Festival für Dokumentarfilm „Globale Mittelhessen“ startet voll durch

Neue Perspektiven eröffnen

  • Dr. Uwe Seibert und Esther Müller stellten jetzt das Programm der Globale der Öffentlichkeit vor.

sz. Zwei Filme werden im Rahmen des „Filmfestivals für globale Gerechtigkeit“ vom 1. bis 16 November auch in Dillenburg und Herborn zu sehen sein.

Mittelhessen hat ein Filmfestival. Zum zehnten Mal lädt das Festival für Dokumentarfilm „Globale Mittelhessen“ zur Auseinandersetzung mit kritischen Themen unserer globalisierten Gegenwart ein. Ein umfangreiches Filmprogramm erwartet Interessierte vom 1. bis 16. November 2019 an 16 Spielorten in Mittelhessen – unter anderem auch in Dillenburg und Herborn. Dr. Uwe Seibert vom Evangelischen Dekanat an der Dill und Esther Müller vom Eine-Weltladen Herborn stellten jetzt das Programm für Herborn und Dillenburg der Öffentlichkeit vor.

In der Hohen Schule in Herborn zeigt die Lenkungsgruppe Fairtrade-Town Herborn mit Unterstützung des Herborner Weltladens und Attac Lahn-Dill am Samstag, 2. November, um 18 Uhr den französischen Dokumentarfilm „Die Macht der Konzerne“ (in deutscher Sprache).

Die Region Wallonien in Belgien löste eine europaweite Krise aus, als sie sich weigerte, das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada zu unterzeichnen. Im Herbst 2016 gingen Millionen von EU-Bürgern auf die Straße, um gegen das Abkommen zu protestieren. Denn im Zuge der Verhandlungen über CETA war das System der privaten Schiedsgerichte in die Diskussion geraten.
    

Im Gloria Kino in Dillenburg läuft am Dienstag, 12. November, um 18.30 Uhr der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“. Der Film ist im Rahmen des Festivals für Dokumentarfilm „Globale Mittelhessen“ zu sehen. Fotos: Veranstalter
Im Gloria Kino in Dillenburg läuft am Dienstag, 12. November, um 18.30 Uhr der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“. Der Film ist im Rahmen des Festivals für Dokumentarfilm „Globale Mittelhessen“ zu sehen. Fotos: Veranstalter

Sie erlauben es multinationalen Konzernen, Staaten auf enorme Schadenersatzsummen zu verklagen, wenn deren umwelt-, sozial- oder gesundheits-politische Maßnahmen nach Auffassung der Unternehmen ihre tatsächlichen oder gar nur erwarteten Profite beeinträchtigen. Die Rechnung dafür zahlen die Steuerzahler, die der Staat ursprünglich schützen sollte. Der Film zeigt anhand mehrerer Beispiele die verheerenden Auswirkungen solcher Schadenersatzklagen auf die Politik einzelner Staaten und vor allem auf die betroffenen Menschen. Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit Thomas Dürmeier von attac Hamburg.

Im Gloria Kino in Dillenburg läuft am Dienstag, 12. November, um 18.30 Uhr der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom – dein Smartphone ist schon hier“ (im Original mit UT). Dazu laden der Weltladen Dillenburg e.V., der Seniorenarbeitskreis der IG Metall Herborn und die Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat an der Dill gemeinsam ein.

„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur jene betreten, die es unbedingt müssen. Die Deponie von Agbogbloshie ist Endstation für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250 000 Tonnen ausrangierte Computer, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus einer weit entfernten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher. „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit Dr. Emmanuel Ametepeh, einem ghanaischen Gastwissenschaftler der Liebig-Universität Gießen.

Mit Dokumentarfilmen zu Themen wie Umwelt, Arbeit, Klimawandel, Menschenrechte oder Migration will die „Globale“ auch dieses Jahr wieder zum Hinsehen, Diskutieren und Aktiv-Werden ermuntern. So macht sie dem Publikum in Mittelhessen seit zehn Jahren alternative, widerständige oder aus Ländern des globalen Südens stammende Perspektiven zugänglich – um den Horizont zu erweitern und darüber in einen Austausch zu treten.

Zu den meisten Filmvorführungen stehen ausgewählte Referenten, oft die Regisseure selbst, für ein anschließendes Gespräch zur Verfügung. Und immer bietet die „Globale“ auch (regionale) Handlungsmöglichkeiten an, um vom Nachdenken ins Tun zu kommen.

2019 feiert die größtenteils ehrenamtlich organisierte „Globale“ ihr zehnjähriges Jubiläum in 16 Spielorten – ein neuer Rekord. Ebenfalls ein neuer Rekord: Gleich acht Weltladen-Initiativen wirken, neben vielen weiteren Gruppen und Einzelpersonen, bei ihrer Organisierung und Durchführung mit, nämlich Bad Nauheim, Dillenburg, Gießen, Gladenbach, Herborn, Marburg, Weilburg und Wetzlar.

Große Auftaktveranstaltungen gibt es in den beiden Haupt-Spielorten Marburg und Gießen, die jeweils lokale Initiativen zu einem Markt der Möglichkeiten eingeladen haben.

Das gesamte Programm der Globale Mittelhessen findet man im Internet unter www.globalemittelhessen.de.
    

- Anzeige -
Stoffhaus Kepper
Spielbär Herborn
Goldschiede Werner Junk
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.