Big Data Analysen

Ungenutzte Potenziale

Neue Technologien wie das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz oder Block Chain haben einen immer größeren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Ganz oben auf der Liste der geplanten oder bereits umgesetzten Technologien: Big Data. Immer mehr deutsche Unternehmen setzen auf die Auswertung großer Datenmengen – doch noch immer wird das Potenzial dieser Analysen nicht voll ausgeschöpft.

Mögliche und bestehende Kunden gezielter ansprechen und ihre Bedürfnisse besser bedienen können – diese Vorteile erhoffen sich Unternehmen von Big-Data-Analysen. Doch offenbar nutzen viele Unternehmen das Potenzial der Analysen gar nicht aus. Das ergab eine Umfrage des Digitalverband Bitkom. Danach erheben und analysieren die Unternehmen im Schnitt nur gut ein Drittel (35 Prozent) der möglichen Daten, die beim digitalen Kontakt mit ihren Kunden über Websites, Online-Shops oder Newsletter entstehen.


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Dabei ist der Umfang der Auswertungen je nach Größe des Unternehmens unterschiedlich: Laut Umfrage erheben und analysieren Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern immerhin 51 Prozent der möglichen Daten, während es bei Betrieben mit 100 bis 499 Beschäftigten nur 38 Prozent sind, bei kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sogar nur 33 Prozent. Vorreiter bei den Datennutzern sind laut Bitkom-Untersuchung Chemie- und Pharmaunternehmen mit einem Abdeckungsgrad von 43 Prozent, gefolgt von Automobilindustrie (40 Prozent), Handel (39 Prozent) sowie mit jeweils 38 Prozent Banken und Versicherungen sowie IT- und Telekommunikationsbranche.

Diese geringe Abdeckung liegt allerdings an mangelndem Vertrauen in die eigenen Datenschutzvorkehrungen: 65 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Nutzung von Daten und Analysen vollständig in Einklang mit den geltenden Datenschutzgesetzen stehe. Dass Unternehmen Big Data Analytics nicht stärker nutzen, hat andere Gründe. Laut Bitkom-Studie sind vor allem vier Gründe entscheidend für den Erfolg von Data Analytics: die richtige Strategie, eine passende Unternehmenskultur, das notwendige Personal sowie entsprechend definierte und implementierte Unternehmensprozesse. Davon jedoch, so die Bitkom, sei die Mehrheit der Unternehmen noch weit entfernt: So ergab die Studie, dass nur in knapp jedem dritten Unter nehmen (30 Prozent) die Datenanalyse in andere Unternehmensprozesse wie Marketing oder Vertrieb integriert ist.Zudem verfolgt nur jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent), das Daten an digitalen Touchpoints erhebt und analysiert, eine Strategie für digitale Kundeninteraktion. Und in nur fünf Prozent der vorgenannten Unternehmen gibt es eine eigene Abteilung für digitale Datenanalyse.


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Betrachtet man Big Data allein unter dem Aspekt „Data“, wird deutlich, dass heute Daten in einer Menge vorliegen wie noch nie zuvor. Denn immer mehr Geräte und Gegenstände werden im Rahmen von vernetzten Systemen wie dem Industrial Internet of Things mit Sensoren ausgestattet. Doch aus dieser Tatsache allein folgt nicht automatisch, dass Unternehmen diese Daten in einen Mehrwert übersetzen können. Vielmehr verursachen die Erhebung, Speicherung und Aufbereitung von Daten zunächst erst einmal hohe Kosten. In der Konsequenz verknüpfen heute immer mehr Unternehmen das Thema Datenqualität und Daten-Management mit dem Bereich Big Data Analytics, um hier Fortschritte zu erzielen.

Bei den konkreten Big-Data-Anwendungen sehen Experten aktuell einen Trend in Richtung Optimierung von Planungs- und Entscheidungsprozessen. Es geht dabei um die Analyse von Trends und Wahrscheinlichkeiten, um bessere Entscheidungen treffen zu können. Nicht mehr nur die Auswertung der eigenen Dateien steht dabei im Fokus, immer öfter geht es auch darum, die internen Datenbestände mit Daten aus externen Quellen anzureichern. Das so entstehende Wissen über Kundenverhalten oder Absatzchancen wird immer mehr zur Grundlage strategischer Entscheidungen.

Um im Wettbewerb künftig mithalten zu können, ist die Fähigkeit entscheidend, die eigenen Daten gewinnbringend einsetzen zu können. Und trotz aller Schwierigkeiten in manchen Unternehmen zeichnet sich nach Expertenmeinung eine Entwicklung ab, in der Big Data zum Standard zählt und nicht Option bleibt. So sei Big Data heutzutage integraler Bestandteil von vernetzten Systemen und Wertschöpfungsnetzwerken wie Smart Grid und Smart City - an Big Data führe also kein Weg mehr vorbei. Bitkom/aro
  

Wichtiger Hinweis!

Dieser Sonderteil wird erstmals auch auf der Homepage der Siegener Zeitung unter www.siegener-zeitung.de veröffentlicht.

Unter der Rubrik „Sonderthemen“ ist er dort für 365 Tage einsehbar.

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