Für ein Plus an Sicherheit: Im Herbst und Winter sollte die Beleuchtung am Fahrzeug einwandfrei funktionieren

Fahren in der dunklen Jahreszeit

Gerade im Herbst und im Winter kommt es darauf an, als Verkehrsteilnehmer auf den Straßen den Überblick zu behalten. Daher sollte man im Hinblick auf die Scheinwerfer des eigenen Pkw nichts dem Zufall überlassen. Foto: pixabay

18.10.2021

Fünf Tipps helfen dabei, gut durch die kommenden Monate zu kommen.

Im Dunkeln zur Arbeit fahren – und im Dunkeln wieder nach Hause kommen: Wer im Herbst und Winter nicht im Homeoffice sitzt, greift als Autofahrer fast automatisch jeden Tag mehrmals zum Lichtschalter. Mit diesen Tricks und Tipps kommen Fahrerinnen und Fahrer gut durch die dunkle Jahreszeit.

- Autos mit Lichtsensor richtig handhaben: Der Griff zum Schalter gilt auch für Autos mit Lichtsensor. Dieser schaltet zwar automatisch das Abblendlicht bei Dunkelheit an, er hat aber mit schwierigen Lichtverhältnissen oftmals Probleme.
   

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„Gerade im Herbst bei Nebel reagiert die Lichtautomatik verzögert oder gar nicht, da der empfindliche Lichtsensor durch die hell reflektierenden Tropfen irritiert wird“, sagt der Technikexperte Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). „Daher sollten Autofahrer die Automatik aus- und das Licht manuell einschalten.“

Außerdem leuchten Tagfahrleuchten nur vorn – die Rückleuchten bleiben aus. „Bei trüben und dämmrigen Lichtverhältnissen ist es daher besser, das Abblendlicht frühzeitig einzuschalten, damit der rückwärtige Verkehr das Fahrzeug erkennen kann“, sagt Mühlich. Auch bei Fahrten durch Waldgebiete mit schnell wechselnden Lichtverhältnissen leuchten die Scheinwerfer besser ständig.

- Nebelscheinwerfer sinnvoll einsetzen: Nicht vorgeschrieben, aber hilfreich sind Nebelscheinwerfer am Auto. „Die dürfen jedoch nur bei wetterbedingter schlechter Sicht wie Regen, Nebel oder Schneefall eingesetzt werden“, sagt Mühlich.

Zusätzlich wird am besten das Standlicht und nicht das Abblend- oder Fernlicht eingeschaltet. Da die Nebelscheinwerfer ihr Licht eher in die Breite streuen und meist tief liegen, blenden die feinen Wassertropfen den Fahrer weniger. Allerdings leuchten sie nicht weit, so dass die Geschwindigkeit stark reduziert werden sollte.

Bei Nebelsichtweiten von weniger als 50 Metern gilt maximal Tempo 50. Erst dann darf auch die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. Ist sie schon bei besserer Sicht aktiv, droht ein Bußgeld von mindestens 20 Euro. Als Anhaltspunkt dienen die Leitpfosten am Rande von Straßen und Autobahnen, die in der Regel 50 Meter Abstand zueinander haben.

- Strenge Vorgaben bei Zusatzscheinwerfern: Nicht alle Scheinwerfer und Leuchten sind für die Verwendung am Auto zulässig. Laut Gesetz müssen alle Lampen, Leuchten, Scheinwerfer, Strahler, Blinker und Rückleuchten für das jeweilige Fahrzeug eine Bauartgenehmigung besitzen und gemäß Bauartgenehmigung verwendet werden, erklärt Thorsten Rechtien vom TÜV Rheinland. Ein Scheinwerfer darf nicht einfach umgerüstet oder umgebaut werden, die Lampen müssen in den jeweiligen Scheinwerfer passen und ein E-Prüfzeichen besitzen.


Gerade im Herbst bei Nebel reagiert die Lichtautomatik verzögert oder gar nicht.

