PLÖTZLICH ALLEINE: Es gibt einige Unterstützungsangebote, die in der schwierigen Situation helfen können

Der Umgang mit dem Verlust

Wie tief und wie lange jemand nach dem Tod eines wichtigen Menschen trauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Damit dies nicht allein geschehen muss, gibt es Unterstützungsangebote. Foto: dpa

10.11.2021

Stirbt ein Mensch, fühlen sich Hinterbliebene mit ihren Gedanken und Gefühlen oft allein.

Nach dem Tod eines geliebten Menschen versinken viele Hinterbliebene in Trauer. Ein Prozess, bei dem es oft Unterstützung oder eine Begleitung braucht. Ob gute Freunde und Freundinnen, in einer Selbsthilfegruppe oder mit der Unterstützung eines Trauerbegleiters, die Möglichkeiten sind vielfältig.

Lindenschmidt Beerdigungsinstitut

„Theoretisch kann jeder Trauerbegleitung anbieten“, sagt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. In der Regel haben Trauerbegleiter eine Ausbildung absolviert und ein Zertifikat erworben, darauf sollte man auch achten.

Anlaufpunkte für Trauernde sind Selbsthilfegruppen und Vereine, Institutionen wie Wohlfahrtsverbände oder kirchliche Einrichtungen, Hospizeinrichtungen, speziell ausgebildete Psychotherapeuten, Bildungsträger, Bestattungsunternehmen oder geschulte Einzelpersonen. Erste Ansprechpartner sind dabei oft die Bestatter, welche mit Selbsthilfegruppen und Trauernetzwerken zusammenarbeiten. „Viele Bestatter sind zudem in Trauerpsychologie ausgebildet und begleiten Hinterbliebene oft seelsorgerisch über die Bestattung hinaus, sie bieten in ihren Räumen, oft ehrenamtlich, Trauergruppen und Trauercafés an“, erklärt Elke Herrnberger vom Bundesverband Deutscher Bestatter.

Angebote zur Begleitung gibt es bundesweit, eine Übersichtfindet sich beispielsweise in dem Verzeichnis trauergruppe.de, dem Portal www.gute-trauer.de oder auch auf verwitwet.de. Zusätzlich gibt es viele spezialisierte Angebote. Zum Beispiel Trauergruppen für Eltern und Geschwister vom Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister unter veid.de. Eltern, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, finden Angebote unter initiative-regenbogen.de.


Viele Bestatter sind in Trauerpsychologie ausgebildet und begleiten Hinterbliebene oft seelsorgerisch über die Bestattung hinaus.

Elke Herrnberger, Bundesverband Deutscher Bestatter


Menschen, die jemanden durch einen Suizid verloren haben schauen zum Beispiel hier: agus-selbsthilfe.de. Im Gruppenrahmen können Trauernde im Zusammensein und im Gespräch Unterstützung finden. Auch dabei gibt es Begegnungsmöglichkeiten wie offene und geschlossene Gesprächsgruppen, Wochenendseminare oder auch Trauerreisen, zählt Alexander Helbach auf. Viele der sich kontinuierlich treffenden Gruppen bestehen dabei aus einer festen Teilnehmerzahl. Die Treffen finden oft über Monate oder länger statt. Manche Trauernde brauchen oder suchen hingegen die Unterstützung im Einzelgespräch. „Das hängt davon ab, wer diese anbietet“, sagt Marianne Bevier vom Bundesverband Trauerbegleitung. Viele der Angebote, wie etwa von Kirchen und Hospizdiensten, sind spendenfinanziert und werden durch ehrenamtliche Arbeit unterstützt. Die Kosten sind dann gering, manchmal sind die Angebote sogar kostenlos. Eine individuelle Begleitung durch einen selbstständigen Trauerbegleiter hingegen kann in etwa so viel wie eine privat gezahlte Stunde beim Therapeuten kosten. Ein Richtwert sind knapp 60 Euro pro Stunde. Das muss man in der Regel selbst bezahlen. Zertifizierte Trauerbegleiter findet man auf der Website des Bundesverbands Trauerbegleitung. „Jeder Mensch erlebt die Phasen der Trauer individuell und braucht somit seine Zeit“, sagt Elke Herrnberger. Trauer sollte nicht verdrängt werden, da unverarbeitete Phasen und mangelnde Akzeptanz des Verlustes zu Krankheiten, Depression und seelischen Schäden führen können.

Die Prozesse hängen dabei von verschiedenen Faktoren ab, wie der Beziehung der Trauernden zum Verstorbenen, den Umständen des Todes oder auch der Lebensgeschichte, sagt Marianne Bevier. „Man geht davon aus, dass ein normaler Trauerprozess drei bis fünf Jahre dauert.“ Es gebe aber auch Begleitungen, die ganz kurz sind und welche, die einige Monate dauern. „Wichtig ist, dass im Blick bleibt, dass die Trauerbegleitung ein Ende hat.“ Ziel sei dabei, dass der trauernde Mensch seinen Weg in sein eigenes Leben wiederfindet. dpa


Grablichter mit LED sind Sondermüll

Kerzen auf Gräbern werden auch oft als ewige Lichter bezeichnet. Ewig brennen sie aber sicher nicht. Daher greifen immer mehr Grabbesitzer zu den bequemen und dauerhaften Varianten der Grablichter mit Batterien und LEDs. Mancherorts sind sie allerdings schon ein Problem geworden: Denn neben dem üblichen Plastikmüll, der dadurch anfällt, sind LEDs Elektromüll, der natürlich gesondert entsorgt werden muss.

LED-Lichter dürfen als Elektroschrott nicht im Hausmüll landen, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie müssen zu Sammelstellen von Elektromüll gebracht werden. Außerdem müssen Hersteller und Importeure die Lampen annehmen.

Auch wenn LEDs so praktisch erscheinen und dauerhafter sind als die Einweg-Grablichter mit Wachs, letztere sind laut Verbraucherzentrale umweltfreundlicher. Insbesondere, wenn es sich um Grablichter aus Glas handelt, in denen man einfache Kerzen platzieren kann. dpa


Wenn Angehörige zu Hause sterben

Stirbt ein Angehöriger daheim, muss er nicht umgehend aus der Wohnung oder dem Haus weggebracht werden. Selbst eine Aufbahrung ist zu Hause möglich, wie die Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas erklärt.

Die Tradition der Hausaufbahrung kennen viele nur aus Filmen. Sie sei aber zunehmend wieder im Gespräch, heißt es weiter. Manche Angehörige könnten durch die Aufbewahrung in vertrauter Umgebung den Tod und dessen endgültigen Charakter erst richtig begreifen.

Sofern die Verstorbenen nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gelitten haben, sei eine Aufbahrung im eigenen Zuhause mit oder ohne Sarg für ein bis zwei Tage möglich. Die Höchstdauer sei von Bundesland zu Bundesland verschieden. In der Regel müssen Verstorbene erst 36 Stunden nach Eintritt des Todes in eine Leichenhalle überführt werden. Abweichende Fristen bestehen in Brandenburg und Sachsen (24 Stunden) sowie in Thüringen (48 Stunden). dpa 
 

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