SIEGEN: Experten sehen in der andauernden Corona-Krise noch kein wirtschaftliches Absturzszenario für das Handwerk

Die Herausforderungen annehmen

  • Die Kreishandwerkerschaft setzt derzeit ganz deutlich auf das Thema Digitalisierung. Fotos: pixabay

„Allem voran können wir gerade auch in Zeiten der Krise nur betonen: Dem Handwerk geht es noch verhältnismäßig gut“, sagt Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd auf Anfrage der Siegener Zeitung. Natürlich gebe es Berufszweige, die noch immer enorm unter den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen hätten. „Und wir können natürlich jetzt nicht sagen, wie sich das Ganze entwickelt und ob das Handwerk am Ende nicht doch noch eine zweite Welle treffen wird. Aber in der gegenwärtigen Lage sind die Sorgenfalten auf der Stirn glatter als die in der Industrie.“

Und noch ein deutliches Signal sendet Jürgen Haßler in diesem Zusammenhang aus: „Gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass die Innungsarbeit wertgeschätzt wird und die einzelnen Betriebe von unserer Organisation profitieren.“ Dieser Zusammenhalt habe vielen in den zurückliegenden Wochen großen Mut gemacht und Stärke verliehen: „Von den insgesamt 1300 Betrieben, die in der Kreishandwerkerschaft organsiert sind, gab es dabei zu Beginn der Corona-Krise nur sechs Anfragen, ob Beiträge gestundet werden könnten. Auch das ist ein gutes Zeichen dafür, wie wichtig unseren Mitgliedern unsere Organisation ist.“


Gerade die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema.


Vielen Unternehmen sei zugute gekommen, dass man in der Kreishandwerkerschaft stets ein offenes Ohr für sie habe und für ihre Fragen und Probleme Lösungen aufzeigen könne. „Und es kam eben gerade den kleineren Betrieben zudem zugute, dass sie nahezu schnell auf die Corono-Soforthilfe zurückgreifen konnten“, sagt auch Frank Clemens, Obermeister der Innung für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Olpe. „Wie wichtig unser Verband ist, zeigt auch die Tatsache, dass wir seit Anfang des Jahres 15 Betriebe hinzugewinnen konnten“, freut sich Jürgen Haßler. „Und zum Glück ist auch eine befürchtete Ausbildungsmüdigkeit im Handwerk nicht eingetreten, obwohl ja gerade das Thema Praktikum unter den ganzen Sicherheitsaspekten alles andere als unproblematisch geworden ist.“

Die Ausbildungszahlen im Handwerk seien generell unverändert geblieben. „Und das ist eine doch sehr beruhigende Tatsache“, so Jürgen Haßler.


„Man spürt auch in den einzelnen Betrieben eine Zuversicht, dass man gemeinsam die Krise überwinden wird“, betont Frank Clemens. „Denn in den zurückliegenden Wochen ist es der Kreishandwerkerschaft gelungen, die von der Bundesregierung geforderten Sicherheits-Maßnahmen schnell und unproblematisch in die Praxis umzusetzen. Ich denke, das hat viele positive Effekte mit sich gebracht.“

Dem stimmt auch Jürgen Haßler unumwunden zu: „Wir als Kreishandwerkerschaft sind für unsere Mitgliedsbetriebe ein Multiplikator, wenn es darum geht, Fragen zu erörtern und Probleme zu bewältigen. Und das spüren die Unternehmen auch.“

Ein weiteres Thema, das sich künftig noch mehr im Handwerk durchsetzen wird, ist in diesem Zusammenhang auch die Digitalisierung.

„Ich denke, diese Krise hat vielen Betrieben schon jetzt gezeigt, was den ganz konkreten Umgang mit der Digitalisierung ausmachen kann, wenn man nur an die vielen Mitarbeiter im Home Office denkt“, sagt Frank Clemens. „Und Digitalisierung ist selbstverständlich auch bei uns in der Kreishandwerkerschaft ein ganz wichtiges Thema“, fügt Jürgen Haßler hinzu. „So bauen wir beispielweise für unsere Mitarbeiter das digitale System dahingehend aus, dass für viele von ihnen Home Office künftig unproblematisch möglich sein wird.“

Zudem wird die Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften schon bald Unternehmen eine App zur Verfügung stellen, die über sämtliche Neuerungen innerhalb der einzelnen Innungen informiert. „Ich denke, das ist auch gerade ein sehr interessanter Service für jüngere Menschen im Handwerk“, so Jürgen Haßler.

An weiteren Neuerungen innerhalb der Kreishandwerkerschaft steht die Bildung eines Junioren-Arbeitskreises auf der Agenda. „Wir möchten eben gerade die Jüngeren im Handwerk noch mehr für unsere Organisation begeistern und auch für das Eherenamt gewinnen“, so Jürgen Haßler. „Und wenn uns das mit einem solchen Arbeitskreis gelingt, in dem eben die ganz konkreten Anliegen der Jüngeren im Fokus stehen, dann haben wir schon viel gewonnen.“

Ebenfalls weiter ausbauen wird die Kreishandwerkerschaft ihre Social-Media-Präsenz auf Facebook und Instagram. „Es geht uns grundlegend darum, noch mehr junge Leute für das Handwerk zu begeistern“, so Jürgen Haßler. vg
  

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