FRÜHLINGSFIT: Aus dem dunklen Kellerverlies in die Fachwerkstatt – warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt für den Frühjahrscheck ist

Raus an die frische Luft

Die Verkaufsräume sind zwar geschlossen, die Werkstätten aber geöffnet: Wer schlau ist, bringt sein Fahrrad jetzt zum Frühjahrscheck – und kann dann, wenn die ersten Sonnenstrahlen zum Radeln einladen, direkt loslegen. Foto: Michael Wetter

11.02.2021

Noch sind die Wartezeiten gering. Doch das wird sich schon bald ändern.

Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, viel Schnee und gefährliches Glatteis: Wirklich viel spricht in diesen Tagen nicht für eine ausgedehnte Radtour an der frischen Luft. Und doch ist genau jetzt der perfekte Zeitpunkt, um das Zweirad nach der langen Winterpause wieder aus dem dunklen Kellerverlies hervorzuholen.


Die Lieferketten sind immer noch nicht richtig aufgebaut.

David Eisenberger
Zweirad-Industrie-Verband


„Auch in diesem Jahr sollte man sein Fahrrad zum Durchchecken möglichst früh in die Werkstatt bringen“, rät David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Jetzt, Mitte Februar, seien die Arbeiten in den Fahrradwerkstätten noch überschaubar und die Wartezeiten gering. Das aber werde sich schon in Kürze ändern, wenn die ersten Sonnenstrahlen zur Fahrt auf dem Drahtesel motivieren. Darüber hinaus, so der Experte, werde sich die Corona-Pandemie auch in diesem Jahr wieder sehr deutlich auf die Branche auswirken, die – ähnlich wie im vergangenen Jahr – eine besondere Situation mit neuerlichem Boom erwartet. „Es spricht doch gar nichts dagegen, das Fahrrad schon jetzt durchchecken zu lassen“, weiß David Eisenberger. Schrauben nachdrehen, Reifen überprüfen, Bremsencheck, Lichttest: „Ist das Fahrrad erst einmal durchgecheckt, verstellt sich ja nichts – und das Fahrrad ist in zwei Monaten direkt einsatzbereit.“ Was für die Fahrradreparatur in den Werkstätten gilt (sie dürfen auch im Lockdown geöffnet bleiben), hat übrigens auch für den Fahrradverkauf (die Verkaufsräume müssen geschlossen bleiben) Bestand. Auch hier: Der frühe Vogel fängt den Wurm. „Wenn man in diesem Jahr plant, ein Fahrrad zu kaufen, dann ist auch dafür genau jetzt der beste Zeitpunkt.“ Schließlich, so David Eisenberger, werde die Branche in den kommenden Monaten gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen haben.

Zu allererst gehe es dabei um die Verfügbarkeit. Normalerweise seien die Lager der Fahrradhändler im Februar eines Jahres zu 80 Prozent mit den im Vorjahr bestellten Rädern gefüllt. In diesem Jahr aber sei das anders, weil Teile der 2021er-Kollektionen, die bereits im Herbst 2020 ausgeliefert wurden, schon verkauft worden seien. Die großen Hersteller aber könnten nicht so schnell nachliefern, wie es erforderlich wäre, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Und damit wäre ein zweites, nicht unerhebliches Problem angesprochen.

Denn auch die Hersteller selbst haben große Lieferengpässe, warten zum Zusammenbau der Räder auf Komponenten und Zubehör: „Die Lieferketten, die im Frühjahr des vergangenen Jahres durch den Shutdown in Asien unterbrochen wurden, sind immer noch nicht richtig aufgebaut.“ Vieles sei teurer geworden, so dass sich die Produzenten Alternativen einfallen ließen. „Aus diesen Gründen rechnen wir auch in diesem Jahr mit einem eingeschränkten Warensortiment. Wir gehen davon aus, dass die Händler erneut von der Hand in den Mund leben müssen.“ Zwar werde im Laufe des Jahres sukzessive nachgeliefert und träfen immer wieder neue Modelle beim Händler vor Ort ein – dennoch sei Flexibilität gefragt, wenn dem Endkunden sein Wunschfahrrad eventuell nicht geliefert werden könne.

Um sich also in einigen Monaten nicht zwischen den Engpässen der Warenverfügbarkeit und der steigenden Nachfrage bewegen zu müssen, sei jetzt der perfekte Zeitpunkt zum Kauf. „Ich würde jetzt beim Händler durchs Fenster schauen oder bei ihm das neue Fahrrad bestellen, dann stehen die Chancen insgesamt noch gut, das Wunschmodell zu bekommen“, lautet der Rat des Fachmanns. Ja, die Verkaufsräume müssten in diesen Tagen geschlossen bleiben. Fernmündliche Geschäfte aber – also online, telefonisch oder zum Beispiel via Whatsapp – dürften geschlossen werden. wette

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