Städtische Angebote: Fördermittel für die „Frühen Hilfen“ in Siegen wurden fast verdoppelt

Wichtige Unterstützung für Familien 

Eltern, die sich nach der Geburt ihres Kindes überfordert oder allein fühlen, können durch entsprechende Angebote der Stadt Siegen eine Entlastung erfahren. Fotos: pixabay

29.07.2022

Lotsendienste und Familienbüros bieten vielseitige Hilfe an.

Die schlimmen Monate der Pandemie haben gerade Eltern und Kinder in besonderer Weise belastet. Über eine lange Zeit schien nichts mehr so zu sein wie es einmal war – und an ein normales Leben, wie man es zuvor kannte, erinnerte kaum noch etwas.

„Um Familien in Siegen in diesem Zusammenhang bestmöglich zu unterstützen, wurden die Fördermittel für die ,Frühen Hilfen’ fast verdoppelt“, vermeldet die Stadt Siegen. Auch die Fördergelder aus dem Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ konnten aufgestockt werden.

„Unsere zahlreichen städtischen Angebote für Familien werden durch diese Landes- und Bundesmittel unterstützt. Das Wichtigste ist, dass die Angebote niederschwellig sind, das heißt, sie setzen dort an, wo und sobald sie von Familien benötigt werden“, erklärt Bürgermeister Steffen Mues, „beispielsweise, wenn sich Eltern nach der Geburt ihres Kindes unsicher, überfordert oder allein fühlen. Angebote müssen zu den Bedürfnissen der Familien passen und ineinander greifen. Als Beispiele dienen unsere im letzten Jahr eingeführten ‚Lotsendienste‘ in Kinderarztpraxen, die Weiterentwicklung des kommunalen Familienbüros und den Ausbau aufsuchender Angebote im Sozialraum Geisweid“, so Mues.

Wie Eltern und Kinder in ihrem Alltag unterstützt werden, erklären auch Susanne Wüst-Dahlhausen, Leiterin des städtischen Familienbüros, Angelika Bohn von der Sozial-, Jugendhilfe- und Bildungsplanung, sowie Birgit Schmidt aus der Servicestelle „Willkommen im Leben“, die unter anderem im Rahmen eines neuen Projekts als „Lotsin“ in einer Siegener Kinderarztpraxis arbeitet. „Als ‚Lotsin‘ berate ich und schaue, welche Unterstützung Eltern benötigen und vermittle dann entsprechend“, erklärt Birgit Schmidt. Je nach Bedarf „lotsen“ und begleiten sie und eine weitere städtische Mitarbeiterin Eltern dann in das passende Angebot.

Durch das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ wird der „Topf“ der „Frühen Hilfen“ in diesem Jahr von 58 420 Euro auf 101 429 Euro fast verdoppelt. Dabei sind die „Frühen Hilfen“ als erster Baustein in der sogenannten „kommunalen Präventionskette“ angelegt. Zu den Inhalten gehören der Aufbau von Netzwerken, der Einsatz von gesundheitsorientierter Familienbegleitung (etwa durch „Familienhebammen“) oder Projekte wie die „Willkommensbesuche“, die in enger Kooperation mit der DRK-Kinderklinik und dem Kinderschutzbund Kreisverband Siegen-Wittgenstein durchgeführt werden. „Wir arbeiten als städtische Jugendhilfe eng mit Kinderärzten, Hebammen und weiteren Institutionen zusammen und haben ein Netzwerk ,Frühe Hilfen‘ geknüpft, in dem alle Akteure beteiligt sind“, erklärte Susanne-Wüst-Dahlhausen.

Coronabedingt konnten die „Willkommensbesuche“ in 2020 und 2021 zeitweise nur eingeschränkt stattfinden und wurden durch kreative Zugangsmöglichkeiten wie Haustürkontakte, Spaziergänge mit Eltern oder Video- und Telefonberatungen ersetzt. Insgesamt erfolgten bis heute seit September 2008 rund 13 500 Besuche, damit werden rund 85 Prozent aller Familien mit Neugeborenen oder neu zugezogenen Familien mit Kindern unter drei Jahren erreicht. Aktuell dürfen die „Willkommensbesuche“ wieder stattfinden, so Birgit Schmidt.


"Angebote müssen zu den Bedürfnissen der Familien passen und ineinander greifen."

Steffen Mues
Bürgermeister der Stadt Siegen


Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt ist als zweiter Baustein das Programm „kinderstark – NRW schafft Chancen“ angelegt. Die Stadt Siegen wird 2022 rund 77 411 Euro an Fördergeldern erhalten, die unter anderem zur Finanzierung des neuen Lotsendienstes genutzt werden. Außerdem plant die Stadt, in diesem Jahr auf dem Lindenberg im „Zinzendorfhaus“ eine zentrale Anlaufstelle für Familien zu schaffen, eingebunden in das Gesamtkonzept eines Stadtteilzentrums. Eine Fachkraft für „Frühe Hilfen“ wird hier unter anderem Angebote für (werdende) Eltern entwickeln. In Geisweid konnte bereits in 2021 mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Landesprogramm „kinderstark NRW“ in der Hüttenstraße 16 c, in direkter Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendtreff, eine Anlaufstelle eingerichtet werden. Hier ist eine Mitarbeiterin des Familienbüros vor Ort erreichbar und entwickelt mit Familien gemeinsam Angebote, die die Bedarfe abdecken. Außerdem sucht sie auch Familien zu Hause auf, um intensive Beratung und Unterstützung anzubieten, wo es erforderlich ist.Weitergehende Informationen finden sich im Familien-Portal der Universitätsstadt Siegen unter www.familie-siegen.de. sz
    

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