UMWELTPRÄMIE FÜRS E-AUTO: Bis zu 9000 Euro erhalten Autofahrer, wenn sie sich für den Kauf eines neuen E-Autos entscheiden

Kaufanreize für Elektroautos

Tankstopp auch fürs Bankkonto: Ist der Fördertopf nicht vorher schon leer, können Autofahrer noch bis Ende 2025 die E-Auto-Umweltprämie beantragen. Foto: dpa

19.08.2021

Doch Achtung: Ganz einfach ist das allerdings nicht.

Die Klimaziele des Bundes machen es möglich: Um bis 2030 möglichst 10 Millionen E-Autos auf den Straßen zu haben, ist der 2016 eingeführte Umweltbonus noch einmal um eine Innovationsprämie erhöht worden. Ist der Fördertopf nicht vorher schon leer, können Autofahrer so noch bis Ende 2025 den Zuschuss beantragen. Und das funktioniert folgendermaßen:

- Modell aussuchen: Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat auf seiner Internetseite eine Liste förderfähiger Fahrzeuge hinterlegt. Aktuell umfasst sie gut 500 E-Fahrzeuge: Wer sich daher für ein Fahrzeug interessiert, dessen Netto-Listenpreis sich an der Grenze von 40 000 Euro bewegt, sollte im Zweifelsfall noch einmal direkt beim BAFA nachfragen, so der ADAC.

Bei bis zu 40 000 Euro für das Basismodell gibt es insgesamt 9000 Euro. Liegt der Grundpreis zwischen 40 000 und 65 000 Euro, gibt es noch 7500 Euro dazu, darüber hinaus wird nicht gefördert.


"Wenn etwa der Antrag vor der Zulassung gestellt wird oder der Käufer gar nicht der Halter ist, wird das vermutlich einen Ablehnungsbescheid zur Folge haben."

Markus Schäpe
Leiter der Juristischen
Zentrale des ADAC


- Auto kaufen: Hier ist darauf zu achten, dass auf der Rechnung des Händlers der Herstelleranteil an der Förderung ausgewiesen ist. Dies ist für die Gewährung der Förderung wichtig. „Leider sind die Förderrichtlinien in diesem Punkt nicht eindeutig genug. denn es ist unklar, ob der Herstelleranteil wirklich als solcher bezeichnet werden muss, oder ob es reicht, wenn ein Nachlass ohne nähere Bezeichnung auf der Rechnung auftaucht“, sagt Markus Schäpe, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. Die eigentliche Fördersumme teilen sich Hersteller und Bund. Beträgt der Netto-Listenpreis eines Fahrzeugs beispielsweise 39 000 Euro, fördert der Bund den Kauf mit 6000 Euro, die später direkt an den Halter ausbezahlt werden.

„Der Anteil des Herstellers am Umweltbonus beträgt dann 3000 Euro, die auf der Rechnung erst einmal als Mindestnachlass abgezogen werden“, erklärt Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). „Darüber hinaus kann der Händler noch einen eigenen Nachlass von beispielsweise 1000 Euro gewähren, welcher auf der Rechnung auszuweisen ist.“ Der Netto-Kaufpreis für den Kunden betrage dann 35 000 Euro. Verfüge das Auto über eine Sonderausstattung, werde die erst danach zum Kaufpreis addiert.

- Antrag online ausfüllen: Der eigentliche Antrag muss online gestellt werden. Dies kann der Käufer und spätere Halter selbst machen oder es dem Autohändler als „Dienstleister“ überlassen. Überlässt der Käufer die Antragstellung dem Händler, sollte er sich vergewissern, dass alle Angaben korrekt sind und der Antrag nicht zu früh abgeschickt wurde. „Wenn etwa der Antrag vor der Zulassung gestellt wird oder der Käufer gar nicht der Halter ist, wird das vermutlich einen Ablehnungsbescheid zur Folge haben“, warnt Schäpe.

Der ADAC empfehle daher, den Antrag selbst zu stellen. Der Umweltbonus wird immer nur an denjenigen, auf den das Fahrzeug zugelassen wird, ausgezahlt. Angefügt werden muss dem Antrag eine Kopie der Fahrzeugrechnung, auf der die einzelnen Posten wie Herstelleranteil und Sonderausstattungen klar aufgelistet sein müssen. „Alle Positionen auf dieser Rechnung müssen zudem exklusive der Mehrwertsteuer ausgewiesen sein“, erklärt Weller.

- Die Post ist da: „Seit der Bund die Fördersumme erhöht hat, hat auch die Zahl der Anträge erheblich zugenommen. Wartezeiten von drei Monaten und mehr sind daher nicht ungewöhnlich“, sagt Weller. Der eigentliche Zuwendungsbescheid kommt mit der Post als Brief. Parallel dazu wird die Summe auch auf das Konto des Fahrzeughalters überwiesen. „In dem Zuwendungsbescheid wird auch noch einmal darauf hingewiesen, dass der Wagen mindestens sechs Monate auf den Halter zugelassen sein muss, ansonsten muss der Zuschuss zurückerstattet werden“, sagt Weller. Beim Leasing sei die Förderung noch einmal gestaffelt und hänge von der Leasingdauer ab. dpa

Horst Wahl GmbH & Co.KG

Testwoche für Betriebe

IHK Siegen unterstützt „Europäische Mobilitätswoche“ im September

Siegen/Olpe. Die IHK Siegen beteiligt sich in diesem Jahr an der Kampagne der „Europäischen Mobilitätswoche“ und bewirbt das Betriebliche Mobilitätsmanagement mit einer „E-Mobilitäts-Testwoche für Betriebe“. Unternehmen können in diesem Zeitraum die E-Mobilität der beteiligten Autohäuser für ihren Fuhrpark nutzen.

