SIEGEN: Schultes Nachfolger GmbH existiert seit 1919 und ist spezialisiert auf den Handel, die Vermietung und den Service von Volvo-Baumaschinen

Maschinen, die bewegen

  • Rund 600 Geräte der Marke Volvo befinden sich aktuell im Maschinenpark des Unternehmens, das seit 2017 im Gewerbepark Leimbachtal zu finden ist. Fotos: Schultes Nachfolger

wette. Sie buddeln und graben, lösen und bewegen, heben aus und verfüllen: Überall dort, wo schwere Massen bewegt oder bearbeitet werden müssen, kommen Baumaschinen zum Einsatz. Bagger, Radlader und Dumper zum Beispiel, ebenso Walzen oder Rüttelplatten. Ein Unternehmen, das sich mit alledem auskennt, ist die Schultes Nachfolger GmbH in Siegens Industrie- und Gewerbepark Oberes Leimbachtal/Martinshardt.

„Wir sind spezialisiert auf den Handel, die Vermietung und den Service von Volvo-Baumaschinen und beliefern Kunden in unterschiedlichen Industriezweigen“, sagt André Schmitz, der gemeinsam mit seinem Bruder Christian den Betrieb leitet. Vor neun Jahren haben die beiden die Geschäftsführung übernommen, nachdem sie im Jahr 2006 in das Unternehmen eingetreten waren. Unterstützt werden sie von Vater Wolfgang, der noch in beratender Funktion tätig ist.

Insgesamt mehr als 600 Geräte der Marke Volvo befinden sich zurzeit im Maschinenpark des Unternehmens und werden regelmäßig eingesetzt – von Unternehmen aus der Industrie, der Baubranche, dem Garten- und Landschaftsbau, der Abfall- und Entsorgungswirtschaft, dem Holzhandel oder aber auch von der öffentlichen Hand. Denn auch Städte und Gemeinden gehören zu den Geschäftskunden des heimischen Mittelständlers.


„Ewald Schultes würde vermutlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn er sehen könnte, was aus seinem Unternehmen geworden ist.“


„Der Trend geht dahin, dass zwar jedes Unternehmen seinen eigenen Fuhrpark besitzt, dass aber – um die Spitzen abzudecken – eben auch bedarfsgerecht gemietet und mit Abschluss der Maßnahme die Maschine wieder zurückgegeben wird“, erklärt André Schmitz. Und noch einen Vorteil biete der Fuhrpark im Gewerbegebiet, wie Christian Schmitz ergänzt: „Die Maschinen erinnern immer mehr an ein Schweizer Taschenmesser: Vor zehn Jahren etwa waren die Bagger nur mit Tief- und Grabenräumlöffeln ausgestattet. Heute gibt es gleich eine Vielzahl an Anbaugeräten, um die Anschlussarbeiten direkt vor Ort ausführen zu können.“

Die Idee, die dahintersteckt: Eine Maschine kann nun dank der verschiedenen Aufsätze gleich für mehrere Arbeiten eingesetzt werden – was im Umkehrschluss natürlich sowohl Arbeitserleichterung als auch Kostenersparnis bedeutet. Dass auch Anbaugeräte – wie Abbruchscheren oder Mulcher – anderer namhafter Hersteller auf dem 9000 Quadratmeter großen Firmengelände lagern und gemietet werden können, versteht sich von selbst. Das Mietgeschäft sei die eine Sache. „Unser Hauptgeschäft ist aber der Handel mit Baumaschinen“, sagt Christian Schmitz.


Schultes Nachf. GmbH

So seien im abgelaufenen Jahr etwa 330 Neu- und knapp 200 Gebrauchtmaschinen verkauft worden. „Ewald Schultes würde vermutlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn er sehen könnte, was aus seinem Unternehmen geworden ist.“ Ewald Schultes war es nämlich, der im Jahr 1919 den Betrieb gegründet hatte. Vertrieben wurden seinerzeit Werkzeuge und Baugeräte für den Siegerländer Bergbau. Als Ende der 1950er Jahre aber immer mehr Erzgruben im Siegerland geschlossen wurden, legte die damalige Geschäftsführung ihr Augenmerk auf den Verkauf und Service von Baumaschinen.

