ERNTEGLÜCK: Mit Samen oder Setzlingen lässt sich der Speiseplan bereichern

Leckeres in Bioqualität

Tomaten mögen es warm und sonnig, haben viel Durst und enormen Appetit. Foto: Hauert

30.03.2021

Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, können die Setzlinge ins Beet. 

Was haben Gurken, Zucchini, Kürbis, Paprika und Tomate gemeinsam? Klar, es sind alles leckere Gemüsesorten, mit denen man tolle Gerichte zaubern kann. Aber auch bei Standort und Pflege stellen die Pflanzen ähnliche Ansprüche. Sie mögen es warm und sonnig, haben viel Durst und enormen Appetit.
       

Ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, können die Setzlinge ins Beet. Man bekommt sie dann überall im Fachhandel. Immer mehr Hobbygärtnern macht es heute aber auch wieder Spaß, die Pflänzchen selbst aus Samen zu ziehen. Dazu braucht man kein Gewächshaus. Ein paar kleine Blumentöpfe und ein heller Platz auf der Fensterbank reichen aus. „Wer keinen Garten hat, muss auf das eigene Ernteglück nicht unbedingt verzichten“, sagt der Experte Ludwig Eberspächer.

„Zucchini und Co. lassen sich ebenso auf einem Balkon, der Terrasse oder in einem Innenhof anbauen. Besonders Südost- oder Südwestlagen eignen sich für die wärmeliebenden Pflanzen. Damit sich das Wurzelwerk der Starkzehrer gut ausbreiten kann, sollten sie allerdings nicht in einen Balkonkasten, sondern in einen ausreichend großen Kübel gesetzt werden. Einige kleinwüchsige Tomaten- und Paprikasorten kommen mit einem Volumen von zehn bis 20 Litern zurecht, für alle anderen müssen es mindestens 40, besser noch 60 Liter sein. Darin können sogar bestimmte Kürbissorten gedeihen.“

Obwohl sie viel Wasser benötigen, mögen die Pflanzen keine Staunässe. Deshalb sollten alle Gefäße an der Unterseite Löcher aufweisen. Ob im Kübel oder im Beet, mit Gießen allein ist es natürlich nicht getan. Damit sich viele aromatische Früchte bilden, erfolgt idealerweise bereits beim Auspflanzen der Setzlinge die erste Düngergabe. Wer das eigene Gemüse in Bioqualität ernten möchte, greift zu einem organischen Produkt. Das versorgt die Pflanzen zuverlässig mit allem, was sie brauchen, und gewährleistet so ein gesundes Wachstum. Übrigens: Um die Wurzeln später nicht unnötig zu verletzen, empfiehlt es sich, Tomaten-Stützen und Gurken-Rankhilfen ebenfalls direkt beim Auspflanzen in die Erde zu stecken.

Bei einer Erdtiefe von 30 Zentimeter lassen sich Flachwurzler wie etwa Spinat, Zwiebeln, Radieschen, Kräuter sowie die meisten Salatarten ziehen. Wer Bohnen, Möhren oder Erbsen anbauen möchte, muss den Wurzeln schon etwa 50 Zentimeter Raum geben. Nicht empfehlenswert für diese gemischten Mini-Gärtchen sind übrigens die meisten Starkzehrer, denn sie würden mit ihrem Ausbreitungsdrang den anderen Pflanzen zu wenig Raum lassen.

Bei einer durchdachten Kombination und guten Versorgung der Kräuter und Gemüse ist es möglich, das Hochbeet in eine dauerhaft begrünte Fläche zu verwandeln, in der, sobald etwas abgeerntet ist, sofort nachgepflanzt oder -gesät wird. So wird der Speiseplan vom Frühling bis in den Herbst hinein ständig mit gartenfrischen Leckereien bereichert. bgl


Schneller und satter ernten

Eine Kiste ist das Zaubermittel für eine frühere und oft bessere Ernte

Die meisten Menschen mögen schnellen Erfolg. Und Gartenbesitzer eine schnelle Ernte. Den ersten Salat aus dem eigenen Garten, ein paar Radieschen dazu kann man beschleunigen – mit einem Frühbeet. Einer schlichten, aber sehr effizienten Kiste.

