Die gedämmte Stahlhalle

So wird Energie gespart

Wird eine Halle mit Stahlkonstruktion neu errichtet oder saniert, stellt sich die Frage nach der Dämmung der Außenwände. Hier stehen unterschiedliche Baumaterialien zur Verfügung. Foto: Pixelio

6.07.2021

Energiekosten, gesetzliche Vorgaben, Umweltaspekte – in der Regel ist das Dämmen eines Industriebaus unerlässlich, gerade bei beheizten Hallen mit Personal. Aber auch Lagerhallen für temperaturempfindliche Güter erfordern eine Isolierung. Für Wände von Stahlhallen kommen verschiedene Dämm-Möglichkeiten der Wände in Frage.

Schwankende Temperaturen, Energieverluste, Kondenswasser, Zugluft, Hitze und Feuchtigkeit – das alles hat in einer Produktions- oder Lagerhalle negative Auswirkungen. Folgen sind schlechte Produktivität, hohe Energiekosten und ein Milieu, das die Bakterienbildung begünstigt. Beim Neubau oder der Sanierung einer Halle ist die Wahl des Dämmsystems der Wände für den energetischen Standard, die dauerhafte Wirksamkeit und für gute klimatische Bedingungen also von großer Bedeutung.

Wesentliche Vorgaben für die Dämmung macht das seit 2020 geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG). Maßgeblich dabei ist die Einhaltung des U-Werts. Dieser gibt als Wärmedurchgangskoeffizient Auskunft über die wärmetechnische Qualität des verwendeten Materials. Je geringer der Wert, desto besser ist die wärmedämmende Eigenschaft des Baumaterials. Der Wert gibt an, wie viel Energie je Grad Temperaturunterschied über eine Fläche von einem Quadratmeter der Gebäudehülle im Zeitraum von einer Stunde entweicht - angegeben in Watt pro Quadratmeter mal Kelvin (W/m2K). Nicht jedes Material verfügt über die gleichen Dämmeigenschaften. Einige Baustoffe leiten Wärme besser und tragen damit zu hohen Wärmeverlusten bei, andere Materialien leiten Wärme nur schlecht. Bei Hallen, die mit einer Stahlkonstruktion erstellt werden, dienen meist Sandwichelemente, Porenbetonplatten oder Kassettenwände als Wandkonstruktion, die wichtige Aufgaben der Wärmedämmung und Versteifung der Gebäudehülle erfüllen.

BERGE-BAU GmbH & Co. KG

Sandwichelemente bestehen als Außenwandbauteile aus einer Wärmedämmung, die beidseitig mit einem Schutzmaterial beplankt ist. Dabei kommen bei Stahlhallen vorwiegend leichte Elemente zum Einsatz. Bei diesen besteht die Schutzschicht aus Kunststoff oder ebenen, linierten, gesickten oder profilierten Deckschalen aus Aluminiumband beziehungsweise bandverzinktem oder bandlegierverzinktem, kunststoffbeschichtetem Stahlblech. Der Kern hingehen ist aus Vollmaterial (Polyehtylen, Balsaholz), Schaumstoff (Hartschaum, Metallschaum), Dämmung (Hartschaum, Mineralwolle) oder Wabengitter (Papier, Pappe, Metall, Kunststoff).

Der dreischichtige Aufbau mit dem Dämmkern ermöglicht einen hohen Wärmedurchlasswiderstand. Zudem verfügen Sandwichelemente über gute Werte beim Schallschutz, sind – abhängig vom Kernmaterial – höchst feuerbeständig und überzeugen durch die Vielseitigkeit bei der Farbgestaltung sowie die Möglichkeit zur horizontalen wie zur vertikalen Verlegung – bei gleichzeitig geringen Kosten und einer schnellen Bauzeit.

Vielfach werden im Hallenbau aber auch Wände aus Porenbeton eingesetzt. Porenbeton basiert auf Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel, der im Herstellungsprozess aufgebläht und einer Dampfhärtung unterzogen wird. Damit ist der Wortbestandteil Beton eigentlich irreführend, da der fein gemahlene Sand keine Körnungen wie Sand oder Kies enthält, die üblicherweise in Beton enthalten sind. Notwendige Zusätze sind dagegen Branntkalk, Wasser und Quarzsand sowie Aluminiumpulver, das der Gasbildung und dem Aufblähen des Gemisches dient, bevor die Härtung in einem speziellen Dampfdruckkessel erfolgt.

Architekturbüro Halbach

Vorteil von Porenbeton als Wandelemente sind die hohe Wärmedämmfähigkeit, die Feuerfestigkeit und eine gute Tragfähigkeit. Porenbeton kann zudem Wärme und Kälte lange speichern. So absorbiert er an heißen Tagen Hitze vergleichsweise langsam, sodass im Halleninneren angenehme Temperaturen herrschen.

Während unbewehrter Porenbeton über eine hohe Druckfestigkeit verfügt, haben bewehrte Wandelemente auch Zugfestigkeit. Tragende Wände sind dabei durch geschosshohe Elemente, nicht tragende durch Porenbetonplatten ausgebildet. Dabei kann die Montage horizontal wie auch vertikal erfolgen, was eine große Variabilität bei der Fassadengestaltung erlaubt.

Die dritte Form gedämmter Wandverkleidungen, die im Hallenbau verbreitet sind, stellen Kassettenwände dar. Sie werden bei zweischalig hinterlüfteten Wandsystemen als innere tragende Schale horizontal von den Gebäudestützen befestigt. Sie nehmen die Wärmedämmung auf und werden anschließend horizontal oder vertikal mit Trapezblechen verkleidet. Als Dämmstoffe eignen sich ganz unterschiedliche Materialien, wobei Mineralwolle zum Beispiel ganz einfach in die Kassetten geklemmt werden kann und damit zu einem schnellen Dämmvorgang beiträgt. Die Tiefe der Kassette und die Wahl des Materials ermöglichen dabei theoretisch jeden gewünschten Dämmwert. Einen Vorteil stellt zudem der extrem gute Schallschutz dar. Allerdings gestaltet sich die Montage etwas aufwendiger, und die Gestaltungsoptionen sind aufgrund des Erfordernisses, die Dämmung zugunsten der Hinterlüftung mit Trapez- oder Wellblech zu verkleiden, geringer. bau-pr/aro
     

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