Marcel Mühlich
Auto Club Europa (ACE)


Gerade im Winter ist es wichtig, Scheinwerfer und Heckleuchten öfters zu reinigen. Foto: dpa
Gerade im Winter ist es wichtig, Scheinwerfer und Heckleuchten öfters zu reinigen. Foto: dpa

- Kostenlosen Lichttest nutzen: Der Lichtexperte und Kfz-Meister Michael Neuburger rät, spätestens im Herbst die Beleuchtungsanlage überprüfen zu lassen. „Moderne Scheinwerfersysteme mit ihren elektronischen Bauteilen lassen sich nicht mehr einfach selbst mechanisch einstellen, sondern werden elektronisch justiert“, sagt er. „Das können lediglich Kfz-Fachwerkstätten oder Prüforganisationen.“

Seit 1956 gibt es bundesweit in Werkstätten die Aktion Licht-Test im Oktober. Sie legt schnell und kostenlos Defekte und fehlerhafte Einstellungen an der Beleuchtungsanlage dar. Bei rund einem Viertel der untersuchten Fahrzeuge finden die Mechaniker dann auch Mängel.

- Andere Lampen und Pflege – was ist sinnvoll? Bei Umrüstkits, die von konventionellen H7-Scheinwerfern auf LED-Scheinwerfer umstellen, mahnt TÜV-Experte Rechtien zur Vorsicht: „Wenn diese Retro-Fits keine Bauartgenehmigung für den jeweiligen Fahrzeugtyp und Scheinwerfer besitzen, dürfen sie nicht verwendet werden, da die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt.“

Besondere Pflege benötigen Scheinwerfer und Rückleuchten zwar nicht. Je nach Außentemperatur können sie allerdings von innen beschlagen. Das passiere häufig durch einen großen Temperaturunterschied, ein defektes Belüftungssystem oder falsch montierte Leuchtmittel, sagt Neuburger. Er rät dann dazu, die Scheinwerfer einfach anzuschalten, damit die Feuchtigkeit durch die Wärmeentwicklung entweichen kann. Blinde Reflektoren im Inneren sollten allerdings in der Werkstatt getauscht werden, Gleiches gilt für matte und milchige Gläser. dpa


So bleibt das Auto im Winter geschützt

Salzreste, die sich durch den Unterboden knuspern oder blühende Rostpickel, die das Blechkleid beflecken? Ja, im schlimmsten Fall können Streusalzreste im Winter Korrosion am Auto verursachen oder beschleunigen. Regelmäßige Besuche in der Waschanlage können das Risiko reduzieren, so der Auto Club Europa (ACE). Doch wie oft ist oft genug?

Das hängt davon ab, wie oft und wo das Auto im Winter gefahren wird. Wird auf den typischen Routen oft gestreut, muss häufiger gewaschen werden. Als Faustregel rät der ACE Vielfahrern zur wöchentlichen Wäsche. Ansonsten genügt allen, die weniger fahren, ein- oder zweimal im Monat die Waschstraßenfahrt.

Wichtig: beim Waschprogramm eine Unterbodenwäsche wählen. Ansonsten reicht aber eine günstigere Wäsche, dafür lieber häufiger. Schnee, Dreck und Salzreste sollten Sie aber unbedingt vor dem Waschgang mit warmen Wasser aus dem Hochdruckreiniger abspülen. Ansonsten können Dreck- und Salzreste in der Waschanlage Kratzer verursachen, warnt der ACE.

Verbliebene Feuchtigkeit in Ritzen, Ecken und Falzen entfernen Autobesitzer nach der Wäsche mit einem weichen Tuch. Dann eventuelle Heißwachsreste von der Scheibe entfernen und die Türgummis mit einem Pflegemittel fetten, damit sie nicht festfrieren. Das rundet die Winterwäsche ab. An Frosttagen aber besser auf den Waschgang verzichten, denn Türen und Haube könnten zufrieren. Wer dann versucht, diese zu öffnen, könnte die Dichtungen beschädigen. dpa

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