KÜCHENTRENDS 2021: Durch Homeoffice und Homeschooling spielt sich ein Großteil des Lebens zuhause ab – und es wird insgesamt wieder mehr gekocht

Die eigene Küche gewinnt an Bedeutung


6.07.2021

Beim Thema Küche geht es vorrangig um Komfort, Funktionalität und Wohnlichkeit.

2021 war bislang wie 2020: Die Pandemie hat unser Leben ausgebremst, und gleichzeitig gewannen Prozesse an Fahrt, die sonst Jahre gebraucht hätten. Durch Homeoffice (und Homeschooling) verbringen die Menschen mehr Zeit zu Hause. Es wird häufiger – und mit wachsender Begeisterung – am heimischen Herd gekocht und die Küche als ganzheitlicher Lebensraum genutzt. Vorrangig geht es beim Thema Küche um Komfort, Funktionalität und Wohnlichkeit. Welche Features bei Möbeln und Geräten aktuell angesagt sind und welche Tendenzen sich für die Zukunft abzeichnen, zeigen die Ergebnisse einer Befragung unter den Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK).

- Planung und Grundriss: Die großzügige, offene Küche steht bei vielen nach wie vor ganz oben auf dem Wunschzettel, sie ist lässig und kommunikativ. In den meisten Neubauten gehören die fließenden Übergänge zwischen Koch-, Ess- und Wohnbereich zum architektonischen Standard. Hier werden gerne sogenannte PocketDoor-Schränke eingesetzt, mit denen die Küche im Nu verfügbar – und ruckzuck wieder unsichtbar ist. Hinter den hohen Türen, die beim Öffnen seitlich im Korpus verschwinden, kann eine Kaffeebar, eine Küchenzeile mit Geräten oder ein Regal mit Vorräten wunderbar versteckt werden. Gleichzeitig steigt der Bedarf an kleinen kompakten Küchen mit perfekt optimiertem Stauraum. Beliebt sind Koch- und Vorbereitungsinseln.

Ob Homeoffice oder das Sideboard neben dem Essplatz – Wohn- und Küchenmöbel aus einer Hand sorgen für einen einheitlichen Look. Dass ein hocheingebauter Backofen ein echter Komfortgewinn ist, hat sich herumgesprochen. Inzwischen findet die Idee, auch Weinkühlschränke, Kaffeeautomaten, Dampfgarer und Geschirrspüler in rückenfreundlicher Bedienhöhe zu platzieren, immer mehr Anhänger. Farben wie Grau und Schwarz und Eichenholz dominieren bei der Ausstattung, die meist Bezug auf das äußere Erscheinungsbild nimmt. Obligatorisch sind Beschläge mit Dämpfungssystemen, sie garantieren ein sanftes, kontrolliertes und geräuscharmes Schließen der Schubladen. So individuell wie das Innenleben wird von vornherein auch die Höhe der Arbeitsfläche geplant, nämlich genau passend zur Körpergröße des Nutzers.

- Der Look: Wie sieht die angesagte Küche denn nun aus? Auf jeden Fall zurückhaltend und geradlinig. Sie ist häufig grifflos und wird teils mechanisch, teils mit elektrischer Unterstützung geöffnet. Griffe sind allenfalls dezent und bestehen aus Metall. Oder Griffmulden und -leisten sitzen direkt in der Front, das gibt der Küche ein ruhiges Erscheinungsbild. Die aktuellen Stilrichtungen reichen vom Industrial Look über eine neutrale und pure Geradlinigkeit bis hin zum modernen und schlichten Landhaus-Look. Der traditionelle Landhausstil ist rückläufig. Zimmerpflanzen und Kräuter halten Einzug in die Küche, Stichwort Urban Farming. Neben dem klareren Skandi-Look gibt es auch Ausflüge in die rustikalere alpine Welt, Stichwort Holz und Natur. Stilmix ist der Schlüssel zu einer individuellen Gestaltung. Die klassisch-weiße Küche ist nicht wegzudenken, aber der Trend zur dunklen Optik bleibt: Die Möbelfronten präsentieren sich weiterhin in Schwarz und in Grautönen wie Anthrazit, Taupe oder Graphit. Dazu kommen warmes Beige und Sand sowie ausdrucksstarke Holz- und Betondekore. Wenn es dann doch einmal bunter zugeht, sind die Farben eher gedeckt oder mindestens pastellig.

