BAD BERLEBURG: Johanneswerk setzt im Friederike-Fliedner-Haus auf ein völlig neues Konzept

Gemeinschaft und Rückzugsort

Für das Neubau-Projekt hat das Evangelische Johanneswerk als Träger rund neun Millionen Euro in die Hand genommen. Fotos (3): jog

30.09.2020

Träger investiert neun Millionen Euro in das Haus in der „Mühlwiese“.

„Das kann man sich besser kaum vorstellen“, freute sich Eckehard Hof, Geschäftsführer des Leimstruther Bauunternehmens Berge Bau, beim Blick auf und in das nagelneue FriederikeFliedner-Haus in der Bad Berleburger „Mühlwiese“. „Jedes Wort, das gesprochen wurde, wurde eingehalten“, ergänzte der Unternehmer. 15 450 Quadratmeter Raum wurden in der Zeit von März 2019 bis August 2020 umbaut. Dabei entstanden 72 Bewohnerzimmer, wovon viele rollstuhlgerecht sind und sechs für Bewohnergruppen eingerichtet wurden.

Weitere Räume werden als Multifunktionsräume, Nebenräume oder für das Personal verwendet. „Die Raumflächen gesamt ergeben 3610 Quadratmeter“, verriert Eckehard Hof. Das Dach ist mit 17 Zentimeter Dämmung und Folien-Eindichtung ausgestattet, die Außenwand ist mit entsprechender Dämmung und Putzsystem ausgestattet, die Fenster mit Wärmedämmglas und außenliegender Sonnenschutzanlage. „Eine große technische Errungenschaft ist das Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme mit Gasspitzenlastkessel und zentraler Warmwasseraufbereitungsanlage, als auch ein zentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung“, erklärte Patrick Fey von Berge Bau. Die Baukosten für das Friederike-Fliedner-Haus waren bekannt, die Zahl hatte das Evangelische Johanneswerk als Träger vorab öffentlich gemacht: „Die Kosten liegen wie geplant bei rund neun Millionen Euro“, sagte Birgit Niehaus-Malytczuk, Geschäftsführerin der Diakonisches Werk Wittgenstein gGmbH, beim Presserundgang. Mit der anstehenden Sanierung im bestehenden Haus am Sähling hat das Johanneswerk dann insgesamt 10,5 Millionen Euro in die Hand genommen, um stationäre Pflegeplätze in Bad Berleburg zu erweitern und zu verbessern.

Anders als im Haus am Sähling wird im Friederike-Fliedner-Haus mit einem Hausgemeinschafts-Konzept gearbeitet: „Bei dem Konzept hat jeder Bewohner ein eigenes Zimmer mit Bad. Es gibt eine gemeinsame Wohnküche, was das Leben von zuhause widerspiegeln soll. Die Pflegebedürftigen können beim Essen zubereiten zugucken, Gerüche wahrnehmen und auch – falls möglich – helfen“, erläuterte Ingeborg Warratz, Projektbeauftragte der neuen Einrichtung in der „Mühlwiese“. Jeder Wohngruppe steht außerdem eine gemütliche Sitzecke mit Sesseln und Fernseher zur Verfügung. „Wir versuchen, die Bewohner so zu integrieren und man lernt sich dadurch relativ schnell kennen. So liegt das Verhältnis von Privatsphäre und Gemeinsamkeit immer in der Hand des Bewohners, wobei das eigene Zimmer immer als Rückzugsort genutzt werden kann. Die Bäder sind alle in verschiedenen Farben eingerichtet“, erörterte Birgit Niehaus-Malytczuk ergänzend.

„Das erste und zweite Obergeschoss wurden im Hinblick auf dieses Konzept eingerichtet. Jede Etage hat eine Wohnküche“, präzisierte die Geschäftsführerin. Die oberste Etage, das Staffelgeschoss, besteht hauptsächlich aus Versorgungs- und Technikräumen, in denen sich modernste Strom-, Kühl- und Lüftungssysteme, als auch das besagte Blockheizkraftwerk befinden. Auch großräumige Umkleidekabinen und eine höhenverstellbare Badewanne haben ihren Platz dort. Im Untergeschoss befindet sich unter anderem das Café „Mühlwiese“. „Falls die Europameisterschaft 2021 stattfindet, kann die hier geschaut werden“, verriet Birgit Niehaus-Malytczuk lachend. joge
   

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