NIEDERSCHELDERHÜTTE: Funktion und Ästhetik unter einem Dach vereint

Ein optisches Ausrufezeichen

Funktion und Ästhetik vereint: Das neue Gebäude des Dentallabors ist ein echter Hingucker. Fotos: thor

28.09.2020

„Die Arbeitsabläufe besser zu gestalten, das war für uns das Wichtigste“, sagt Geschäftsführer Benjamin Kegler von Schönauer 2.    

Es ist nicht nur ein Ort für die Augen, sondern auch für die Ohren. Denn hier, im Büro von Klaus Peter Zahn, herrscht Stille, eine fast verdächtige Stille. Denn wenige Meter weiter unten zieht auf der B 62 der schier endlose Strom der Blechkolonnen vorbei. Doch der Geschäftsführer von „biss.art“ hat im 1. Stock alle Ruhe, die er für seine Arbeit braucht. Und nicht nur er.
    

Man könnte es als Randnotiz bei diesem Neubau-Projekt bezeichnen, denn eigentlich dominiert natürlich die Optik. Keine Frage: Die neue Heimat des Dentallabors unmittelbar an der Landesgrenze ist ein echter Hingucker geworden und alles andere als ein Fremdkörper an einem so typischen Standort der alten Siegerländer Montanindustrie, wo in der Vergangenheit ausschließlich die Funktion, nicht aber Ästhetik im Vordergrund stand. Hier zeigt sich nun, dass beides sehr gut miteinander zu vereinen ist. „Wir wollten ein Ausrufezeichen in der Architektur setzen“, sagt Benjamin Kegler – man will ihm nicht widersprechen.

Der Geschäftsführer aus dem Büro Schönauer 2 Architektur (Hünsborn) zeichnet für den Entwurf verantwortlich. Und stand am Anfang nicht nur vor einer Brachfläche, sondern vor einer echten Herausforderung. Denn einen Neubau exakt zwischen einem Verkehrskreisel, einer Bundesstraße und einer Bahnlinie zu konzipieren, ist schon eine Hausnummer. Was das Design anging, konnte Kegler den Bauherrn sofort überzeugen: „Der erste Entwurf saß.“ Und bis auf eine Tür sei auch alles genau so umgesetzt worden. Obwohl vonseiten der Ortsgemeinde gerne dreigeschossig gebaut worden wäre, blieb es auch bei den zwei Etagen.

„Die Firma muss am Gebäude erkennbar sein. Aber das Gebäude sollte nicht wie ein Dentallabor aussehen.“ Das Ziel klingt zunächst wie ein Widerspruch, ist aber tatsächlich keiner. „Konzentration auf das Wesentliche: Ruhe. Klarheit. Struktur“ – so fasst Kegler selbst den Entwurf in wenigen Worten zusammen. Es ist eine sehr geradlinige Formensprache, es gibt weder Sprünge in der Architektur noch im Material. Neben Glas und Aluminium dominiert vor allem der Sichtbeton im Inneren. Schon kurz hinter der Tür erwartet den Besucher ein großzügig gestalteter Innenbereich, keine Spur mehr von der Enge und den Zwängen am alten Standort in Gosenbach. Alles soll kompromisslos einladend wirken, ob man das Gebäude nun als Kunde, Techniker oder Geschäftsführer betritt.

Doch nicht Empfang oder Büros, nicht Sozialräume oder das Konferenz-Zimmer haben im Mittelpunkt der Planungen gestanden, sondern das Labor, die „Herzkammer“ von „biss.art“. Kegler: „Die Arbeitsabläufe besser zu gestalten, das war für uns das Wichtigste.“ Und daher wurden die Räume so angeordnet, dass ein wirklicher Kreislauf ohne unnötige Wege entstand. Darauf aufbauend wurden dann die weiteren Räume geplant.

„Am Anfang war es sehr, sehr sportlich“, blickt Kegler auf den Beginn der Bauarbeiten im September vergangenen Jahres zurück. Der ehrgeizige Zeitplan soll schließlich eingehalten werden. Doch es gab zwei kleine „Meilensteine“, wo der Puls des Architekturgestalters sukzessive beruhigt wurde: Noch vor Weihnachten war der Rohbau fertig, vor Ostern war dann der Estrich trocken. Da wusste Kegler, es klappt. „Wir waren am Ende sogar zwei Wochen früher fertig.“ So konnten in Gosenbach Ende August die Umzugskisten gepackt werden. Der Übergang verlief genauso reibungslos wie der Bau: Nur an einem einzigen Freitagnachmittag war das Dentallabor „off“ – um am Montag darauf in einer völlig neuen Atmosphäre wieder für die Kunden loszulegen. thor

Die Eckdaten

- Baubeginn: 10. September 2019
- Bauzeit: elf Monate
- Investitionssumme: 3,1 Mio. €
- Grundstücksfläche: ca. 1850 m²
- Bruttorauminhalt: 4200 m³
- Nutzfläche: 750 m²
- Abmessungen: 26,70 m x 17,68 m
- Stellplätze im Außenbereich: 24
- Material: Sichtbeton (innen und außen), Glas, Aluminium und Putzflächen.

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