Bürgermeister Christoph Ewers (links) und Christian Feigs, Wirtschaftsförderer und Stadtplaner der Gemeinde Burbach, über den Industriestandort, das Leben im Grünen und die Bedeutung kultureller Begegnungsstätten.

Im Gespräch


12.11.2021

Sehr geehrte Herren, welche Vorteile bietet der Wirtschaftsstandort Burbach?

Christoph Ewers: Die Gemeinde Burbach liegt im Herzen von Deutschland und im Zentrum von Europa. Mit der eigenen Anschlussstelle an die A 45 sind die Metropolen Rhein/Ruhr, Köln/Bonn und Frankfurt in circa einer Stunde hervorragend zu erreichen. Auch der Siegerland-Flughafen ist ein infrastrukturelles Pfund, was den Standort für Unternehmen interessant macht. Das Wirtschaftsprofil wird geprägt von einem mittelständischen, überwiegend Eigentümer geführten Branchenmix. Zahlreiche Firmen agieren international, manche sogar als Weltmarktführer. Als Verwaltung und Politik sind wir bemüht, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. Dazu gehört: ein seit Jahren stabiler Gewerbesteuerhebesatz auf niedrigem Niveau.

Was genau macht denn Burbach für Arbeitnehmer attraktiv?

Christoph Ewers: Zum einen die Fülle an modernen Arbeitgebern mit sehr guten Karrierechancen für Fachkräfte. Unsere Betriebe bilden in mehr als 100 Lehrberufen aus. Ergänzend zu den beruflichen Perspektiven ist Burbach mit seinen neun Dörfern eine sehr lebenswerte Gemeinde – zentral gelegen und trotzdem mitten im Grünen: Wir haben eine gut ausgebaute Kita- und Schullandschaft, ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot (etwa das Heimhof-Theater, ein beheiztes Freibad, demnächst das Begegnungszentrum Alte Vogtei), eine artenvielfältige Natur mit zahlreichen Schutzgebieten und Wandermöglichkeiten, eine gute Ausstattung des Einzelhandels für den täglichen Bedarf und ein lebendiges Vereinswesen. Dazu kommen preiswerte Baugrundstücke – Burbach ist eine echte Alternative zur Großstadt.

Und wie sieht die strategische Gewerbeflächenentwicklung der Gemeinde aus?

Christian Feigs: Da die Entwicklung von Gewerbeflächen ein langfristiger Prozess ist, hat Burbach im Schulterschluss mit der Gemeinde Neunkirchen frühzeitig das interkommunale Gewerbegebiet Rübgarten II nahe des Flughafens realisiert. Es weist eine Gesamtfläche von ca. 31 Hektar aus. Davon ist ein Drittel der Fläche bereits voll erschlossen, auch für die beiden weiteren Drittel besteht ein Bebauungsplan. Für eine verantwortungsvolle Vergabe der begehrten Flächen hat sich der hierzu gebildete Zweckverband der beiden Gemeinden der Maxime verpflichtet, schwerpunktmäßig arbeitsplatzintensive Unternehmen anzusiedeln – bevorzugt aus der Region.

Gibt es Kooperationen, Netzwerke, Förderprogramme etc. zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes?

Christian Feigs: Seit vielen Jahren gibt es enge Verbindungen der Wirtschaftsförderung im Rathaus zu den Unternehmen sowie den Schulen. Diese Vernetzung lässt sich etwa an Projekten wie der Ausbildungsmesse Südsiegerland, dem Arbeitskreis Burbacher Unternehmer, regelmäßigen Firmenbesuchen, der Vermittlung von Unternehmenspraktika und der Kooperation im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens Ökoprofit festmachen. Durch das gemeindeeigene Förderprogramm für das Bauen im Ortskern gelang es der Gemeinde seit 2010, private Investitionen in einer Höhe von ca. 23 Millionen Euro zu generieren – davon profitierten im Wesentlichen die lokalen Handwerksbetriebe.

Blicken wir abschließend noch in die Zukunft: Sehen Sie sich für diese gut gerüstet?

Christoph Ewers: Mit der Entwicklung des Gewerbegebiets Rübgarten II hat die Gemeinde frühzeitig ausreichende Gewerbeflächen für bereits heimische sowie neue Unternehmen vorbereitet, denen wir so langfristig eine sichere Perspektive aufzeigen können. In den vergangenen Jahren wurden wichtige Verkehrsachsen wie die Ortsdurchfahrten Dresselndorf und aktuell Würgendorf unter anderem für den Schwerlasttransport und die vielen Einpendler fit gemacht. Die Herausforderungen der Zukunft – demografischer, gesellschaftlicher und klimatischer Wandel – haben die Gemeinde veranlasst, ein strategisches Instrument zu entwickeln: die Burbach-Initiative Lebens-WERTE Dörfer. Dabei werden in Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern, den örtlichen Unternehmern, den öffentlichen Einrichtungen sowie der Politik Projekte für alle Lebens- und Arbeitsbereiche entwickelt.
   

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