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IN DER WERKSTATT: Sicherheitscheck und Reifenwechsel sollten nicht verschoben werden

Trotz Krise nicht warten

  • Reifenwechsel und Frühjahrscheck sind auch in diesen Tagen möglich. Foto: Michael Wetter

wette. Die Osterfeiertage stehen vor der Tür – und mit ihnen auch die Sommerreifen. Eigentlich. Denn war der Frühlingsanfang in den vergangenen Jahren stets ein Garant für volle Werkstätten, so geht es auch dort in diesem Jahr eher beschaulich zu. Die Corona-Krise hat einiges durcheinandergewirbelt. Unter anderem den Terminplan vieler Menschen, die den Reifenwechsel und Frühjahrscheck ihres Autos lieber auf die Tage nach der Krise verschieben. Ohne zu wissen, wann genau das sein wird.

Robert Pal, Obermeister der Kfz-Innung Westfalen-Süd, sieht dazu allerdings keine Notwendigkeit. Im Gegenteil: Wer clever ist, nutzt gerade jetzt die Zeit für anstehende Arbeiten. Sicher, sagt Robert Pal, das Virus habe auch die Kfz-Branche mit aller Wucht getroffen. Die aktuelle Bilanz falle daher durchwachsen aus. „Bei den einen läuft es gut, bei den anderen nicht so.“ Er wisse von Kollegen, die ab dem kommenden Monat das Instrument der Kurzarbeit einsetzen werden. Im eigenen Betrieb, der Pal Fahrzeugtechnik GmbH in Freudenberg, sei aktuell noch Arbeit für alle elf Mitarbeiter vorhanden. Nachdem sich Ende vergangener Woche eine leichte Flaute angekündigt hatte, nahm der Betrieb Anfang dieser Woche wieder etwas Fahrt auf.

„Vielleicht liegt das daran, dass viele Menschen denken, dass die Werkstätten komplett zu haben“, mutmaßt der 47-Jährige. Richtig sei, dass zurzeit keine Fahrzeuge verkauft werden dürfen. Die Werkstätten allerdings seien – zumindest dort, wo es die Auftragslage hergibt – weiterhin geöffnet. „Das ist auch logisch, wir müssen ja schließlich alle mobil bleiben“, sagt der Obermeister.


Wer clever ist, nutzt gerade jetzt die Zeit für anstehende Arbeiten.


Eine Krankenschwester müsse ja auch zur Arbeit kommen, wenn zum Beispiel der öffentliche Verkehr nicht mehr in gewohntem Umfang zur Verfügung stehe. Hinzu kommt, dass dieser in der aktuellen Situation ohnehin von Vielen bewusst gemieden wird. „Um so wichtiger ist gerade jetzt für die Menschen das Auto – und das sollte grundsätzlich sicher sein, wozu eben auch eine richtige Bereifung zählt.“ Wer seinen Wagen jetzt telefonisch in der Kfz-Werkstatt seines Vertrauens zum Reifenwechsel bzw. Frühjahrscheck anmeldet, kann später längere Wartezeiten verhindern. „Hintenraus wird es unheimliche Staus geben“, prophezeit der Kfz-Techniker-Meister. Das sei ohnehin schon Jahr für Jahr der Fall – und werde in diesem Frühjahr, wenn Autobesitzer die Arbeiten lieber auf die Zeit nach der Krise verschieben, sicherlich nicht besser.

Fahrzeugbesitzer, und dazu zählen auch die Motorradfreunde, die in diesen Tagen lieber auf soziale Kontakte verzichten, könnten auch den Hol- und Bringservice nutzen, den nicht nur er und sein Team, sondern auch zahlreiche andere Werkstätten anbieten. Wer sein Fahrzeug jedenfalls auch in den kommenden Wochen und Monaten mit einem ruhigen Gewissen fahren möchte, sollte Reifenwechsel und Frühjahrscheck nicht auf die lange Bank schieben.

Denn wie wichtig der Sicherheitscheck ist, verdeutlicht der heimische Experte am Beispiel des Pollenfilters für den Innenraum: „Der Filter sollte regelmäßig überprüft werden, da sich in der feuchten Jahreszeit schon mal Schimmelsporen bilden. Allein aus gesundheitlichen Aspekten ist es schon wichtig, dass der Filter sauber ist.“

Was im Frühjahr gemacht werden sollte

Autofahrer-Check

- Entrümpeln: Viel Last, die sich da im Auto angesammelt hat: Frostschutzmittel, Schneeketten, Decken, Handfeger. Der Winterballast schluckt unnötig Kraftstoff und kommt ins Sommerquartier. Auch Dachboxen und Skiträger haben jetzt Pause.