Bei den Materialien liegt der Fokus auf matten Oberflächen in Lack, Lacklaminat, Schichtstoff und Melamin mit insgesamt steigendem Bedarf an Anti-Fingerprint-Ausstattungen. Dazu kommt hochwertiges Echtholzfurnier, ganz vorn Eiche. Reproduktionen von Holz sowie Beton punkten mit authentischer Farbigkeit und Textur. Der Anteil an Folienfronten sinkt. Analog zu den Möbeln zeigt die Farbpalette der Arbeitsplatten viele Grau- und Brauntöne sowie Schwarz. Gern gesehen sind Naturstein und Holz mit markanter Maserung und Struktur – ob echt, als Dekor oder originalgetreu nachgebildet aus Keramik. Schichtstoff, Holzwerkstoffe und Quarzkomposit ergänzen die Material-Range. Gefragt sind in erster Linie dünne Arbeitsplatten ab 12 Millimetern, aber auch Stärken um 40 Millimeter haben ihre Fans. Licht spielt in der Nische die größte Rolle, einerseits zur Beleuchtung der Arbeitsfläche, andererseits, um ein stimmungsvolles Ambiente im Raum zu erzeugen. Die Spüle bekennt inzwischen ebenfalls Farbe. Neben dem bewährten Edelstahl werden Keramik und Verbundwerkstoffe deutlich attraktiver. Die Armatur selbst erfüllt Profiansprüche aller Art: Ausziehbare Schlauchbrause, Trinkwasserfilter als Kombi mit Kühl-, Sprudel- und Kochendwassertechnik, Messbecherfunktion und Sensorbedienung lassen keine Wünsche offen.


"Es steckt in den Geräten viel Hightech und künstliche Intelligenz, die im Dienst von Komfort und Kulinarik steht."

Trendbarometer 2021/2022

Arbeitsgemeinschaft
Die Moderne Küche


- Technik für mehr Genuss: Viele Einbaugeräte wie Kühlschrank und Geschirrspüler sind vollintegriert oder verschwinden hinter großen Schranktüren, wohingegen Backofen & Co. meistens sichtbar bleiben. Es steckt in den Geräten viel Hightech und künstliche Intelligenz, die im Dienst von Komfort und Kulinarik steht. Es soll alles unkompliziert und intuitiv zugehen, beispielsweise per Sprach- und Gestensteuerung. Geräte sind miteinander und übergreifend mit der Haustechnik vernetzt, Stichwort Connectivity und Smart Home. Assistenzsysteme unterstützen bei Dosierung und Wartung, so beim Geschirrspüler oder Kaffeeautomaten. In offenen Grundrissen wird großer Wert darauf gelegt, dass sämtliche Geräte extra leise arbeiten.

Konkret nachgefragt sind bei Kühlgeräten größere Frischhaltezonen und clevere Stauraumlösungen, außerdem eine bequeme No-Frost-Ausstattung und ein geringer Energieverbrauch. Weintemperierschränke sollen kompakt und übersichtlich sein und getrennte Lager- und Temperaturzonen bieten. Induktion, am besten vollflächig und flexibel, macht Kochfelder schneller. Dunstabzüge sitzen über dem Kochfeld oder sind als Muldenlüfter in die Glaskeramikfläche integriert und reagieren idealerweise per Sensor selbstständig auf das Kochgeschehen. Backöfen, Dampfgarer und Mikrowellen sowie die populären platzsparenden Kombigeräte setzen auf vielseitige Beheizungsarten, Speed- und Automatikprogramme mit Geling-Garantie. En vogue ist Garen bei Dampf und Niedrigtemperatur mit der Sous Vide-Methode. Beim Geschirrspüler sind Geschwindigkeit, Energieeffizienz und ein hoher Hygienestandard die relevantesten Kriterien. amk
   

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