„In diesem Beet werden die Pflanzen früher gezogen und natürlich kann man auch im Herbst die Saison noch um einige Wochen verlängern. Es wächst einfach alles schneller im Frühbeet“, sagt der Gärtner Jörn Pinske. Um drei bis vier Wochen lässt sich zum Beispiel die Ernte von Feldsalat und Spinat vorziehen, ergänzt die Buchautorin Karla Krieger.

Ein Rahmen und eine transparente Abdeckung aus Glas oder Kunststoff machen das Beet zu einer Art Sonnenspeicher für kalte Tage und Nächte. Die Sonnenstrahlen erwärmen wie auch auf dem freien Beet den Boden, aber im Frühbeet hält die transparente Abdeckung dann die Wärme lange im Inneren des Kastens.


"Es wächst einfach alles schneller im Frühbeet."

Jörn Pinske
Gärtner


Dieser Effekt könne mit einfachen Maßnahmen gesteigert werden, ergänzt Karla Krieger. Der Rahmen sollte möglichst winddicht sein, und er kann zusätzlich gedämmt werden. Dafür eignen sich Styrodurplatten, die im Gegensatz zu Styropor kein Wasser aufnehmen. Ideal ist es, wenn die Platten mindestens 30 bis 40 Zentimeter in den Boden eingelassen werden.

Aber nicht nur eine frühere – und im Herbst längere – Ernte ist dank des Frühbeetes möglich. Experte Pinske empfindet die Qualität des Salates aus der Kiste zum Saisonanfang besser. „Während ein Salat aus dem Freiland im Frühling oft knackig-hart ist, hat der Salat aus dem Frühbeet eine frische, keinesfalls weiche Konsistenz.“ Neben dem klassischen Salat können im Frühjahr zum Beispiel Kohlrabi, Radieschen, Rettich und Asia-Salate im Frühbeet kultiviert werden. „Wer den Platz optimal nutzen will, sät in die Zwischenräume Kresse“, rät Pinske. Und auch früh eingekaufte Beet- und Balkonpflanzen, die einem Spätfrost zum Opfer fallen drohen, können darin gelagert und zudem Zwischenstation für Aussaaten und Stecklinge sein. Anschließend lässt sich das Frühbeet aber auch noch nutzen – und zwar für wärmeliebendes Gemüse, das in unseren Breiten zu wenig davon abbekommen würde. Etwa Melonen. Oder auch Gurken gibt Pinske ins Frühbeet, genauso wie Brokkoli und Blumenkohl.

Aber man muss beachten, dass es den Pflanzen im Sommer auch zu heiß im Kasten werden kann. „Heizt sich das Frühbeet zu stark auf, so ist dies schädlich für das Pflanzenwachstum. Deshalb sollte es hoch genug sein“, rät Krieger. Die Pflanzen sollten also immer ein wenig Abstand zur oberen Abdeckung haben.

Frühbeete, die mit Salat, Kräutern, Spinat oder Radieschen bepflanzt werden, sollten daher rund 40 bis 50 Zentimeter hoch sein. Größere Pflanzen kommen besser in einem Folientunnel unter. Im Herbst und in Richtung Winter wird das Frühbeet dann Unterkunft für unempfindliche Pflanzen, deren Ernte sich so über den Winter hindurchziehen kann. Krieger rät zu den verschiedenen Salaten. Alternativ kann die Box als Lagerort für Wurzelgemüse wie Möhren und Pastinaken dienen. Sie brauchen nur ein Sandbett im Kasten.

Im Handel gibt es tolle Frühbeete aus Alu, verzinktem Stahl und Holz zu kaufen, man kann die Box aber auch selbst bauen. „Es sind alle Baustoffe geeignet, die Wind abhalten und entweder selbst dämmend sind oder die man zusätzlich dämmen kann“, erklärt Karla Krieger.

Sie rät zu Plexiglas-Stegdoppelplatten statt Glas. Zwar liegen deren Anschaffungskosten höher, sie sind aber deutlich leichter als die Glasplatten und sie vergilben anders als andere Plastikhauben kaum, so dass das für die Pflanzen wertvolle Sonnenlicht in voller Stärke eindringen kann. Pinske gibt allerdings zu bedenken, dass zu leichte Fenster vom Wind aufgehoben und weggeweht werden können. dpa
  

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.