SAISONBEGINN: Das beginnende Frühjahr eignet sich ideal für die Planung von kleinen oder auch größeren Maßnahmen im Garten

„Gärtnern macht glücklich!“


30.03.2021

Die Anlage von Gemüsebeeten erfuhr im vergangenen Jahr coronabedingt einen großen Aufschwung. 

Endlich ist es zurück: das Frühjahr! Lange mussten wir warten, jetzt jedoch kommen Harke, Schaufel und Co. wieder zum Einsatz und bereiten Garten und Balkon auf die wärmere Jahreszeit vor. Was es dabei zu beachten gilt, darüber gibt die Burbacher Garten- und Landschaftsarchitektin Beate Flender-Dietewich, Mitglied für den Gartenbauverband im Landschaftsbeirat des Kreises Siegen-Wittgenstein, stellvertretend Auskunft.
      

Wie sehr sehnen sich die Menschen gerade jetzt nach dem Frühling?

Beate Flender-Dietewich: Nach einem langen, dunklen Winter sehnen sich die Menschen sehr nach dem Frühling und dem neuen Blühen und Gedeihen, den frühlingsfrischen, leuchtenden Farben und bunten Frühlingsblühern wie Märzenbecher, Traubenhyazinthen, Krokussen, Blausternchen, Tulpen und Narzissen in den vielfältigsten Farben und Formen.

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Was können Garten- und Balkonbesitzer unternehmen, um ihre Pflanzen aus dem Winterschlaf zu holen?

Aktiv kann man selbst gar nicht so viel tun, um die Pflanzen aus dem Winterschlaf zu holen. Alle Pflanzen wachen ganz von alleine auf und möchten von den Gartenbesitzern freundlich ,begrüßt’ werden: So wird der Winterschutz entfernt, sei es ein Vlies oder Tannenzweige, und abgestorbene Triebe werden zurückgeschnitten – handbreit über dem Boden und nicht zu tief. Die meisten Stauden und Gräser strecken dann bei wärmeren Temperaturen schon zaghaft ihre neuen grünen Triebe aus. Wichtig für das Siegerland ist: Es darf immer erst nach dem Winter zurückgeschnitten werden.

Welche Vorbereitungen und Arbeiten können jetzt für das bevorstehende Gartenjahr angegangen werden?

Der jetzt ausgehende Winter und das beginnende Frühjahr sind ideal, um kleine oder auch größere Maßnahmen im Garten zu planen. Fragen wie ,Was möchte ich im Garten tun?’, ,Welche Räume, Sitzmöglichkeiten, Spielbereiche oder Beete brauche ich dafür?’ können abgeklärt werden. Ich kann auch schon mal die Flächen abstecken, in denen Neues entstehen soll. Ein Teich oder ein Gemüsebeet oder auch ein neuer Weg oder eine neue Terrasse. Am besten holt man sich einen Fachmann zur Seite und lässt sich individuell und kompetent beraten.

Welche Temperaturen sind notwendig, um erste Arbeiten draußen durchführen zu können?

Erste Arbeiten können auch bei frostigen Temperaturen erfolgen. Und auch das Anlegen von Beeten kann schon bei leichten Minusgraden durchgeführt werden. Der Vorteil ist, dass der Rasen nicht so stark beansprucht wird wie bei einer feuchten Witterung. Außerdem können Obstgehölze und Beerensträucher jetzt zurückgeschnitten und der Nutzgarten umgegraben werden.

Für welche Pflanzen ist nun die beste Zeit, um sie auszusäen?

Im Zimmer kann zum Beispiel schon einmal mit dem Aussäen von Tomaten und Paprika begonnen werden; ebenso im kühleren Gewächshaus mit diversen Gemüsesorten wie Kohlrabi, Saat, Mangold, Kürbis, Zucchini und Küchenkräutern. Aber auch die Samen von ein- und zweijährigen Blumen können jetzt eingebracht werden.

Für alle, die keinen großen Garten haben: Wie sieht es mit dem Anlegen von Gemüsebeeten oder Hochbeeten aus?

Die Anlage von Hochbeeten ist ideal für alle, die keinen großen Garten oder nur einen Balkon haben. Hier können mit einer speziellen Kulturfolge mehrere Ernten im Jahr erzielt werden. Auch die Anlage von Gemüsebeeten erfuhr im vergangenen Jahr coronabedingt einen großen Aufschwung. Gerade in diesen Zeiten, in denen fast alles reglementiert ist, ist es wichtig und erfüllend, selbst zu bestimmen, was man wann anpflanzen und ernten möchte. Gärtnern macht glücklich!

Wie kann bei der Ausgestaltung des Gartens auch etwas Gutes für Vögel und Insekten getan werden?

Es kann sehr viel Gutes für Vögel und Insekten getan werden. Zunächst einmal lieben diese Tiere nicht aufgeräumte Gartenecken. Also Ecken, in denen auch einmal Wildkräuter wie Brennnessel, Wilde Möhre und Löwenzahn, aber auch ein wenig Totholz und Reisighaufen erhalten bleiben. Dies bietet den Tieren Deckung, Schlafplatz, Überwinterungsort und Brutgelegenheit. Vögel benötigen Samen als Futterquelle und Gehölze als Nistplatz. Daher sollte nicht alles abgeschnitten werden, sondern Blüten könnten auch einmal zu Samen ausreifen.

Insekten benötigen Blüten mit Pollen und Nektar, sei es an Gehölzen oder Stauden. Wichtig ist, dass die Blüten ungefüllt und nicht steril sind. Wildbienen und Eidechsen mögen Trockenmauern, in denen sie einen Brutplatz und Unterschlupf finden. Auch sogenannte Insektenhotels gibt es zu kaufen oder sie können selbst gebastelt werden. Wenig genutzte und zum Überfahren benötigte Bereiche sollten nicht dauerhaft versiegelt, sondern können als Schotterrasen mit Wildkräutermischungen begrünt werden.

Gibt es so etwas wie die „richtige Mischung“ von Pflanzensorten für einen Garten?

Prinzipiell bietet ein naturnaher Garten den größtmöglichen Nutzen für Mensch und Tier. Pflanzen kommen mit den Klima- und Bodenverhältnissen, die sie vorfinden, nur dann gut zurecht, wenn der Standort zur Pflanze passt. In Zeiten des Klimawandels stellt die Pflanzenauswahl eine besondere Herausforderung dar. Sie erfordert unbedingt die professionelle Kompetenz eines guten Gärtners, der sich mit Pflanzen auskennt. Katja Wehmeyer, kano
      

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