NETPHEN: Die katholische Pfarrkirche St. Martin richtet den Blick hinauf zu den Wolken / Der Garten Eden und weitere biblische Geschichten werden hier lebendig

Dem Himmel ganz nah sein

Alles in diesem Gotteshaus weist auf den Himmel hin. Die Pfarrkirche St. Martin zu Netphen zieht ihre Besucher auf nahezu magische Art und Weise in ihren Bann. Immer wieder treten aus den Höhen der gewaltigen Räume und Gewölbe mit ihren Säulen, Erkern und Gängen Charaktere der Heiligen Schrift hervor. Und überall findet man in lebendigen Bildern und bildlichen Geschichten die Nähe zum Buch der Bücher, zum lebendigen Wort Gottes. „Seit der großen Renovierung im vergangenen Jahr erstrahlt unsere Pfarrkirche dazu noch in einem völlig neuen Glanz“, so Pfarrer Werner Wegener. „Alles ist viel heller geworden, der Anstrich hebt die Gewölbe wundervoll hervor, und auch die mit Gold umspielten Säulen und die kunstvoll eingearbeiteten Blätter und Pflanzen aus Stein kommen jetzt richtig schön zur Geltung. Wir sind alle so zufrieden.“

Dem Himmel ganz nah sein Image 13

Bereits vom Eingang aus richten die steineren Stufen und die mächtigen Mauern der Fassade mit ihren hohen Türmen den Blick zu den Wolken hinauf. Passiert der Eintretende das schwere Bronzetor, auf dem lebendige Szenen aus dem ganz konkreten Gemeindeleben dargestellt sind, wie zum Beispiel auch eine Tauf-Szene, ein Gottesdienst oder eine Szene, die das Lebensende beschreibt, erreicht man die lichtdurchflute ten Hallen. Durch die gotischen Fenster umher strömt wundersame Helligkeit hinein und kündet damit vom Reich Gottes hier auf Erden. Überall wechselt man vorüber an Pflanzendetails und steinernem Blätterwerk, das sich um Säulen und Vorsprünge rankt und einen künsterlischern Hinweis auf den Garten Eben gibt. Und aus diesem Stein gewordenen Garten Eden erhebt sich alsbald ein neugotischer Hochaltar im Zentrum eines eindrucksvollen Alltarraums, in dessen oberem Drittel ein von Gold umspielter großer Pelikan in anumtiger Gestalt seine Jungen füttert. „Der Pelikan gilt seit jeher als Symbol für unseren Herrn Jesus Christus. Den Zusammenhang stellt ein alter Glaube dar, dass der Pelikan seine Jungen mit dem eigenen Blut füttert. Dieses Verhalten ist mit dem Tun und Handeln Jesu Christi vergleichbar, der eben auch sein Blut und damit sein Leben für uns Menschen hingab“, so der Geistliche. „Man findet das alte christliche Symbol des Pelikans nicht häufig in den Kirchen unserer Region, es taucht eher in besonders alten Kirchen in Süddeutschland auf, hier oft auf Kirchenfenstern, im Schnitzwerk an Altären oder auch auf Grabsteinen als sichtbares Zeichen für Hoffnung und Trost. Damit ist dieses figürliche Symbol schon etwas ganz Besonderes für unser Gotteshaus.“
    

Weiterhin kündet der Hochalter der Pfarrkirche in wundersamen, aus Holz geschnitzten Szenen der Heiligen Schrift von christlichen Wundern und bedeutenden Szenen wie auch jener Augenblick, in dem der Engel des Herrn im Garten Getsemani Isaak davon abhält, seinen eignen Sohn zu opfern. Er zeigt die Gaben des Hohenpriesters Melchisedek, der als König von Salem Brot und Wein hervorholte und Abram segnete. Aber er stellt auch das Abendmahl mit Jesus Christus dar, das der Herr gemeinsam mit seinen zwölf Aposteln zur Zeit des Pessachfestes vor seinem Kreuztod feierte.

Von der Orgelbühne der katholischen Pfarrkirche aus öffnet sich dem Betrachter aus luftiger Höhe ein wundervoller Blick in das Kirchenschiff hinein. Von hier aus ertönt zu den feierlichen Gottesdiensten die einprägsame Stimme des gewaltigen Instruments und unterstützt den Gesang der versammelten Gemeinde mit sanften Höhen und dunklen Tiefen. „Und natürlich findet sich der heilige Martin immer wieder in unserer Kirche, da er der Patron unserer Gemeinde ist“, so Pfarrer Werner Wegener. Die beispielhafte Tat jenes damals 17-jährigen Soldaten Martin von Tours (um 316 bis 397) im eiskalten Winter im Norden Frankreichs, mit der er einem Bettler vor dem Erfrieren half, als er den eigenen Mantel mit dem Schwert teilte, wird hier bilderreich und eindrucksvoll zugleich nacherzählt. „Der heilige Martin findet sich in manchen Figuren wieder, aber auch in den Türknäufen unserer Kirche“, so Werner Wegener. „Wir sollen eben in erster Linie daran erinnert werden, wie wichtig Nächstenliebe ist. Und Martin von Tours ist diesbezüglich wirklich ein leuchtendes Vorbild.“

Aber es gebe da eben noch einen ganz besonderen Schatz, den die katholische Pfarrkirche St. Martin in Netphen ihr Eigen nenne. Damit öffnet Pfarrer Werner Wegener eine Seitentür, die zu einem der ans Kirchenschiff angeschlossenen Nebenräume führt. „Hier diesen Schatz hat der Kirchengemeinde bereits vor vielen Jahrhunderten ein Papst Pius vermacht“, sagt Werner Wegener leise und deutet auf ein großes Kreuz aus Glas, in dem eine Reliquienkapsel eingefasst ist. „Darin liegt ein Splitter vom Kreuz, an das Jesus Christus geschlagen wurde“, erklärt der Geistliche. „An bestimmten Feiertagen tragen wir diese besondere Reliquie hier von der Pfarrkirche aus bei einem Umzug zur Kapellenkirche oben auf dem Kreuzberg.“
    

- Anzeige -
SPIE Lück GmbH
Casa Schwederski GbR
Malermeister Dietmar Jung
Tischlerei Dieter Bruch
SVB
Bernst Bernhard
Schreinerei Hassel
Kfz-Sachverständigenbüro Meiswinkel GmbH
Fliesen Hof
Afflerbach Bedachung
Harald’s Fahrradladen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.