Das WC ist ein Ort mit Verweildauer – und wird immer luxuriöser

Die Toilette wird moderner

  • Ob spülrandlos oder in trendiger Farbe: Toiletten – hier zwei Modelle aus der „elements“-Ausstellung – gibt es für jeden Badstil. Moderne WCs besitzen ein hohes Maß an Hygiene, Funktionalität und ein frisches Design. Fotos: Michael Wetter

wette. Wir checken Kurznachrichten, spielen Spiele auf dem Handy, putzen uns die Zähne, hören Musik, telefonieren oder lesen ein Buch: Es ist schon erstaunlich, wie und womit die Menschen in Deutschland tatsächlich ihre Zeit auf der Toilette verbringen. Das jedenfalls ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2016. Kontinuierlich steigt offenbar die Verweildauer auf dem stillen Örtchen, das so still irgendwie gar nicht mehr zu sein scheint. Kein Wunder also, dass längst auch die Branche reagiert hat und unser WC immer komfortabler und luxuriöser gestaltet.

Wem zum Beispiel seine tägliche Sitzung zu kalt wird, der kann sich tatsächlich eine Toilette mit integrierter Sitzheizung anschaffen. In den meisten Fällen funktioniert die Sitzheizung dann automatisch. Richtig komfortabel ist es aber, wenn ich die Heizung sogar noch von Hand an- und ausstellen kann.


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Für weiteren Komfort soll aber auch die Geruchsabsaugung sorgen, die einige Modelle bereits jetzt schon bieten. Die einen Modelle saugen die Luft über ein Zulaufrohr im Spülkasten an und reinigen sie über einen Aktivkohlefilter, die anderen bedienen sich hierfür – sofern vorhanden – einer bestehenden Abluftanlage, indem sie ihr die auszutauschende Luft zuführen und nach draußen ableiten. „Es gibt aber auch WCs, in denen man schon eine integrierte Geruchsabsaugung hat“, sagt Michael Simon, Ausstellungsleiter der „elements“-Ausstellung in Siegen. Er empfiehlt: „Für so etwas brauche ich immer Strom. Diesen nachträglich zu verlegen, kann sehr aufwendig sein. Deshalb sollte man bei der Sanierung des Bades oder beim Neubau stets daran denken, vorsorglich auch ein Stromkabel zur Toilette hin verlegen zu lassen.“ Die moderne Toilette kann aber noch mehr. Abgesehen davon, dass sie sich in ihrer Höhe per Knopfdruck verstellen lässt – Stichwort: Barrierefreiheit –, kann sie auch mit einer schicken Beleuchtung ausgestattet werden, die insbesondere nachts sehr hilfreich sein kann: „So muss ich nicht immer das große Licht im Badezimmer einschalten und bin nicht direkt glockenwach.“ Ganz hipp ist die Möglichkeit, zumindest in Japan und China, das eigene WC mit einem integrierten Soundsystem auszustatten.

Im Kommen ist zudem die Kombination aus Toilette und einer Art Bidet. „Die Leute sprechen mittlerweile über Dusch-WCs“, berichtet Michael Simon. Das sei schließlich nicht immer so gewesen. Der Trend aus Japan, wo in drei von vier Wohnungen ein Dusch-WC steht, schwappe so ganz langsam auch rüber zu uns nach Deutschland. „Die Zahlen gehen jedenfalls auch hier nach oben. Immer mehr Menschen probieren es aus und sind dann tatsächlich auch begeistert.“ Das Dusch-WC sei komfortabler als das bekannte und vielerorts verbaute Bidet. Dabei wird per Knopfdruck eine „Popodusche“ aktiviert, die an die richtige Stelle fährt und den Anal- und Intimbereich mit einem Wasserstrahl reinigt.

Doch die Entwicklung der Toilette wird auch im Jahr 2020 noch nicht zu Ende sein. „Ich kann mir vorstellen, dass die Toilette der Zukunft zum Beispiel bestimmte Gesundheitswerte überprüft und die Ergebnisse dann automatisch an den Hausarzt schickt“, meint der Experte. Schließlich sei das vernetzte Haus ja heute schon nichts Besonderes mehr. Urinale messen bereits den Säuregehalt im Urin, Heizungsanlagen melden Störungen per SMS und Kühlschränke bestellen eigenständig neue Lebensmittel. Also wird sich auch die Toilette weiterentwickeln. Und für noch mehr Komfort und Verweildauer sorgen.
    

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