- Trocknen: Ist das Auto dann endlich entrümpelt, muss auch die Nässe raus. Fußmatten aus dem Auto nehmen und Teppichböden mit Lüfter oder Zeitungspapier trockenlegen. Nicht vergessen: Alle Lüftungsschlitze im Motor- und Kofferraum müssen frei sein.

- Waschen: Vor der Wäsche kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Bitte mit Vorsicht und Abstand arbeiten, Alufelgen und Lack sind nämlich empfindlich. Die Radkästen vertragen mehr Power. Gebucht wird das volle Programm: Vor-, Haupt- und Unterbodenwäsche, Lackkonservierung und Unterbodenversiegelung. Die Motorwäsche ist später Sache der Werkstatt.

- Putzen: Außen hui, innen pfui? Nicht bei wachsamen Fahrern. Die krempeln die Ärmel hoch und arbeiten sich durchs Auto: Cockpit entstauben, Teppiche und Polster saugen, Scheiben mit Glasreiniger und Küchenrolle innen und außen putzen. Jetzt noch alle Mängel an Lack, Glas, Leuchten und Scheibenwischern notieren und ab damit zum Technik-Check in die Werkstatt.

Werkstatt-Check

- Prüfen: Beim Rundgang ums Auto machen sich die Profis selbst ein Bild. Was ist alles defekt? Was muss jetzt nachgebessert werden? Auf der Hebebühne ist der Blick frei auf Bremsen, Unterboden, Achsen, Auspuff und Stoßdämpfer. Nun ist auch eine gute Gelegenheit, Schäden am Unterboden zu beheben.

- Wechseln: Die Profis tauschen Winter- gegen Sommerreifen. Sie achten dabei auf Schäden, Alter und ausreichend Profil – drei Millimeter sollten es mindestens sein – und wuchten die Pneus vor der Montage aus. Schlussendlich wird ihnen die notwendige Dosis Luft verabreicht. Pneus mit indirektem RDKS benötigen ein Reset.

- Klima: Es ist das Thema des Sommers. Funktioniert die Klimaanlage? Hat sie eventuell ein Leck? Alle zwei Jahre empfiehlt die Werkstatt eine Wartung. Und auch wenn es im Auto nicht müffelt: Pollen- oder Aktivkohlefilter sollten besonders bei Allergikern im Auto jährlich ausgetauscht werden. Die kleinen Plagegeister fliegen mittlerweile das ganze Jahr.

- Auffüllen: Motoröl, Kühl- und Bremsflüssigkeit werden aufgefüllt. In die Scheibenwaschanlage kommt jetzt der Sommerreiniger im Kampf gegen Insekten, Baumharz & Co.

E-Autos im Check

Elektro-Fahrzeuge sind im Vergleich zu Benzinern und Dieseln grundsätzlich erst einmal weniger wartungsintensiv. Es gibt keine Abgasanlage, keine Zündkerzen, kein Ölfilter, keine Keil- und Zahnriemen, kein Kühler, weniger Verschleißteile und Betriebsstoffe.

Geruhsam zurücklehnen können sich E-Mobilisten deshalb nicht. Auch Stromer brauchen intakte Leuchten und Klimaanlagen, funktionierende Bremsen und Wischer, Lack- und Unterbodenpflege, glasklare Scheiben und rollsichere Reifen.

Die kleinen, feinen Unterschiede: Obwohl das Herzstück der Elektroautos, also die Batterie, wartungsfrei ist, kann die Werkstatt detailliert Auskunft über den allgemeinen Zustand sowie den Ladezustand geben, einem frühzeitigem Aus somit vorbeugen.

Große Aufmerksamkeit gilt auch den Reifen. Aufgrund des höheren Gewichtes der Fahrzeuge und des damit einhergehenden größeren Rollwiderstandes verschleißen sie schneller als die Pneus von Benzin- und Diesel-Autos. Neben dem kritischen Check benötigen sie deshalb auch mehr Luftdruck – je nach Fahrzeugtyp in der Regel 0,5 bar. pm

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