Durchbruch gelungen

Mit Vollgas in die Cloud

Cloud Computing ist mittlerweile in vielen Unternehmen fest etabliert und gehört dort zum Standard. Foto: Pixabay

14.10.2021

Die „Cloudisierung“ der deutschen Wirtschaft schreitet voran. In der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen die Vorteile von Cloud-Anwendungen erkannt. Dazu kommt die verstärkte Digitalisierung in vielen Unternehmen, die den Bedarf nach skalierbaren IT-Anwendungen, wie sie die Cloud bietet, antreibt.

Cloud Computing hat sich fest in den IT-Abteilungen deutscher Unternehmen etabliert: 90 Prozent nutzen mittlerweile Cloud-Dienste. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als noch 2015. Die wichtigsten Vorteile, die Unternehmen damit realisieren, sind ein Plus an Flexibilität und Skalierbarkeit. Aber auch die Unterstützung bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle und Technologien ist ein wichtiges Argument für die Cloud. Das ist das Ergebnis einer Studie, für die ISACA Germany Chapter, der Berufsverband der IT-Revisoren, Informationssicherheitsmanager und IT-Governance-Experten in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen für Wirtschaftsprüfungsdienstleistungen rund 430 ISACA-Mitglieder befragt hat. Es ist bereits die zweite Studie dieser Art, was einen direkten Vergleich mit dem Stand von Cloud Governance in 2015 ermöglicht.

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Für die durchführenden Partner der Studie steht fest: Cloud Computing ist in den deutschen Unternehmen allgegenwärtig geworden. Immerhin nutzen nur drei Prozent der befragten Unternehmen keine Cloud-Dienste und planen dies auch in Zukunft nicht. Und zwei Drittel können mittlerweile eine dezidierte Cloud-Strategie vorweisen – 2015 waren es nur etwa die Hälfte der Unternehmen. Die Covid-19-Pandemie habe diese Entwicklung weiter beschleunigt, so ISACA. Doch neben der Begeisterung für die mit Cloud umsetzbaren Möglichkeiten sehen die Experten des Verbands weiterhin noch ein gewisses Maß an Skepsis: Bedenken hinsichtlich der Informationssicherheit sowie möglicher Compliance-Verstöße seien immer noch präsent.

Woher die Skepsis kommt, zeigen die Ergebnisse der Analyse: Sechs von zehn Unternehmen, die eine Cloud-Nutzung ablehnen, tun dies, weil sie Compliance-Verstöße fürchten. Rund jeder Zweite ist der Meinung, dass die Sicherheit der Unternehmensdaten in der Cloud nicht ausreichend gewährleistet sei. Diesen Grund nannten bei der Befragung 2015 allerdings noch drei Viertel der Unternehmen. Hier, so schließen die Experten der Studie, konnten die Cloud-Anbieter mittlerweile mehr Vertrauen aufbauen. Bestätigt wird dies durch die gestiegene Bereitschaft, Cloud-Dienste für sensible Daten zu verwenden: In der aktuellen Befragung gaben 68 Prozent der Unternehmen an, dass sie eine Cloud-Nutzung auch für unternehmenskritische Daten für vertretbar halten – das sind 10 Prozent mehr als 2015.

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Die zentralen Vorteile, die sich die Unternehmen von der Cloud erhoffen, sind mehr Flexibilität und Skalierbarkeit, verkürzte Vorlaufzeiten sowie Kosteneinsparungen. Aber auch die verbesserte Verfügbarkeit von IT-Funktionen und die passgenaue Unterstützung neuer Geschäftsmodelle gelten als Stärken von Cloud Computing.

Beim Thema Kosten erfüllen sich auch bei der aktuellen Befragung die Erwartungen nicht immer: Nur 44 Prozent der Cloud-Nutzer sehen in der Praxis eine Verbesserung der Kostensituation durch die Cloud. Die Hoffnung, mit Cloud-Diensten mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und Schnelligkeit bei der Einführung neuer Produkte zu erreichen, werden jedoch meist erfüllt. 60 Prozent bestätigen, dass Cloud Computing ihnen bei diesen Aspekten klare Vorteile verschafft. Bei der Ermöglichung neuer Geschäftsmodelle sind es sogar 65 Prozent, die über eine Verbesserung dank Cloud-Diensten berichten.

Durch den Einsatz der Cloud entstehen aber auch Risiken. Um diese zu überwachen und zu steuern, ist hoher Einsatz seitens der Anwender gefragt: Drei Viertel der Befragten führen Risikoanalysen für Cloud-Dienstleistungen durch. Rund zwei Drittel haben Prozesse zur Risikoüberwachung und -steuerung etabliert. Nachholbedarf zeigt sich bei der Sensibilisierung der Mitarbeiter: Nur ein Drittel hat das Personal nach eigenen Angaben auf die Risiken hingewiesen und entsprechend geschult.

Ein wichtiger Treiber für den Einsatz der Cloud sind neue Technologien wie das Internet of Things, Künstliche Intelligenz oder Blockchain, die ohne die Cloud gar nicht denk- und nutzbar sind. Die ISACA-Experten werten daher die Cloud als Nährboden für neue Technologien und sehen in ihr einen wesentlichen Treiber für Innovation.

Den größten Bedarf beim Einsatz neuer Technologien sehen die befragten Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (86 Prozent). Bei der Umsetzung stehen die meisten Unternehmen noch am Anfang: Erst 25 Prozent haben KI-Technologien implementiert. Aber auch bei der Robotic Process Automation (RPA) und dem Internet of Things (IoT) sehen drei von vier Firmen Bedarf. Der Einsatz von Blockchain-Technologien ist dagegen noch Zukunftsmusik: 69 Prozent sehen zwar Bedarf, aber nur 11 Prozent haben eine solche Lösung bereits im Einsatz. ots
   

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