puste ausgeht, der ruht sich auf den zahlreichen Rastplätzen oder in Biergärten aus.

Kyffhäuserradweg

Wer auf dem Kyffhäuserradweg in Thüringen unterwegs ist, könnte fast den Eindruck bekommen, sich am Meer zu befinden. Das liegt an den fast küstenartig anmutenden hiesigen Salzwiesen, durch die die 53 Kilometer lange, einfache bis mittelschwere Strecke führt. Landschaftliche Abwechslung bietet die bizarre Felsenkulisse des Südkyffhäusers. An der Strecke gibt es bewaldete Höhen und ein Stück weit die steile Nordflanke des Kyffhäusergebirges. Immer wieder fahren die Radelnden auf der Rundtour auch durch Obstwiesen und -alleen. Los geht es in der Salz- und Kurstadt Bad Frankenhausen. Auf dem Weg bieten sich Pausen an einigen Höhepunkten an, dazu gehört etwa die Barbarossahöhle. Wer ein Fernglas dabei hat, beobachtet die Vogelwelt, die sich am Stausee Kelbra heimisch fühlt. Auch das Freilichtmuseum Königspfalz am Wegesrand ist einen Abstecher wert.

Gößweinsteinradweg

Beim bayerischen Gößweinsteinradweg ist Kondition gefragt. Die als schwer eingestufte, 30,5 Kilometer lange Strecke beginnt im oberfränkischen Pegnitz und führt immer wieder über teilweise steile Anstiege bis nach Muggendorf. Unterwegs kommen Radfahrer an einigen Natursehenswürdigkeiten vorbei – etwa an der Pegnitzquelle, dem Karstwunder Wasserberg und der Teufelshöhle in Pottenstein. Während des Fahrens blitzt immer wieder ein sehenswerter Ausblick zwischen den Bäumen am Wegesrand auf. Kulturinteressierte statten der Burg Pottenstein oder der Barockbasilika, der Klosterkirche oder dem Scheffeldenkmal in Gößweinstein einen Besuch ab. Für die Durstigen liegen auch die Brauerei Jura Bräu und die Brauereivereinigung Pegnitz an der Strecke. Der Aussichtspavillon am Zielort Muggendorf eignet sich gut, um die Tour ausklingen zu lassen.

„Fährmann, hol über“-Tour

Die „Fährmann, hol über“-Tour führt vom nordrheinwestfälischen Höxter die Weser hinunter und wieder zurück. Der Ausgangsort für die 16,1 Kilometer lange, einfache Route befindet sich an der Weser am Rande des Stadtzentrums von Höxter. Nachdem die Fahrradfahrer am Schloss Wehrden vorbeigekommen sind, erleben sie eine Besonderheit: eine Weserüberfahrt mit einer Personen-Gierseilfähre. Das Schiff hängt an einem langen Drahtseil, womit der Winkel zum Strom verändert werden kann. Der Wasserdruck bewegt die Fähre. Danach treten die Radelnden den Rückweg an. Er führt am Dampferanleger in Fürstenberg vorbei. Hier sollte man den kurzen, steilen Waldweg zum Schloss Fürstenberg hinauflaufen und den Panoramablick genießen. Über Boffzen geht es dann auf dem Weserradweg weiter nach Höxter. Zum Abschluss lohnt sich hier ein Besuch des Weltkulturerbes Kloster Corvey. Text: Vanessa Hellwig / RND

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