Eine Vielzahl von Elektro-, Hybrid-, aber auch Wasserstoff-Fahrzeugen der Automarken Audi, BMW, Citroën, Dacia, Ford, Hyundai, Mercedes Benz, Land Rover, Mini, Peugeot, Seat, Skoda, Subaru, Suzuki, Toyota und Volkswagen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe stehen in dieser Woche den Unternehmen zur Verfügung. Weitere Marken werden gerne noch aufgenommen. Das Angebot schließt die unterschiedlichsten Kfz-Modelle vom Elektro-Kleinwagen über E-Nutzfahrzeuge bis hin zur E-Oberklasse ein, so dass jedes Unternehmen oder jeder Dienstleister einen passenden Pkw im betrieblichen Einsatz testen kann. Die vertragliche Regelung zur Kfz-Nutzung obliegt den Händlern. Zu finden ist das umfangreiche Angebot mit den direkten Ansprechpartnern auf der Homepage der IHK Siegen unter ihk-siegen.de/mobilitaet/.

IHK-Verkehrsreferentin Meike Menn sieht den Vorteil des Angebotes darin, dass die Fahrzeuge unmittelbar erlebbar werden: „Nutzen Sie die Möglichkeit, wählen Sie ein Elektro-, Hybrid- oder auch Wasserstoff-Fahrzeug aus und kontaktieren Sie den Händler! Es lohnt sich, die Handhabung eines E-Autos oder auch die Geeignetheit eines Hybrid-Wagens im Echtbetrieb selbst zu testen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Elektromobilität sei ein wichtiger Baustein für das Betriebliche Mobilitätsmanagement. Die Nutzung des ÖPNV, Lastenfahrräder und Car-Sharing vervollständigten die Angebotspalette. Passend zur „Europäischen Mobilitätswoche“ bietet die IHK Siegen zudem gezielt Webinare zur Elektromobilität an, so dass offene Fragen rund ums Thema direkt beantwortet werden können:

- 22. September, 10 bis 11.30 Uhr, Allgemeines zum Thema E-Mobilität und Förderung“, Referent: Ewald Schäfer, Die Elektromobilitätsförderer, Wuppertal. Anmeldung: events.ihk-siegen.de/termine/832/.

- 24. September, 10 bis 11.30 Uhr, „Klimafreundlich und günstig Laden mit Photovoltaik“, Referent: Rüdiger Brechler, Die Elektromobilitätsförderer, Wuppertal. Anmeldung: events.ihk-siegen.de/termine/833/.

- 30. September, 14 bis 15.30 Uhr, „Ladeinfrastruktur und Förderung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen“, Referent: Eckhard Wiese, MENNEKES Elektrotechnik, Kirchhundem. Anmeldung: events.ihk-siegen.de/termine/834/.

Die Webinare sind kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich unter https://events.ihk-siegen.de/termine/.

Ansprechpartnerin bei der IHK Siegen ist Meike Menn, Referatsleiterin Verkehr und Mobilität. Telefonisch zu erreichen ist sie unter (0271) 3 30 23 19 oder per E-Mail an meike.menn@siegen.ihk.de.

Die „Europäische Mobilitätswoche“ findet vom 16. bis zum 22. September statt. Die Kampagne der Europäischen Kommission bietet die perfekte Möglichkeit, die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität erlebbar zu machen. Jedes Jahr werden im Rahmen der Aktionswoche innovative Verkehrslösungen erprobt. Zudem wird mit kreativen Ideen für eine nachhaltige Mobilität in den Kommunen geworben, heißt es abschließend. sz

Spezialfall Gebrauchtwagen

Auch für Gebrauchte kann eine Förderung beantragt werden, hier allerdings gelten noch einmal andere Voraussetzungen. Ein gebrauchtes E-Auto muss erstmalig nach dem 4. November 2019 in der EU zugelassen worden sein sowie nach dem 3. Juni 2020 und bis zum 31. Dezember 2021 eine Zweitzulassung in Deutschland erhalten. „Dabei darf es nicht länger als zwölf Monate erstzugelassen gewesen sein, damit der Umweltbonus beantragt werden kann“, sagt Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Entscheidend sei hierbei die tatsächliche Dauer der Zulassung, nicht das Baujahr. „Selbst wenn das Fahrzeug älter als 12 Monate ist, aber bisher nur für sechs Monate zugelassen wurde, ist es förderfähig.“ Daneben müsse der Verkaufspreis mindestens 20 Prozent unter dem Netto-Listenpreis liegen. Auch darf der junge Gebrauchte nur eine maximale Laufleistung von 15 000 km und noch keine Förderung erhalten haben. Aber: „Die Förderung für einen Gebrauchtwagen kann nur dann beantragt werden, wenn es sich nicht um einen privaten Gebrauchtwagenkauf handelt“, erklärt ADAC-Jurist Schäpe.

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