„Zunächst wurden Baumaschinen der Marke Zettelmeyer vertrieben. Und auch Hochbaukräne fanden sich im Sortiment“, weiß André Schmitz. Wichtigstes Jahr in der 101-jährigen Firmengeschichte war aber das Jahr 1989, als die Firma Zettelmeyer von Volvo übernommen wurde und der Siegener Betrieb – damals noch in Eiserfeld ansässig – tatsächlich so richtig an Fahrt aufnahm.

„Mit der Übernahme sind wir einer der ersten Volvo-Anbieter in Deutschland geworden. Von da an sind wir stetig gewachsen, wir hatten ja jetzt ein ganz anderes Kundenpotenzial“, ergänzt der Geschäftsführer. Der Vertrieb ist übrigens auch heute noch eine recht exklusive Geschichte, denn in ganz Deutschland gibt es insgesamt nur fünf Händler, die die Baumaschinen des schwedischen Premium-Herstellers verkaufen.

Entsprechend groß ist auch das Vertriebsgebiet der Schultes Nachfolger GmbH beziehungsweise der Unternehmensgruppe, die mit fünf eigenen Standorten und vier Kooperationspartnern ein flächendeckendes Netz an Mietstandorten geschaffen hat. Zu den eigenen Standorten gehören neben Siegen zudem Wissen, Gießen, Riegelsberg bei Saarbrücken und Konz bei Trier. Deutschlandweit arbeiten 80 Beschäftigte für die Unternehmensgruppe, am Hauptstandort in Siegen selbst sind es zurzeit 45. „Insgesamt neun junge Leute absolvieren aktuell ihre Ausbildung bei uns“, weiß Christian Schmitz. Sie gehören zu einer Zukunft, die auch in der Baubranche Veränderungen mit sich bringen wird. Denn die Maschinen werden moderner.

„Im Ketten- und Mobilbagger zum Beispiel kommen heute schon 2D- und 3D-Maschinensteuerungen zum Einsatz. Das heißt, dass Assistenzsysteme dabei helfen, die Arbeit noch genauer zu erledigen“, so André Schmitz. Christian Schmitz wiederum verweist darauf, dass Volvo auch in Sachen Elektromobilität als Vorreiter in Erscheinung treten wird. „In der zweiten Jahreshälfte wird ein kleiner Radlader mit Elektroantrieb auf den Markt kommen.“ Und auch im Segment Kompaktbagger wird es mit Blick auf den Antrieb zu Veränderungen kommen. Drittes Standbein neben den Bereichen „Mieten“ und „Kaufen“ ist der Full-Service des Unternehmens. Auf welcher Baustelle auch immer sich die Baugeräte gerade befinden: „Bei Problemen kommt unsere mobile Werkstatt zum Einsatz und kümmert sich“, erklärt Christian Schmitz. Selbstverständlich übernehmen Schultes Nachfolger auch erforderliche Inspektionen, die alle 500 Einsatzstunden anstehen.

Die Nachfolger von Ewald Schultes – in diesem Fall also André und Christian Schmitz – führen das Familienunternehmen nach der Übernahme von Vater Wolfgang in zweiter Generation mit großem Engagement fort. „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge hat hier bei uns jedenfalls hervorragend funktioniert“, so André Schmitz nicht ganz ohne Stolz. Man habe sich, als die Nachfolge geregelt war, bewusst für den Standortwechsel von der Eiserfelder Tretenbach ins Leimbachtal entschieden. „Wir brauchten eine größere Fläche. Und der neue Standort sollte verkehrsgünstig liegen.“ Im Jahr 2017 wurde der neue Firmensitz bezogen. „Einer der entscheidenden Faktoren für unseren nachhaltigen Erfolg ist die Tatsache, dass wir ein mittelständisches und inhabergeführtes Familienunternehmen waren und auch geblieben sind. Wir leben von dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter“, lobt Christian Schmitz. Kein Wunder also, dass das 100-jährige Bestehen im vergangenen Jahr auch mit den wichtigsten Menschen des Unternehmens gefeiert wurde: mit den eigenen Mitarbeitern.
   

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