ENERGETISCH FIT MACHEN: Alte Immobilien haben Potenzial – in jeder Hinsicht

Klimaschutz durch Sanierung

Ist die Hausfassade nicht mehr schön oder gibt es bereits Schäden am Putz, dann sollte grundsätzlich über eine energetische Sanierung nachgedacht werden. Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com/Verbraucherzentrale Bundesverband e.V./akz-o

27.09.2020

Nach erfolgreicher energetischer Sanierung reduziert man nicht nur seine Kosten, die verminderten CO2-Werte kommen auch dem Klima zugute.

Laut Umweltbundesamt entfallen rund 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland auf Gebäude. Zudem wurden laut Deutsche Energie-Agentur zirka zwei Drittel aller Gebäude bereits erstellt, als es die Vorschriften zur Energieeinsparung bei Gebäuden noch nicht gab. Bei diesen Immobilien gibt es ein besonders großes Einsparpotenzial. Nach erfolgreicher energetischer Sanierung reduziert man nicht nur seine Kosten, die verminderten CO2-Werte kommen auch dem Klima zugute.
    

Viele Gebäude weisen zu wenig Wärmeschutz bei den Außenwänden auf oder es besteht Dämmungsbedarf beim Dach und bei Kellerdecken. Auch bei alten und undichten Fenstern und Außentüren besteht Sanierungsbedarf. Heizungs-Anlagen verlieren unnötig Wärme im Heizungskeller und über den Schornstein. Viele Kessel sind überdimensioniert und haben hohe Wärmeverluste. Zusätzlich sind Rohre oft nicht richtig oder überhaupt nicht gedämmt. „Ein neuer Kessel bewirkt schon viel. Mit dem Einsatz von erneuerbaren Energien kann noch mehr erreicht werden“, betont Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Wer eine neue Heizungsanlage benötigt, setzt am besten gleich auf Öko-Energie, zumal Heizöl und Erdgas auch durch die angekündigte CO2-Abgabe immer teurer werden. Ab 2021 müssen Verbraucher für jede Tonne CO2 extra zahlen und die Abgabe steigt in den folgenden Jahren.

Ist die Hausfassade nicht mehr schön oder gibt es bereits Schäden am Putz, dann sollte über eine energetische Sanierung nachgedacht werden. Gerüst, Putz und Farbe sind ohnehin notwendig und die Kosten für die Wärmedämmung fallen dann anteilig geringer aus. akz-o


Regelmäßige Information

Bessere Kontrolle des Energieverbrauchs dank fernablesbarer Zähler

Der Energieverbrauch in der Europäischen Union muss weiter sinken. Die Mitgliedsstaaten haben sich jährlich zur Reduzierung des Verbrauchs um 0,8 Prozent verpflichtet. Dazu soll auch die bereits Ende 2018 erfolgte Novellierung der EED beitragen, die in Deutschland eine Anpassung der Heizkostenverordnung zur Folge haben dürfte. Das wird Veränderungen für Vermieter und Mieter mit sich bringen.

Mithilfe fernablesbarer Zähler und Heizkostenverteiler sowie unterjährigen Informationen sollen gemäß EED zum Beispiel Mieter häufiger und besser ihren Energieverbrauch kontrollieren und optimieren können. Je einfacher die Ablesung dieser Verbräuche erfolgt, umso geringer ist der Aufwand dafür auf Mieterseite. Zentral verwaltete Ablesewerte der Anbieter ermöglichen es Mietern, sich regelmäßig per App, Web-Portal oder über andere Kommunikationswege über ihren aktuellen Heizenergieverbrauch zu informieren – nicht nur einmal jährlich in Form der Heizkostenabrechnung. Diese selbst kann so zudem problemloser und schneller erstellt werden. Die EED sieht vor, dass Verbraucher zunächst mindestens zweimal jährlich, auf Anfrage vierteljährlich, über ihren aktuellen Energieverbrauch benachrichtigt werden müssen, wobei es die Vorgaben zur Ausstattung und Informationspflicht nach der EED sowie Datenschutzvorgaben zu erfüllen gilt. Im Zuge dessen sollen ab dem 25. Oktober neu installierte Zähler und Heizkostenverteiler fernablesbar sein, wenn dies technisch machbar und kosteneffizient durchführbar ist. Ab dem 1. Januar 2022 sieht die EED eine mindestens monatliche Verbrauchsinformation vor, sofern eine Wohnung mit fernauslesbaren Erfassungsgeräten ausgestattet ist. Spätestens zum 1. Januar 2027 sollen alle bisher installierten Zähler entsprechend nachgerüstet oder ersetzt werden.

Der Service hat klare Vorteile: Bei Auszug eines Mieters oder dem Verkauf einer Wohnung lassen sich die Verbrauchswerte zeitnah und fehlerfrei erfassen. Der Nutzer und Mieter wiederum kann bei hohen Verbrauchswerten umgehend nach Einsparpotenzialen suchen und erlebt am Jahresende bei der Heizkostenabrechnung keine unliebsame Überraschung. djd
   

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