Industriebetonboden

Der hält was aus

Hoher Druck durch schwere Maschinen, dauernder Verschleiß durch Staplerbetrieb: Industrieböden aus Beton können einiges aushalten und sind zudem kostengünstig und langlebig. Foto: Pixabay

6.07.2021
Hartmut Hoch - Dachdeckermeister

Er muss hart im Nehmen sein: ein Industrieboden. Schließlich ist der Fußboden in Lagerhallen und Industriebetrieben der am stärksten beanspruchte Bauteil. Betonböden sind für Industrie- und Gewerbebetriebe besonders wirtschaftlich. Sie sind schnell zu erstellen, kostengünstig und langlebig. Die multifunktionelle Einsetzbarkeit macht den Betonboden zur Basis des perfekten Industriebodens.

In Industrie und Gewerbe ist der Fußboden besonderen Beanspruchungen ausgesetzt. Daher wird hier ein Industrieboden eingesetzt: Er ist langlebiger, hält hohem Druck und Abrieb stand, ist kratz- und schlagfest. Hinzu kommen zusätzliche Anforderungen je nach branchenbedingtem Einsatzbereich. Bodenflächen leisten in der Industrie also einen entscheidenden Beitrag zur betrieblichen Infrastruktur. Sie dienen unter anderem der Verankerung von Maschinen, sind Transportweg oder auch Lagerfläche. Gut geplante und ausgeführte Industrieböden sind daher ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Jeder Fehler, der zu Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen führt, wirkt sich immer auf den gesamten Betriebsablauf eines Unternehmens aus. Um bei der Auswahl und Ausführung von Industrieböden ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, sind vor allem zwei Aspekte entscheidend: eine umfassende Beratung sowie hochwertige Materialien.

Otto Quast Bau AG

Dabei steht am Anfang die Analyse der zu erwartenden Beanspruchungen, zu denen neben hohen statischen und dynamischen Punkt- und Flächenlasten rollende, schleifende und stoßende Belastungen, Temperaturschwankungen sowie chemische Angriffe gehören. Besondere Einsatzbereiche erfordern zudem beispielsweise eine extreme Ebenheit oder maximale Ableitwiderstände, um elektrostatische Aufladungen zu verhindern.

Besonders wirtschaftlich für Industrie und Gewerbebetriebe sind Betonböden. Hallenböden aus Beton sind schnell zu erstellen, kostengünstig und langlebig. Die multifunktionelle Einsetzbarkeit macht den Betonboden zur Basis des perfekten Industriefußbodens. Er eignet sich für sämtliche gewerblichen Nutzflächen, Produktions- und Lagerhallen. Der konstruktive Aufbau eines Betonbodens besteht im Wesentlichen aus drei Teilen, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sein müssen: Zunächst ist ein Unterbau erforderlich, der wiederum aus einem tragfähigen Untergrund und einer darüber eingebauten Kies- oder Schottertragschicht besteht. Der vorhandene Untergrund muss zur Aufnahme der Belastungen aus der Betonbodenplatte, des dritten Teils des Bodenaufbaus, geeignet sein und trägt zur Funktionsfähigkeit der gesamten Betonbodenkonstruktion bei. Die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion ist insgesamt von großer Bedeutung und sollte stets durch einen Geotechniker beziehungsweise ein geotechnisches Institut beurteilt werden.   

Wesentlicher Bestandteil eines Hallenbodens ist nicht zuletzt die Qualität der verwendeten Betone. Nur Beton besonderer Qualität hält den hohen Anforderungen an Industrieböden stand. Moderne Rezepturen machen Beton heute zu einem echten Hightech-Werkstoff mit sehr guten Wärmedämmeigenschaften.

Sohlplatten für Produktions- und Lagerhallen lassen sich in zwei Konstruktionsarten unterscheiden: bewehrte Betonbodenplatten, beispielsweise Stahlbeton oder Stahlfaserbeton, sowie unbewehrte Betonbodenplatten wie etwa Walzenbeton. Die Entscheidung für eine bestimmte Konstruktionsart erfolgt unter Berücksichtigung von beispielsweise charakteristischen, statischen, nutzungsbedingten oder geologischen Gründen. Auch wirtschaftliche Aspekte und Bauabläufe müssen unter Umständen berücksichtigt werden.

Eine im Industriebodenbau übliche Konstruktion ist Walzenbeton. Dabei handelt es sich um eine erdaufliegende Sohlplatte, die mit spezieller Beton-Rezeptur im Walzbeton-Verfahren eingebaut wird. Diese Bauweise eignet sich deshalb besonders für den maschinentechnischen Einbau mit entsprechenden Flächenfertigern und ist dadurch sehr wirtschaftlich herzustellen. Stahlfaserbeton bietet eine hohe Tragfähigkeit und hat bautechnisch den Vorteil, dass die Betonplatte in einem Arbeitsschritt hergestellt werden kann, weil die Beimischung der Stahlfasern bereits direkt beim Betonhersteller erfolgt. Dementsprechend entfällt der Aufwand für das Einbringen der konventionellen Bewehrung.

Stahlbeton ist ein Verbundwerkstoff und besteht aus Beton und Bewehrungsstahl, der in die Betonschalung eingebaut und dann mit Beton vergossen wird. Durch den Bewehrungsstahl wird die Zugfestigkeit des Betons erhöht – in Kombination mit der Druckfestigkeit des Betons wird insgesamt eine äußerst hohe Tragfähigkeit erreicht. ots/beton.org/aro
    

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