Digitale Transformation

Die Mitarbeiter müssen mitziehen

  • Bei der rasant zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt spielt der Faktor Mensch auch weiterhin eine nicht unerhebliche Rolle. Foto: Pixabay

Die moderne Arbeitswelt wird mit zunehmender Geschwindigkeit durch die digitale Transformation verändert. Unternehmen weltweit investieren mit Hochdruck in die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse. Doch viele Mitarbeiter sehen die IT-Anforderungen nicht erfüllt. Um Prozesse erfolgreich zu digitalisieren und zu optimieren, sollten Arbeitsroutinen und Schnittstellen auch aus Sicht der Mitarbeiter analysiert werden.

Weltweit läuft in Unternehmen die digitale Transformation auf Hochtouren. Alles bestens, sollte man meinen – allerdings begeistert der Umgang mit neuen Technologien nicht jeden. Die Meinungen von Vorständen und Mitarbeitern über den Nutzen neu eingeführter Software, IT-Systeme und Apps geht weit auseinander, wie die Studie „Our status with tech at work: It’s complicated“ eines international tätigen Wirtschaftsberatungsunternehmens ergab. Dieser zugrunde liegt eine Befragung von 12.000 Führungskräften und Mitarbeitern aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Deutschland, Kanada, China, Hongkong, Indien, Mexiko, Großbritannien und den USA.Ergebnis der Studie: Mehr als 90 Prozent der Führungskräfte, aber nur 68 Prozent der Beschäftigten, sind zufrieden mit der Funktionsweise digitaler Lösungen und deren Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsprozesse. Dies hat sowohl Auswirkungen auf die Arbeitsqualität als auch auf das Betriebsklima.

Während neun von zehn der befragten Vorstände davon überzeugt sind, ihre im Unternehmen implementierten digitalen Lösungen erfüllten die Wünsche und Anforderungen ihrer Angestellten, teilt nur etwa die Hälfte der Beschäftigten weltweit (53 Prozent) diese Meinung. In Deutschland sind lediglich 55 Prozent der befragten Mitarbeiter der Ansicht, neu eingeführte Technologien in ihrem Unternehmen erleichterten ihre Arbeit und steigerten die Qualität.


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Mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter wissen laut Studie genau, welche Anwendungen dazu beitragen würden, in Zukunft die Qualität und Effektivität ihrer Arbeit zu verbessern. Entsprechend steigt in den Belegschaften in den einbezogenen Ländern auch der Wunsch nach mehr Mitsprache und Input, bevor in der Chefetage strategisch über die Einführung neuer Technologien entschieden wird.

Wie die branchen- und generationsübergreifende Erhebung weiter ergab, wünschen sich die Mitarbeiter zunehmend mobile Lösungen, doch lediglich 60 Prozent sind mit den vorhandenen Angeboten im Betrieb zufrieden. Die Entwicklung hin zur Arbeit 4.0 geht vielen offenbar nicht schnell genug voran. Mit der fortschreitenden Digitalisierung nehmen auch die Anforderungen im Job zu: Berufstätige stehen vor der wachsenden Herausforderung, sich möglichst rasch Know-how in der Nutzung neuer Anwendungen etwa im Bereich Robotic Process Automation (RPA) anzueignen. Im internationalen Vergleich sind Beschäftigte zwar bereit, sich im Schnitt 15 Stunden im Monat digital fortzubilden.Lediglich die Hälfte der Mitarbeiter und 64 Prozent der Manager sind aber zufrieden mit den Weiterbildungsangeboten ihrer Firma. Mitarbeiter in Deutschland und Großbritannien möchten sich im Schnitt zehn Stunden pro Monat digital weiterbilden, um für die anstehenden Veränderungen gewappnet zu sein – verglichen zu 20 Stunden in China und Hongkong sowie 24 Stunden in Indien. In Deutschland sind lediglich 47 Prozent zufrieden mit dem Fortbildungsangebot ihres Unternehmens. Zwar bevorzugen 45 Prozent der Mitarbeiter das persönliche Gespräch anstelle digitaler Kanäle, doch Routinearbeiten oder allgemeine Human-Resources-Angelegenheiten wie Dienst- oder Urlaubsplanung erledigt jeder zweite lieber auf digitalem Weg. Dadurch erlangen die Beschäftigten mehr Freiraum für anspruchsvollere Tätigkeiten. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Beschäftigten mit Führungsaufgaben fühlt sich allerdings häufig von neuen Technologien am Arbeitsplatz überfordert, 61 Prozent erklärten,sie müssten mehr Zeit darauf verwenden, die Anwendungen ans Laufen zu bekommen, als sie wollten.

Insgesamt nehmen neue Technologien einen immer größeren Raum in der modernen Arbeitswelt ein. Daher raten Experten dazu,Technologien unter Einbeziehung von Erfahrungen im Joballtag und den Belangen der Beschäftigten zu betrachten. Arbeitsabläufe sollten nach Zeit, Ort und Inhalt sowie Job-Routinen und Schnittstellen unter der Perspektive aller Beteiligten beleuchtet werden. Optimalerweise werden Mitarbeiter aus allen Bereichen und Ebenen an der Planung, Auswahl und Konfiguration innovativer Lösungen beteiligt. Und schließlich sollte es selbstverständlich sein, dass Unternehmen kontinuierliche Lernprozesse ermöglichen und dafür geeignete Bildungsangebote bereitstellen. ots
   

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