Wer Schädlingsbefall zuvorkommen will, sollte jetzt reagieren

Leimringe schon im Herbst anbringen

Zack, Leim drauf und die Schädlinge kommen nicht mehr den Baumstamm hoch. Den klebrigen Schutz trägt man am besten schon im Herbst auf. Foto: dpa

11.09.2022

Haben Sie schon mal vom Frostspanner gehört? Die Insekten kann man vor allem im Raupenstadium gut ausmachen: Der Frostspanner macht dann einen Katzenbuckel, wenn er sich fortbewegt. Doch die nett anzuschauende kleine Raupe kommt nicht alleine – und sie kann zur Plage werden. Daher bringen Hobbygärtner am besten im Herbst Leimringe um ihre Obstbäume im Garten an.

Im Frühling schlüpfen hellgrüne bis bräunliche Raupen, die sehr gefräßig sind. Sie durchlöchern von April bis Mai die Blätter, oft bleibt nur noch das Gerippe übrig. Auch die jungen Früchte der Obstbäume fallen ihnen zum Opfer.

Die Leimringe halten die Weibchen dieser Falterart von der Eiablage im Herbst ab. Sie können nicht fliegen und sie wandern daher in den kommenden Monaten über den Stamm in die Baumkronen. Dort erwarten sie die flugfähigen Männchen zur Begattung und Eiablage.

Die etwa handbreiten Papiere, die mit einem Spezialleim versehen wurden, kommen am besten um den Hauptstamm unterhalb der Kronenverzweigung, rät die Bayerische Gartenakademie. Aber auch Pfähle zum Abstützender Baumkrone sollten umleimt werden, denn sie können als Brücke für die Frostspanner dienen. Angebracht werden die Fangfallen am besten um die Zeit der ersten kalten Nächten im Herbst.

Es darf keine Schlupflöcher für die Falter geben. Gerade an älteren Bäumen mit knorriger Rinde muss daher die Stelle, um die das Papier kommt, möglichst geglättet werden. Außerdem werden die Fangringe oben und unten gut mit Schnüren festgezurrt.

Ja – das ist ein Nachteil dieser Methode zur Schädlingsbekämpfung. Das gefangene Raupen-Buffet lockt Vögel an, deren Schnäbel durch das Abpicken verkleben können. Die Gartenakademie rät, die Leimringe spätestens Anfang März wieder abzunehmen. Dann werden andere Insekten wie Marienkäfer und Ohrwürmer wieder aktiv und geraten in Gefahr, auch in den Fallen zu landen.

Trotzdem hat diese Methode Vorteile: Es ist eine giftfreie und damit vergleichsweise umweltfreundliche und laut den Gartenexperten aus Bayern auch sehr effektive Maßnahme gegen den Frostspanner. Mit Spritzmitteln würde man größere Baumkronen nur äußerst aufwendig und unzureichend behandeln können. dpa


Ab ins Winterquartier 

Dahlien und Co. unbedingt vor dem Nachtfrost einwintern 

Noch stehen Knollenbegonien, Dahlien, Gladiolen oder das Indische Blumenrohr, die Canna, draußen in Beet oder Kübel. Doch ist Nachtfrost angesagt, wird es diesen Knollengewächsen zu kalt. Sie sollten daher rechtzeitig ins Winterquartier umziehen, rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Nur in frostfreien Gegenden können sie noch bis Ende Oktober draußen bleiben.

Knollenbegonien gräbt man zuerst mit dem Ballen aus dem Boden. In einem frostfreien Raum bei zehn Grad werden sie dicht nebeneinander gestellt. Denn sie sollen abtrocknen, aber nicht völlig austrocknen. Nach etwa einem Monat kommen die trockenen Stängel, Wurzeln und Blätter ab. Jetzt können die Knollen in Sand gelagert werden. Dahlien werden eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten, faule Stiele entfernt.

Dann gräbt man die Knollen aus dem Boden, schüttelt die lockere Erde ab und lagert sie bei fünf Grad in Torf. Auch die Canna-Knollen überwintern in Torf, allerdings bei zehn bis fünfzehn Grad. Vorher schneidet man die Pflanzen zehn Zentimeter über dem Boden ab. Im Winterquartier die Erde ruhig hin und wieder etwas anfeuchten.

Tipp: Sie können die Canna über den Winter auch in einen Topf eingepflanzt ins Zimmer holen. In einem schönen Übertopf macht sie sich besonders gut, wächst weiter und blüht sogar. dpa
  

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