Trends im Gewerbebau

Intelligent und individuell


6.07.2021

Automatisierung und Industrie 4.0 verändern nicht nur die Arbeitswelt – auch die Anforderungen an Gewerbebauten werden dadurch neu formuliert. Schließlich müssen moderne Betriebsstätten von heute vor allem eines sein: perfekt auf die Produktions- und Logistikabläufe zugeschnitten. Aber auch Energieeffizienz und Individualisierung sind aktuelle Themen, die den Gewerbebau von heute mit prägen.

Industrie- und Gewerbebauten sind schon immer technologischen und sozialen Veränderungen unterworfen und müssen sich den dynamischen Anforderungen des Marktes anpassen. Wandlungsfähigkeit und die Sicherstellung der Drittverwendbarkeit, also einer vollständig anderen Nutzung als bei der Erst- und Zweitverwendung vorgesehen, sind bei diesem Gebäudetypus entscheidende Kriterien, um einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen zu garantieren – unabhängig davon, ob es sich um ein komplexes Industrie-Großprojekt oder einen regionalen Gewerbebau handelt.

Aktuelle Entwicklungen in Produktion und Wirtschaft nehmen auch Einfluss auf den Industrie- und Gewerbebau. So setzen sich unter dem Stichwort Industrie 4.0 zunehmend durch die Digitalisierung geprägte, intelligente Systeme durch, die Prozesse automatisieren und dadurch vereinfachen. Diese aktuellen Themen in Produktion und Lagerhaltung haben wesentliche Auswirkungen auf den Industrie- und Gewerbebau. Entsprechend bestimmen vier Megatrends die moderne Architektur im Industrie- und Gewerbebau: intelligente Gebäude, Digitalisierung bei Planung und Ausgestaltung, Individualisierung und Energieeffizienz.

Bauunternehmung GÜNTHER GmbH + Co. KG

Die Digitalisierung ist längst in Industrie und Gewerbe angekommen. Unter dem Stichwort Industrie 4.0 werden zahlreiche Prozesse automatisiert und effizient gestaltet, um Produkte zu optimieren und gleichzeitig Kosten zu sparen. Eine moderne Bauplanung muss die Vernetzung von Maschinen, Geräten, Sensoren und Menschen und deren Kommunikation über das Internet der Dinge ebenso im Blick haben wie die Unterstützung der arbeitenden Menschen bei Entscheidungs- und Lösungsfindungen durch technische Assistenzsysteme und die Informationstransparenz durch Sensordaten.

Zugleich macht aber die Digitalisierung auch vor der Bauplanung selbst nicht Halt. Stichwort: Building Information Modeling, kurz BIM. Es beschreibt die simultane Zusammenarbeit aller Planungsdisziplinen in einem digitalen Modell, wodurch Bauzeiten und Baukosten immer genauer eingeschätzt und Planungsfehler vermieden werden können. Dies trägt zu einem wirtschaftlicheren und für den Bauherren transparenteren Planungs- und Bauprozess bei. Die zunehmende Digitalisierung führt verstärkt zur Automatisierung von Produktionsprozessen. Damit einher geht der steigende Anspruch, Produktions- und Logistikprozesse perfekt aufeinander abzustimmen. Im intelligenten Betriebsgebäude sind nicht nur die Maschinen miteinander vernetzt, auch das Gebäude kommuniziert mit der Produktion. Damit lassen sich zum Beispiel die Umgebungsbedingungen kontrollieren oder automatisch an den Bedarf der Fertigung anpassen. Smarte Heizungs- und Lüftungsanlagen etwa werden dann auf die jeweiligen Bedarfe angepasst.

Runkel

Hier spielt zugleich das Trendthema Energieeffizienz im Industrie- und Gewerbebau eine wesentliche Rolle. Dabei sind es nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, die den Rahmen setzen für eine energieeffiziente Bauweise. Die Energiepreise steigen immer weiter an, sie spielen also eine immer größere Rolle als Kostenfaktor. Moderne Gebäude maximieren die Energieeffizient somit zum einen beispielsweise durch eine optimale Wärmedämmung der Gebäudehülle und die Vermeidung von Kältebrücken an Toren und Fenstern, um Energieverluste zu minimieren. Zum anderen spielt die Nutzung alternativer Energien eine immer größere Rolle, sodass beispielsweise Photovoltaikanlagen in die Planung einbezogen werden, um Energie für Produktionsprozesse zu erzeugen und somit Stromkosten einzusparen. Innovative Heizungs- und Lüftungsanlagen arbeiten energieeffizient und bieten zum Beispiel durch den Einsatz von Wärmetauschern ein Maximum an Heizleistung bei gleichzeitig geringem Einsatz von Brennstoffen.

Von einem modernen Betriebsgebäude wird aber nicht nur Funktion erwartet – es soll auch die Unternehmenswerte widerspiegeln. Ein architektonisch maßgeschneiderter Businessbau unterstützt die Identitäts- und Markenbildung von Unternehmen. Das Gebäude hat als Arbeits- und Aufenthaltsort sowohl eine Innenwirkung auf die Mitarbeiter als auch eine Außenwirkung auf die Kunden, Öffentlichkeit und potenzielle Mitarbeiter. Wird eine unverwechselbare architektonische Sprache gefunden, kann das für ein Unternehmen von unschätzbarem Wert sein. ots/aro
   

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