SIEGEN: Der Industrie- und Gewerbepark Oberes Leimbachtal/Martinshardt setzt mit über 20 Unternehmen und 1000 Beschäftigten Maßstäbe für die Region

„Eine absolute Erfolgsgeschichte“

  • Der Industrie- und Gewerbepark Oberes Leimbachtal/Martinshardt (hier ein Bild aus den Tagen seiner Erschließung) ist mittlerweile fast komplett vermarktet und schafft bis heute positive Synergieeffekte für die Region. Fotos: Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen

vg. „Hier im Industriepark Oberes Leimbachtal/Martinshardt ist eine absolute Erfolgsgeschichte geschrieben worden“, sagt Abteilungsleiter Thomas Runge von der Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen. Überhaupt ist der Standort allem voran auch durch seinen geschichtsträchtigen Hintergrund bekannt.

Denn am Nordhang im Oberen Leimbachtal am Rande der Eiserner Gemarkung wurde bereits seit dem 16. Jahrhundert in der bekannten Eisenerzgrube namens „Grube Ameise“ gearbeitet.


Eine gezielte Vermarktung schafft bis heute positive Synergieeffekte.


Im Jahr 1908 wurde im Oberen Leimbachtal dann der Theresien-Stollen in Betrieb genommen, 1917 wurde eine Seilbahn gebaut, deren Hängeloren über das Leimbachtal und den Rosterberg in Richtung Eintracht führten. Durch die Jahr zehnte hindurch war hier der Erzbergbau dominierend – so lange, bis 1958 das letzte große Fördergerüst endgültig abgebrochen wurde und die umliegenden Gebäude weichen mussten. „Danach fungierte das Gelände lange Zeit als Inertstoffdeponie des Kreises Siegen-Wittgenstein, die mit ihrer Schließung dann lange Zeit einfach nicht mehr genutzt wurde und brach lag“, erinnert sich auch Dominik Eichbaum, Ansprechpartner für das Gewerbegebiet bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen.

Nach einer detaillierten Planungsphase, die mit zahlreichen Gutachten und Bodenanalysen einhergingen, gelang es der Stadt Siegen schließlich, auf dem ehemaligen Deponiegelände die Voraussetzungen für einen hochmodernen Industrie- und Gewerbepark zu schaffen.

„Dabei galt es, einige Herausforderungen zu bewältigen“, merkt Thomas Runge an. Das Projekt wurde in diesem Zusammenhang auch mit großer Unterstützung der Universität Siegen an Ort und Stelle vorangebracht.

„Schließlich war es das Ziel, für eine angemessene Standfestigkeit des Bodens auf dem gesamten Gelände für die Fundamente von unterschiedlichen Industriebetrieben zu sorgen“, führt Thomas Runge aus. Dabei wurden auch etwa 1 Mill. Tonnen Gestein und Material aus dem Bereich Oberes Leimbachtal zur benachbarten Martinshardt transportiert.

„Tierschutz war natürlich bei den Maßnahmen auch ein wichtiger Aspekt, den es mit zu berücksichtigen galt“, sagt Thomas Runge. „So wurden in Bezug auf den Bebauungsplan 5000 Quadratmeter Fläche aus dem Gelände herausgelöst, um ein Habitat für die bedrohte Art der Geburtshelferkröte zu gewährleisten.“ Eine weitere nicht zu unterschätzende Herausforderung lag schließlich im namensgebenden Teil des gesamten Gebiets begründet. „„So ist ein Großteil des ursprünglichen Leimbachs unter der Erde verrohrt, was ebenfalls bei den Baumaßnahmen berücksichtigt werden musste – alles in allem also eine wirklich komplexe Angelegenheit, die jede Menge Know How und strategische Herangehensweise erforderten“, sagt Thomas Runge.

Nach Abschluss aller Baumaßnahmen zur Erschließung des Geländes machte sich die Stadt Siegen dann im Jahr 2012 an die gezielte und aktive Vermarktung der Flächen. „Es gab eine enorm hohe Nachfrage“, erinnert sich Thomas Runge. Dabei legten die Verantwortlichen großen Wert darauf, alle Anfragen der Unternehmen genauestens zu prüfen und diejenigen in die engere Wahl zu nehmen, die für eine Nachhaltigkeit, Wertschätzung und erfolgversprechende Aktivität im Sinne der gesamten Region stehen würden.

Letztlich habe eine gezielte und systematische Vermarktung den Erfolg des Ganzen zusätzlich befeuert. „Keine Entscheidung im Hinblick auf die vielen interessierten Unternehmen wurde übereilt getroffen, sondern in Ruhe und Geduld“, merkt Dominik Eichbaum an. „Und das zahlt sich heute wirklich für den Standort und die Region aus.“   

Mittlerweile ist der an der A 45 verkehrsgünstig gelegene Industrie- und Gewerbepark Oberes Leimbachtal/Martinshardt bis auf eine kleine Restfläche komplett vermarktet. Vor Ort setzt ein Branchenmix aus klassischem Maschinen-Anlagenbau, Anwendungszentren für Robotik, Lager- und Logistik-Systeme, IT- und Anwendungssysteme für Industrie 4.0, Unternehmen für moderne Fenster- und Türen, Aufzugs-Technik, ein Dachspezialist, Hersteller von Spezialschrauben, Werbeagenturen und vieles mehr vor Ort besondere Akzente. „Es ist eben eine kunterbunte Mischung, die allen zugute kommt“, sagt Thomas Runge.

Stolz ist man allem voran auch auf die Inbetriebnahme der ersten Wasserstoff-Tankstelle für die Region hier im Gewerbepark. Fahrer von E-Autos mit Brennstoffzelle können nun also auch dank der „H2 Mobility Deutschland“ als Betreiber in Siegen ihr Fahrzeug auftanken.

Und auch die Pläne rund um die Erschließung des künftigen Gewerbegebietes „Martinshardt II“ in unmittelbarer Nähe werden bereits angegangen.
    

- Anzeige -
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.