Knapp 300 Bewohner und Mitarbeiter von Kreuztaler Heimen sind mittlerweile geimpft

Die Spritze der Hoffnung

Der Kreuztaler Hausarzt Dr. Ala Alzeer bei der Impfung von Hildegard Jung im Kreuztaler Hans-Georg-Vitt-Seniorenzentrum. Foto: bjö

24.02.2021

"Für die Psyche war es gut“, umschreibt Sönke Hadem den Erleichterungseffekt der im Haus Hadem bereits erfolgten Impfungen der Bewohner wie des Personals; „jedem, der den Zweck der Impfung verstehen konnte, ist ein Stein vom Herzen gefallen.“ Und mittlerweile haben sogar die meisten Frauen und Männer im Bereich des „Service-Wohnens“, auch bekannt als „betreutes Wohnen“, die Vakzine erhalten, nachdem der Geschäftsführer Sönke Hadem in einem Brandbrief beklagt hatte, dass diese Bewohner trotz erheblicher Einschränkungen zu einem Termin im Impfzentrum erscheinen sollten. Den Verantwortlichen dort gelang es dann aber, 16 Impfdosen zur Verfügung zu stellen, die ein Arzt dann in Kreuztal verimpfen konnte.

Derweil weiß die Diakoniestation Kreuztal noch nicht, ob ihre Bereiche betreutes Wohnen und Demenz-WG mit einer Impfung in den Häusern rechnen können: „Wir haben einen schwachen Hoffnungsschimmer, dass das noch funktionieren kann“, verrät Stationsleiter Dietmar Braun auf Nachfrage. „Recht und gut abgelaufen“ sei die Impfung auch im Seniorenwohnpark Dicke Buche in Krombach, so die stv. Pflegedienstleiterin Evelina Wilhelm. Auch dort sei die Erleichterung der Geimpften spürbar – und die Hoffnung auf „eine Chance für die Zukunft, dass das Leben wieder anders wird.“ Laut Kreis waren bis vergangenen Freitag letzter Woche 240 Impfungen an Bewohnern und Mitarbeitern von Heimen im Kreuztaler Stadtgebiet abgeschlossen, 60 weitere sollen in diesen Tagen ihre zweite Impfung erhalten.

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„Lokale Oberarmreaktionen mit Schmerzen, ein bisschen Müdigkeit oder Kopfschmerzen“ seien die einzigen Rückmeldungen von Nebenwirkungen, von denen er aus der Impfaktion im Hans-Georg-Vitt-Seniorenzentrum erfahren habe, resümiert Dr. Ala Alzeer, der in der AWo im Ziegeleifeld bei über 100 Personen die Spritze setzte. Er gehört übrigens zu denen, die ihre Bereitschaft signalisiert haben, beizeiten auch in der eigenen Praxis Impfungen vorzunehmen.

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Genau das sei voraussichtlich auch „die Strategie, die die Impfung in die Fläche bringt“, glaubt sein Kreuztaler Kollege Dr. Charles Adarkwah, der selbst unter anderem im Haus Hadem, aber auch im Impfzentrum Eiserfeld ausgiebig geimpft hat. Machbar sei die Impfung in Praxen allemal, wie die 2000 Grippe-Impfungen innerhalb einer Erkältungssaison in der eigenen Praxis gezeigt hätten. Und die Corona-Impfung unterscheide sich nicht von anderen: „Weder ist die Nadel besonders dick noch besonders viel Flüssigkeit drin“. Die Hauptarbeit beschere die schriftliche Dokumentation.

Überhaupt spielt Bürokratie in Corona-Zeiten eine große Rolle: „Was man fast täglich an Verfahrensanweisungen bekommt, ist schon enorm“, klagt Simone Zimmermann über die Flut an sich ständig verändernden Verordnungen, wie sie als Geschäftsführerin der Mobilen Pflege Münker seit Monaten mitbekommt.

Die täglichen Touren des Pflegepersonals hat einer der ältesten privaten Pflegedienste im Siegerland eingegrenzt – zum Schutz der eigenen Mitarbeiter, um sie zu entlasten. Viele von ihnen müssten ihren Job mit den familiären Anforderungen des „Lernens auf Distanz“ ihrer Kinder vereinbaren. Simone Zimmermann ist stolz auf das Durchhaltevermögen ihres Teams: „Die Mitarbeiter sind `bombe`.“ bjö
  

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