Fähigkeiten und Fertigkeiten Image 1

SIEGEN: Studie: Im Umgang mit der digitalen Technik braucht es breitere Unterstützungsangebote für die verschiedenen Altersgruppen

Fähigkeiten und Fertigkeiten

  • Smart Home, Smart Health oder autonomes Fahren – um in diesen komplexen Bereichen über die notwendigen Fähigkeiten zu verfügen, braucht es breitere Unterstützungsangebote für alle Generationen, so das Fazit einer Studie der Uni Siegen. Foto: pixabay

Überweisungen tätigen, Konferenzen abhalten, Briefe schreiben oder einfach nur eine leckere Pizza bestellen – viele Vorgänge funktionieren heute nicht mehr nur in der analogen Welt, sondern auch online. Computer, Handy und Co. – die Auswahl an digitalen Hilfsmitteln ist groß – ermöglichen Nutzern in vielen Bereichen des Lebens einen neuen Zugang. Selbst der Einkaufszettel muss nicht mehr eigenständig per Hand geschrieben werden, das übernimmt mittlerweile der Kühlschrank, Stichwort Smart Home.

„Die Digitalisierung dringt zunehmend in den Alltag der Menschen und damit der Verbraucherinnen und Verbraucher ein. Immer weniger alltägliche Angelegenheiten können ohne digitale Abwicklung erledigt werden, und dies sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich“, stellen Dr. Michael Schuhen, Dr. Susanne Kollmann und Minou Seitz von der Uni Siegen fest.


„Die Digitalisierung dringt zunehmend in den Alltag der Menschen ein.“


Die drei Wissenschaftler nahmen die fortschreitende Entwicklung zum Anlass und untersuchten in einer Studie den Umgang von Verbrauchern mit den technischen und digitalen Strukturen des Internets der Dinge (die SZ berichtete). 1355 Probanden nahmen an den Tests teil, der jüngste Teilnehmer war 17, der älteste Teilnehmer 88 Jahre alt. Die Studie des ZöBiS, Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen, ist eine der ersten zu diesem Thema in ganz Deutschland – mit überraschendem Ergebnis. Denn die in der Theorie oftmals vorgenommene Unterscheidung zwischen jüngeren Menschen („Digital Natives“) mit hohen digitalen Erfahrungswerten und Fähigkeiten sowie älteren Menschen („Ditgital Immigrants“) mit niedrigeren Werten konnte nicht umfassend bestätigt werden.

„Wir waren von dem Ergebnis überrascht, weil allgemein davon ausgegangen wird, dass ältere Menschen im digitalen Kontext niedrigere Fähigkeitsausprägungen aufweisen als jüngere. Das kann man aber so pauschal gar nicht sagen. Die Älteren schneiden zwar insgesamt schlechter als die Jüngeren ab, sind aber weit davon entfernt, als mehrheitlich digital hinten anstehend eingestuft zu werden“, berichtet Minou Seitz, die die Studie maßgeblich durchführte. Das Alter spiele zwar eine Rolle, aber nicht in dem Maße wie ursprünglich angenommen.

Das fiel vor allem bei dem Thema Smart Health (digitale Gesundheit) auf. Hier schnitten die älteren Probanden über 60 Jahre bei der untersuchten Entscheidungsfähigkeit im Vergleich zum Smart Home besonders gut ab. Intelligente Lichtsysteme, Fitness-Armbänder oder smarte Waschmaschinen waren beispielsweise Felder, mit denen sich die Studienteilnehmer beschäftigten und in denen ihre Fähigkeiten getestet wurden. Das gute Abschneiden erklären die Siegener Wissenschaftler mit den größeren Erfahrungswerten dieser Altersgruppe im Gesundheitsbereich.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher berge das Internet der Dinge sowohl Chancen und Möglichkeiten als auch Risiken und Gefahren, halten sie fest. Es liege an der Verbraucherbildung, Nutzer mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten auszustatten, die vonnöten sind, um im neuen Anforderungskonstrukt von Smart Home, Smart Health oder beispielsweise autonomem Fahren eigenverantwortlich handlungs- und entscheidungsfähig zu bleiben.

„Für die verschiedenen Altersgruppen müssen viel breitere Unterstützungsangebote bereit gehalten werden“, erklärt Minou Seitz abschließend. Sowohl für die älteren Generationen, als auch für die jüngeren. Damit werde das Entwickeln von Konzepten und Maßnahmen und deren erfolgreiche Implementierung in Zukunft die zentrale Aufgabe verbraucherbildender Bemühungen darstellen. In diesen Bestrebungen dürfe keine Bevölkerungsgruppe außen vorgelassen werden. kano

Internet der Dinge

Gemäß einer während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2007 entwickelten Definition ist das Internet der Dinge „die technische Vision, Objekte jeder Art in ein universales digitales Netz zu integrieren“.

Ausgestattet mit einer eindeutigen Identität, befinden bzw. bewegen sie sich in einem „intelligenten“ Umfeld, wodurch eine Verbindung zwischen der physischen Welt der Dinge und der virtuellen Welt der Daten geschaffen wird. So sollen zahlreiche Alltagsgegenstände über das Netz angesteuert werden und selbständig miteinander kommunizieren können.

Der Begriff „Internet of Things“ wurde Ende der 1990er-Jahre von Forschern des Massachusetts Institute of Technology erstmals verwendet. Die dort entwickelten Sensor- und Identifikationstechnologien gehören zu den wichtigsten technischen Voraussetzungen der „Maschine-zu-Maschine-Kommunikation“. (Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages)

- Anzeige -
DRK Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V
Klaus Ißling Steuerberater
nies Heizung · Lüftung · Sanitär
pflemo
Roland Apotheke
Seniorenbegleitung Claudia Hombach
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.