EINKAUFEN IM LOCKDOWN: Das Persönliche zwischen den Kunden und Händlern wird endlich wieder mehr in den Vordergrund gerückt

Ein Hoffnungsschimmer in der schlimmen Zeit

Die Einkaufssituation hat sich in Lockdown-Zeiten für Kunden wie Händler enorm verändert. Hier sollen Konzepte wie „Click and Meet“ wieder Kräfte bündeln. Foto: Dr. Volker Gastreich

12.03.2021

Mit „Click and Meet“ sollte ganz unbefangen umgegangen werden.

Die Einkaufssituation hat sich in Zeiten des Lockdowns für Kunden wie Händler enorm verändert. „Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Gewissheit, dass es jetzt im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen weitergeht“, sagt Karina Brühmann, Sprecherin des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen-Südwestfalen.


Man kann sich auch einfach nur informieren und bummeln.

Karina Brühmann
Sprecherin des Handelsverbandes Nordheim-Westfalen-Südwestfalen


Seit Montag kann deutschlandweit das Shoppen über „Click and Meet“ praktiziert werden, ein Einkaufen mit vorheriger Terminabsprache. „Damit soll erreicht werden, dass Kunden wieder in die Geschäfte kommen, dass sich zugleich aber nicht zu viele Kunden zur gleichen Zeit in ein und dem selben Geschäft aufhalten.“ Das Konzept garantiere zudem eine vorher vereinbarte Verweildauer für den Kunden sowie die Nachverfolgbarkeit des Besuchs. „Daher müssen an Ort und Stelle auch Namen, Adresse, Telefonnumer und die Einkaufszeit hinterlassen werden.“

Karina Brühmann rät den Kunden, ganz unbefangen mit dem Konzept umzugehen. „Man muss ja nicht zwangsläufig etwas kaufen, nur weil man einen Termin offiziell zum Einkaufen ausgemacht hat“, sagt sie. „Man kann sich auch einfach nur informieren und bummeln. Die Hauptsache ist, dass der Kunde weiß, dass das Geschäft seiner Wahl auch weiterhin für ihn geöffnet hat.“

Juwelier Emanuel

Dabei könne man jetzt als Kunde auch durchaus das eine oder andere attraktive Schnäppchen machen. „Denn es locken beispielsweise Rabatte bei Winterwaren“, so die Sprecherin. Mit „Click and Meet“ werde das Persönliche zwischen Kunde und Händler glücklicherweise wieder mehr in den Vordergrund gerückt. „Daher sind die Betriebe auch wirklich alle hervorragend auf das Ganze eingestellt“, so Karina Brühmann.

„Manche halten zum Beispiel desinfizierte Stifte und fertige Formulare zum Ausfüllen im Eingangsbereich bereit, andere bieten den Kunden als Service an, die Formulare auch für sie auszufüllen.“ Und was natürlich zähle, sei, diese Vorteile auch nach außen hin zu kommunizieren. „Wir bemerken eben, dass die Einzelhändler und Dienstleister das auch verstärkt tun, sei es über Facebook, Whatsapp, Instagram und Co.“, so die Expertin.

Den Kunden legt sie gerade im Hinblick auf wiedereröffnete Garten- und Baumärkte ans Herz, die viel begehrten Einkaufstermine wie Freitagnachmittag oder Samstagvormittag derzeit besser zu umgehen und auf weniger frequentierte Tage auszuweichen. Im Übrigen bringe unsere Region in diesem Zusammenhang einen ganz enormen Vorteil mit sich: „Im Gegensatz zu großen Ballungszentren können die Kunden hier vor Ort ihre Geschäfte sehr schnell und unkompliziert erreichen, ohne dabei unterwegs durch große Menschenmassen hindurch zu müssen“, so Karin Brühmann.

Nun gelte es jedenfalls erst einmal, mit diesen positiven Entwicklungen gemeinsam nach vorne zu schauen. „Dabei muss man dennoch eines festhalten“, so die Sprecherin, „solche Einkaufskonzepte wie die jetzigen sind lediglich ein Hoffnungsschimmer in einer schlimmen Zeit und ein Signal dafür, dass es weitergeht. Aber auf Dauer werden sie sich leider für Einzelhandel und Dienstleister allein nicht rechnen.“ vg
   

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