Baustoff Stahl

Tradition und Moderne

Berühmte Architekten und Ingenieure wussten schon vor Jahrhunderten um die Vorteile des Baustoffs Stahl. Foto: Pixabay

6.07.2021
SSB

Stahl als multifunktionaler Baustoff überzeugt Architekten und Ingenieure seit Jahrhunderten durch eine Vielzahl von Eigenschaften. Nicht umsonst sind die spannendsten Konstruktionen aus dem Material Stahl gebaut worden – von der Eisenbahnbrücke bis zur Fußballarena. Auch wenn es um die wirtschaftliche Errichtung dauerhafter und flexibler Industrie- und Gewerbebauten geht, ist der Stahlbau aufgrund der vielen Materialvorteile nach wie vor eine gute Wahl.

Die Iron Bridge in England, der Eiffelturm in Paris, der Crystal Palace in London oder das Seagram Building in New York – viele berühmte Bauten visionärer Architekten sind aus Stahl. Dieser stark belastbare Baustoff eignet sich hervorragend für filigrane Tragstrukturen mit großen Spannweiten. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts entstanden die ersten eisernen Brückenbauten, zunächst wenig belastete, schmucke Bogentragwerke kleinerer Spannweiten – in der Mitte des 19. Jahrhunderts sind es dann auch hochbelastete Eisenbahnbrücken. Im Hochbau fand der neue Werkstoff schnell Anwendung in Denkmalbauten und in kunstvollen Ausbauten. Der Werkstoff Stahl, zu Beginn noch spröde und nicht schweißbar, ermöglichte durch seine hohe Festigkeit schlanke, feingliedrige Tragwerke. Heute ist Stahl ein hoch- und dauerfester, duktiler Hightech-Werkstoff, dessen Eigenschaften enorme architektonische Möglichkeiten bieten. Stahlbau fordert hohes Ingenieurwissen im Hinblick auf die Dimensionierung und die konstruktive Durchbildung.

Sinner Stahl- und Industriebauten

Heute ist Stahl im Bauwesen ein nicht wegzudenkender Baustoff. Als Bewehrung erhöhen Stahlelemente die Zugfestigkeit in tragenden Betonbauteilen, Stahlträger dienen als Wand- und Deckenstützen oder als Tragkonstruktion für Anbauten oder Brücken. Nicht zuletzt ist der Stahlbau gestern wie heute eine gute Wahl, wenn es um die wirtschaftliche Errichtung dauerhafter und flexibler Industrie- und Gewerbebauten geht. Grund sind seine vielen Vorteile, die den Baustoff besonders attraktiv machen.

Stahl ist ein extrem vielseitiger Baustoff, der Architekten und Bauingenieuren große Gestaltungsfreiheit gibt. In der Architektur ermöglicht er die Umsetzung ungewöhnlichster Geometrien. Der Baustoff erlaubt eine einzigartige Vielfalt an Formen, riesige Spannweiten und schwebende Konstruktionen. Auch beim Bauen im Bestand erweist sich die Vielfalt und Leichtigkeit des Materials als großer Vorteil. Darüber hinaus ist Stahl überaus widerstandsfähig. Dank seiner einzigartigen duktilen Eigenschaften und Tragreserven ist er der ideale Baustoff für Regionen mit hoher seismischer Aktivität.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit macht das Material eine gute Figur. Stahl ist ein Baustoff, der sich komplett, beliebig oft und ohne jeden Qualitätsverlust wiederverwenden lässt. Weltweit ist Stahl heute das am meisten recycelte Material. Am Ende seiner Nutzungsphase wird der Baustahl in Deutschland, Österreich und der Schweiz heute zu 99 Prozent wiederverwertet. Davon sind 11 Prozent sofort wieder einsetzbar, die restlichen 88 Prozent wandern ins Stahlwerk.

Die Entwicklung zum Bauen 4.0 mit „Building Information Modeling“ (BIM) verkürzt die Abläufe auch beim Stahl. Virtuelle Entwurfsdaten fließen in die Vorfabrikation der Stahlelemente ein, der Weg von der Vision zum fertigen Projekt wird noch kürzer. Präzision und kurze Bauzeit erlauben in der Folge genaue Kalkulationen und schaffen Kostensicherheit. Die filigranen Wände sparen ferner Raum und lassen genug Platz für integrierte Haustechnik. Damit steigt die Energieeffizienz, die Betriebskosten sinken während der Nutzung. Einfache Instandhaltung und lange Lebensdauer tun ein Übriges für die Wirtschaftlichkeit des Baus.

Durch ihre schlanken Profi le ermöglicht eine Stahlkonstruktion größere Spannweiten, was eine perfekte Ausnutzung der bebaubaren Fläche erlaubt. Zugleich lassen sich dank der spezifischen Verbindungen und Verankerungen zwischen den Bauteilen die Grundrisse und auch ganze Gebäude aus Stahl flexibel verändern. Die durch die enorme Spannweite geschaffenen Räume können bei Bedarf mit temporären oder flexiblen Trennwandlösungen aufgeteilt und später mit minimalen Kosten bei neuen Anforderungen wieder geändert werden. Auch Anbauten sind problemlos möglich.

Nicht zuletzt lässt sich auch eine ästhetische Wirkung erzielen. Im Unterschied zu früher sind Stahltragwerke heute oft nicht im Inneren versteckt, sondern erscheinen direkt an der Oberfläche eines Bauwerks. Eine Vielfalt an verschiedenen Oberflächenveredelungen bietet dabei auch für funktionelle Gebäude individuelle Designs, die zum Unternehmen passen und ein repräsentatives Firmenbild abgeben. ots/aro
   

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